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Posts Tagged ‘Hemd’

„Rosalie“, Anthonys Stimme reißt sie aus ihren Gedanken, „sie sind noch auf?“

Er nimmt sich einen Stuhl und setzt sich neben sie an den Herd. Rosalie lächelt. Er trägt dicke Wollsocken, hat aber noch Dinnerhose und Hemd an, nur ohne die enge Krawatte. Sein blondes Haar ist zerzauster als sonst.

„Ich konnte nicht schlafen. Mir geht so viel im Kopf herum. Möchten sie auch einen Tee?“

Sie steht auf, füllt das kochende Wasser aus dem Kessel in die Teekanne und holt eine zweite Tasse für Anthony aus dem Küchenschrank.

„Sehr gerne. Darf ich fragen, welche schweren Gedanken ihren Schlaf vertreiben?“

„Oh, diese Familie lässt mir einfach keine Ruhe“, seufzt Rosalie und fragt, „Zucker?“

Anthony nickt und lässt seinen Blick über Rosalies schlanke Figur gleiten, die von dem seidenen Morgenrock sanft umspielt wird. Ihr Haar fällt in weichen Wellen über den Rücken. Vor Anthonys geistigem Auge erscheint das Bild von Rosalie, nackt in seinem Bett, nur geschmückt mit ihrem langen wundervollen Haaren.

Rosalie gießt den Tee ein und reicht Anthony eine Tasse.

„Danke“, er lächelt sie an, „es ist selten, dass ich schlaflose Nächte nicht bedauere.“
Rosalie nippt an ihrem Tee.

„Anthony“, beginnt sie unsicher und sucht nach den richtigen Worten, während er seinen Stuhl näher rückt, „sie sind wirklich ein Lichtblick in dieser unterkühlten Gesellschaft“, sie wird von einem schrillen Aufschrei unterbrochen.

Poltern und Scheppern ist zu hören, dazwischen weitere Schreie. Eine unheimliche Stille tritt ein. Rosalie und Anthony blicken sich für eine Schrecksekunde an, dann springen sie auf und laufen in die große Halle hinaus. Am Fuß der Treppe liegt Lady Edna verdreht wie eine Gliederpuppe in einer Blutlache. Ihr Stock liegt einige Meter weit weg. Die beiden bleiben wie erstarrt vor ihr stehen. Rosalie blick auf. Am oberen Ende der Treppe steht Gil und blickt zu ihnen hinunter. Misses Morse, Mister Smith und die anderen Dienstboten erscheinen wie Geister aus den Schatten. Leise tuschelnd halten sie Abstand. Misses Morse schluchzt gedämpft in den weiten Ärmel ihres Morgenrocks. Rosalie fasst sich als erste.

„Wir müssen einen Arzt rufen. Und den Bestatter.“

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Er ist scheußlich, dachte ich, das schmuddelige Hemd, der furchtbare Geruch und dann diese Haare. Die hatten seit Urzeiten kein Shampoo mehr gesehen. Ein Schauer des Ekels lief mir über den Rücken. Nach der Beschreibung meines Chefs, blieb kein Zweifel, das war unser Mann.

Ich sollte den Lockvogel spielen und mich an ihn heran machen. Am liebsten hätte ich auf dem Absatz kehrt gemacht, aber Auftrag war Auftrag. Ich atmete durch und stöckelte auf meinen High Heels auf ihn zu. Verflixt diese blöden Schuhe. Eigentlich sollte Jenny hier sein, um diesen Mafiosi anzubaggern, aber die lag mit Grippe im Bett, gerade rechtzeitig. Ich versuchte so locker wie möglich zu sein, und lächelte den Don aufreizend an, als ich umknickte, den Halt verlor und stürzte. Kurz bevor ich zu Boden ging hielten mich zwei kräftige Händen fest und zogen mich zurück.

„Na kleine Lady, nicht so hastig“, sagte eine angenehme Stimme.

„Danke“, stammelte ich und verfluchte meinen Fauxpas. Ich hoffte, dass niemand das Messer an meinem Oberschenkel bemerkt hatte. Es war riskant bei sowenig Kleidung ein Waffenarsenal mit sich herum zu schleppen, aber dieser hässliche Mafiosi war für seine Brutalität bekannt. Ich wollte abgesichert sein.

„Ich sollte mir ihr Bein mal ansehen, dass sah eben gar nicht gut aus?“

Mein Retter sah mich lächelnd an.

„Nein danke, es geht schon“, lehnte ich ab.

„Sind sie ganz sicher?“

Er hielt meine Hand fest und zog einen Stuhl heran.

„Setzen sie sich. Es dauert nicht lange, ich kenn mich aus.“

Er drückte mich auf die Sitzfläche, kniete sich hin und zog mir den Pumps aus. Vorsichtig tastete er den Knöchel ab.

„Mein Name ist übrigens David, wie heißen sie?“

„Maja. – Ich glaube, dass ist nicht mein Fuß.“

Seine Hand war bis zu meinem Knie hoch gerutscht.

„Erwischt“, er lachte, „aber man kann es versuchen.“

„Aber nicht bei mir“, ich zog meinen kurzen Rock etwas höher und zeigte ihm das Messer, „ich kann damit umgehen.“

Statt verwundert oder erschrocken zu sein, sah er mich nur spöttisch an.

„Ich würde ihnen gerne meine Waffe zeigen“, sagte er eindeutig zweideutig, „aber ich will nicht, dass meine Tarnung auffliegt. – FBI“, raunte er.

„CIA“, ich beugte mich etwas vor, „was machen sie hier?“

„Das gleiche könnte ich sie fragen?“

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