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Posts Tagged ‘Hammer’

Lea saß auf einem umgekippten Baumstamm und sah zu, wie Sam mit einem mächtigen Vorschlaghammer auf die Mauer einschlug. Er hatte das Ding fluchend durch den Wald getragen, bis zu der zugemauerten Höhle.

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Auf dem Weg dorthin hatte Lea überlegt umzudrehen und wegzulaufen. Sam hätte sie mit dem Hammer niemals eingeholt. Nun war es zu spät. – Nein, habe ich gesagt, nein! Aber er wollte nicht hören. Erinnerst du dich an das letzte Mal? Habe ich gesagt. Wir sind nur durch einen unglaublichen Zufall dem Sensenmann von der Schippe gesprungen, habe ich gesagt. Warum lasse ich mich nur immer wieder von Sam zu solchen Himmelfahrtskommandos überreden? Weil er dein ältester Freund ist. Selbst Schuld. Dabei habe ich mir geschworen: Keinen Rückfall mehr! –

Lea fröstelte. Sie schaute auf die Uhr. Halb sechs. – Es dauert nicht mehr lange, bis es dunkel wird. – Sie sehnte sich nach der Wärme in ihrem Labor, der Kaffeemaschine in ihrem gemütlichen Büro im Museum. Es war sicher, trocken und völlig ungefährlich, es sei denn, sie schnitt sich in den Finger. Lea liebte ihre Arbeit als Archäologin und Restauratorin. Im Museum und in der Feldforschung. Nur mit Sam, war es jedesmal ein Abenteuer auf Leben und Tod. – Bitte, ich brauch dich. Du bist die einzige, die mir helfen kann. Hat er gesagt. Du kannst mir sagen, ob es wirklich alt ist oder nicht. Diesmal ist es völlig ungefährlich. Es wird nichts Schlimmes passieren. Hat er gesagt. –

Der Hammer krachte gegen die Mauer. Steine polterten.

„Ich bin durch!“ Sam riss Lea aus ihren Gedanken, bevor sie den Teil mit dem Tod näher durchdenken konnte.

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Als der Auktionator die schmucklose Dose in die Höhe hebt, schlägt Lenas Herz schneller. Sie ist es! Lena kann es fühlen. Das Finstere und abgrundtief Böse, das von ihr ausgeht, erfasst ihr Inneres und eine dumpfe Kälte erfüllt ihren Körper. Lena muss sie ersteigern, um sie unschädlich zu machen.

Der Auktionator nennt den Einstiegspreis. Lena hat sich in der letzten Reihe platziert, um zu sehen, wer sich noch für das Gefäß interessiert. Niemand bietet. Das unauffällige Stück scheint für die Anwesenden nicht interessant genug zu sein. – Vermutlich haben sie es auf die repräsentativen Stücke abgesehen. – Das Anfangsgebot wird wiederholt. Lena zögert noch einen Moment, dann hebt sie kurz das kleine Schildchen mit der Nummer 100.

„10.000 Euro, an die Dame mit der Nummer 100“, verkündet der Auktionator triumphierend, „wer bietet mehr?“

Lena versucht sich gleichgültig zu geben, doch jeder Muskel ihres Körpers ist angespannt. Inständig hofft sie, dass sich kein anderer für die Dose interessiert. Der Auktionator preist das Stück noch einmal an und fragt:

„Wer bietet 10.500 Euro?“

Erneut gelangweiltes Desinteresse. Lena würde gerne aufatmen, aber es ist erst vorbei, wenn das Gebot bestätigt wird. Der Auktionator hebt den Hammer.

„10.000 Euro zum Ersten.“

Weiter kommt er nicht. Rechts, ein Stückchen vor Lena, hebt ein Mann sein Schildchen. 101. Lena erkennt ihn sofort und das Entsetzen fährt wie ein Stromschlag durch ihren Körper. Mister C.! Er ist hier! Wie hat er es geschafft ihren „siebten Sinn“ zu überlisten?

Der Auktionator bestätigt das neue Gebot und nennt das nächst Höhere, dabei blickt er kurz zu Lena. Unmerklich schüttelt sie den Kopf. Sie weiß, dass sie mit Mister C. nicht mithalten kann und das liegt nicht an der Menge des Geldes. Die Organisation, in deren Auftrag Lena handelt, ist unermesslich reich und ihm durchaus ebenbürtig. Sie bietet nicht gegen Mister C. um die Aufmerksamkeit nicht unnötigerweise auf das gefährliche Objekt und sich selbst zu lenken.

Der Auktionator gibt Mister C. den Zuschlag. Einige Sekunden später ist er wieder fort. Obwohl ihn Lena konzentriert beobachtet hat, weiß sie nicht, wie er es geschafft hat, direkt vor ihren Augen zu verschwinden.

Der Auktionator hat sich dem nächsten Stück zugewendet. Eine goldene Platte, angeblich aus Pompeji. Lena kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. – Die Leute glauben aber auch alles! – Sie erhebt sich und verlässt unauffällig den Auktionssaal. Lena muss schnell handeln. Es bleibt ihr nur wenig Zeit, bevor einer von Mister C.`s Handlangern mit der Büchse der Pandora verschwindet.

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