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Posts Tagged ‘Gras’

Der Herbst kommt – auch wenn es auf dem Kalender noch nach Sommer aussieht. Morgens ist es frisch und die Nächte lassen einen wieder aufatmen und schlafen. Die Stare in den großen Thuja-Bäumen sind bedeutend ruhiger geworden und die Eichhörnchen springen mit ihrer Beute für ihre Wintervorräte durch die Gegend, Spinnen sind emsig damit beschäftigt Netze zu weben. Wenn die Felder abgeerntet werden, sind das die ersten Anzeichen – außerdem dröhnt unser Nachbar mit dem Laubbläser herum – samstags um halb neun. Jetzt ist es offiziell.

Ich mag den Herbst. Die Farben und das Wetter. Die Düfte nach gemähtem Gras und trocknendem Stroh, den Geruch nach Erde, Wasser und nassem Laub. Das süße Aroma der letzten Rosen. Die Lebensgeister kehren zurück, nachdem die Sommerhitze das Tempo gedrosselt hat. Es macht wieder Spaß Tee zu trinken und Suppe zu essen.

Ich bedauere nur, dass auch dieses Jahr so schnell und erbarmungslos dem Ende entgegensteuert. Wie schnell ist die Zeit dahin gerast und immer deutlicher wird mir, wie wichtig es ist, das Leben nicht zu verwarten, sondern jeden Moment zu schätzen. Die kleinen Dinge noch viel mehr. Ein Gespräch mit den Freunden, der Familie, ein ruhiger Moment auf dem Balkon, Sonnenuntergänge, ein Spaziergang durch den Park, die Katze, die auf dem Schoss schläft usw. – die Liste ist lang.

Die letzten Monate waren angefüllt mit so vielen Schreckensmeldungen, dass es nicht leichtfällt sich immer wieder auf die schönen Momente zu konzentrieren und sich nicht von den Katastrophen die Freude nehmen zu lassen. Ich denke dann immer an einen Satz, den ich in einer Zeitschrift gelesen habe: Der Sinn des Lebens ist es zu leben. Ich füge für mich an: Der Sinn des Lebens ist es so gut zu leben, wie ich kann. Das bedeutet zu sehen wenn ich helfen kann, mitfühlend zu sein, mich nicht zu verhärten, nicht von Misstrauen getrieben zu sein, innere Ruhe zu bewahren, immer wieder dazu lernen. Jeden Tag neu.

Jede Jahreszeit hat ihre eigene Schönheit. Wir sollten weise mit dem umgehen, was uns geschenkt wurde. Der Erde, unserem Leben und unserer Zeit.

 

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Lea lag auf der Wiese. Der Duft des Grases legte sich wie ein zarter Schleier auf ihre Haut und die Pappeln am Wiesenrain flüsterten in der warmen Sommerbrise. Sie blickte zum Himmel empor. Imposante Wolkengebilde zogen über ihr hinweg. Lea dachte an David. Er stieg gerade in ein Flugzeug in die USA. – Ich hätte es ihm sagen sollen. –  Lea seufzte. – Drei Monate! Ob er zurückkommt? –

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Die Hitze der letzten Tage hat die Luft mit den Aromen des Sommers angefüllt. Es duftet nach reifem Korn, erinnert mich fast etwas wehmütig an den Herbst, gemähtem und vertrocknendem Gras. Angereichert mit den Essenzen sterbender Blüten. In einer anderen Zeit wird mich der Duft immer an diesen besonderen Sommer erinnern, in dem ich alles viel stärker fühlte, Glück, Unglück, Farben, Düfte, Musik, mich selbst.

Ich sitze auf dem Balkon, lausche in die sternklare Nacht. Von den nahen Teichen höre ich die Frösche quaken, einige Grillen zirpen im Gras, scheinbar selbst erschöpft von der Hitze des Tages. Nur die Fledermäuse huschen in einem rasanten Tempo durch die samtene Nacht, auf Beutezug. Alles andere geht langsam vor sich. Jede Bewegung, sogar die Gedanken verlangsamen sich in diesem südlich anmutenden Sommer. Ich frage mich, teils bang, teils neugierig, ob ich diese betörenden Gefühle über die Grenze des Herbstes in den Winter tragen kann, oder ob es mir nicht vergönnt sein wird, nachdem ich mich so lange danach gesehnt habe.

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Assoziationen:

Grün: Bäume, Blätter, Wald, Wiese, Fensterblick, Absinth, grüne Fee, Klee, atmen, frisch, Teiche, Smaragde, Hoffnung, Samt, England, Gärten, grüne Höhlen, Moos, Äpfel, Frösche, barfuß,

Text:

Der Tag liegt noch im Halbschlaf. Ich schlage die Augen auf und bin hellwach. Durch das geöffnete Fenster fließt frische Morgenluft herein und hüllt mich in einen Kokon aus Düften und Geräusch. Das taubenetzte Gras, der sanfte Duft der Rosen vor meinem Fenster bilden den Hintergrund und die euphorischen Gesänge der Vögel breiten sich im Vordergrund aus. – Noch zwei Stunden, bis der Wecker klingelt. – Ich seufze. – Ich werde sowieso nicht wieder einschlafen. – Also stehe ich auf. – Eine Tasse Kaffee und der Text von gestern warten. So kann ich meine Schlaflosigkeit immerhin in positive Aktion versetzen. –

Ich öffne die Terrassentür und trete hinaus. Vor mir liegt mein schattiger Garten. In einer tiefen Höhlung. Durch die Dämmerung sind seine Konturen noch verwischt und undeutlich. Aber wenn die Sonne langsam über den Rand der Welt kriecht und ihre Strahlen nach ihm ausstreckt, wird das Bild klar.

Ich strecke mich, atme den Duft des Morgens tief ein. Nehme ihn mit allen Sinnen wahr. Spüre seine kühlen Finger auf meiner warmen Haut. Ich nehme das glatte Holz der Veranda unter meinen nackten Füßen wahr. – Wie Samt. Als Kinder sind wir im Sommer oft barfuß durch den Garten gelaufen. –

Wehmut vermischt sich mit Glück. Eine nostalgische Erinnerung an eine ferne Zeit, als meine Brüder und ich uns in einem nie endenwollenden Paradies wähnten. Niemand konnte uns etwas anhaben, niemand uns aufhalten. Alles war möglich. Die große Wiese mit den Apfelbäumen hinter unserem Elternhaus war unser Eldorado und der Wald mit seinen dunkel glänzenden Smaragdteichen unser Nimmerland. Wir wollten nie erwachsen sein. Immer dort leben, unter dem Himmel, der uns unendlich und unerreichbar schien.

Ich gehe ins Haus und mache mir einen Kaffee. Der Text von gestern warte.

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Ich weiß, ich weiß … Winter, Schnee usw – aber für ein paar warme Gedanken ist hiermit gesorgt. *g*

Es war ein heißer Julinachmittag. Die Straßen von Paris waren staubig, unangenehme Gerüche stiegen aus der Gosse und die Hitze drückte aufs Gemüt. Tagelang herrschte diese schwüle Hitze schon. In meiner kleinen Dachkammer war es kaum zum Aushalten, obwohl ich alle Fenster geöffnet hatte. Ich lag auf meiner alten Couch, nur mit einem dünnen Spitzenunterrock bekleidet und fächelte mir Luft zu. Einen Unterschied in meinem Befinden machte das nicht, aber das Fächeln gab mir wenigstens das Gefühl nicht untätig zu sein.

Eigentlich hätte ich an meinem Bild weiterarbeiten müssen, das halb fertig auf der Staffelei stand. Die Hitze trocknete meine Ölfarben ein und das verdunstende Terpentin machte das Atmen doppelt schwer. Mister Miller, der Auftraggeber des Bildes, wollte am Abend vorbei schauen, um den Fortschritt des Meisterwerkes zu begutachten. Das Geld konnte ich gut gebrauchen, ebenso die Folgeaufträge, die ein solch spektakuläres Gemälde nach sich zog. Doch ich konnte mich einfach nicht aufraffen zu malen.

Mister Miller wollte ich allerdings auch nicht treffen, also beschloss ich mich anzukleiden und den Abend nicht zu Haus zu verbringen. Träge suchte ich ein leichtes Leinenkleid aus meinem Schrank, zog es an, suchte nach meinen Sandalen, meinem Sonnenschirm und machte mich auf den Weg zum Fluss.

Bei der Hitze war es entschieden zu weit, den Weg vom Montmatre bis an die Seine zu Fuß zurückzulegen. Ich winkte einer Mietdroschke, die vorbei fuhr, lächelte den Kutscher mit aller Liebenswürdigkeit an, zu der ich fähig war. Er beförderte mich zu einem Sonderpreis an mein Ziel. Zu dieser Jahreszeit, in der jeder, der es sich leisten konnte aufs Land flüchtete, waren schlechte Zeiten für Droschkenkutscher.

Der Fluss floss genauso träge dahin, wie ich mich selbst bewegte. Einige Boote mit weißen Segeln trieben auf der Strömung dahin, unter den Brücken lagen einige Bettler und schliefen, während Weindünste von ihnen aufstiegen, die ich sogar riechen konnte, obwohl ich in gebührendem Abstand vorüberging.

Mein Weg führte mich immer weiter am Ufer entlang, hinaus aus der Stadt. Unmerklich veränderte sich die Landschaft. Aus den großen Häusern wurden kleinere, Trauerweiden hingen über die Böschung am Ufer in den Fluss hinab und an einer flachen Stelle sah ich einen Fischreiher reglos auf Beute warten. Ich setzte mich unter einen Baum und wartete mit ihm, als er plötzlich zustieß und eine silbrige Forelle im Schnabel hielt. Er flog davon. Ich setzte meinen Weg fort, bis zu dem kleinen Bootssteg gegenüber der Kapelle Saint Jean. Von hier hatte ich einen guten Ausblick über die Weizenfelder und grünen Wiesen, auf einige Weingärten und den baumbewachsenen Friedhof, neben der Kapelle.

Auch hier lag eine große Hitze auf dem Land, die aber von einer leichten Brise hin und her bewegt wurde. Ich setzte mich auf den Steg, zog meine Sandalen aus, ließ meine Füße im Wasser baumeln und genoss das kühle Nass. Nachdem ich dort eine Weile selbstvergessen gesessen hatte, beschloss ich etwas weiter zu gehen und eine versteckte Stelle unter einer Trauerweide zu suchen, an der ich ohne gesehen zu werden ungestört baden konnte.

Unter einer großen Trauerweide, die weit über die Uferböschung hinaus ragte, streifte ich mein Kleid und meinen Unterrock ab und ließ mich ins Wasser gleiten. Meine erhitzte Haut sog die angenehme Kühle des Wassers auf. Ich schloss meine Augen und stellte mir vor, jeden Wassertropfen auf meinem nackten Körper zu spüren, wie Finger die mich sanft streichelten.
Plötzlich umfingen mich zwei starke Arme. Ich zuckte zusammen, wollte mich wehren, als eine sanfte dunkle Stimme sagte:

„Bitte wehr dich nicht, ich will dir nicht wehtun.“

Wie in Trance ließ ich ihn gewähren.

„Schließ die Augen, lass dich fallen, du wirst sehen wie schön das ist“, flüsterte er an meinem Ohr.

Ich gehorchte. Eine Gänsehaut überzog meinen Körper und meine Brustspitzen richteten sich auf. Er zog mich zu sich heran, ich spürte seine muskulöse Brust an meinem Rücken und lehnte mich zurück. Seine Körperwärme begann mich zu durchströmen, seine Lippen glitten über meinen Hals, meine Schultern. Seine Hände erforschten zärtlich und geduldig jede Stelle meines Körpers und meine Gedanken, die sich anfangs noch ängstlich in meinem Kopf drehten, begannen zu verblassen und meinen Gefühlen Platz zu machen. Er redete leise mit mir, wunderschöne Worte durchflossen mich und steigerten meine Erregung.

Es war ein Traum, es musste einer sein! Aber seine Hände, seine Lippen, sein Körper waren nur zu wirklich und als er spürte, dass jeglicher Widerstand hinweggeschwemmt war, drehte er mich zu sich und kam zu mir. Ich presste mich an ihn und als er sich langsam und immer tiefer bewegte, begannen Wellen über mich hinweg, durch mich hindurch zu gleiten. Wir genossen unsere Lust, bis zur Erschöpfung.

Als er mich später im weichen Gras in den Armen hielt, küsste er mich zärtlich und sagte mir seinen Namen ……

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Frühlingsregen

Kleine Tropfen fallen sanft
Ins weiche Gras und ich vergaß den Klang
Der Sonne Glanz, denn kleine Tropfen fallen sanft
Blumen deren Köpfe hängen und sich nach der Sonne sehnen
Öffnet sich die Wolkenpracht gibt das Blau des Himmels frei
Einerlei `s sei wie es sei … es ist Frühlingsregen von wegen, von wegen
Sommersonnenschein es ist eben ein Frühlingsregen ein Regen im Mai
Währt nicht lange zieht vorüber und bringt die Sonne

Ein Rundengedicht aus einem Schreibkurs.

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Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergissmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem’,
nach Straßenstaub und Rosen.

Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen.
Nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.

Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
ein Wind rauscht in den Bäumen.
Ein Kind lacht hell,
dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.

Ilse Kleberger

Ein wunderbares Sommergedicht, das  mich an „damals“ erinnert. Es ist einfach nur schön *seufz*.

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