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Posts Tagged ‘Glas’

Im Dunkel der Schränke reifen die Sommerkleider. Warten auf einen Sommer, der niemals wiederkommt. Längst vergangen sind die Zeiten, in denen die Wiesen, Wälder und Gärten sich in leuchtend bunte Farben kleideten, die Luft vom Geschwirr der Vögel flirrte und in Mensch und Tier die Lust zu leben weckte.

Leer und öd ist es. Beton und Eisen überziehen die Welt. Müll, sichtbar und unsichtbar sind die neuen Farben. Lärm und Dissonanzen verstopfen uns die Ohren, verhindern, dass wir denken können.

Nach dem großen Krieg, den dumme, machtgierige Diktatoren anzettelten und dem sie ihre Völker opferten, verfiel das Land bis zur Unkenntlichkeit. Es lag im Todeskampf, getränkt mit Blut. In den Jahrtausenden, in denen es geknechtet und ausgebeutet wurde, hatte es nach der Schlachtung seiner Kinder die Lust am Leben verloren. Könnte ich so viele Tränen weinen, den Schmutz wegzuwaschen, ich weinte sie alle.

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Beton und Glas

Hochhäuser

Kratzen an Wolken

Brechen den Himmel

Auf für Sonnenstrahlen

Erhellen den dunklen

Morgen aus Einsamkeit

Du siehst wie ich

Denselben Himmel

Ein Stück Blau

Deine glänzenden Augen

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Schlüssel, Glas, Rot, Blütenblatt, Ende, Anruf

Der Wein in dem kostbar geschliffenen Kristallglas war tiefrot, wie die Blütenblätter der langstieligen Rose, die neben der Karaffe in einer schmalen Vase stand.

Sabrina betrachte die gefüllte Blüte. Sie war wunderschön. Sabrina verspürte den Drang die samtigen Blätter zu berühren. Die Worte des Mannes, ihr gegenüber, perlten an ihr ab, ohne in ihre Gedanken einzudringen.

Den ersten Sätzen folgte sie noch mit Interesse, fühlte sich dazu verpflichtet, immerhin hatte Anita ihr diese Verabredung verschafft.

Seit Sam fort war, hatte Sabrina niemand mehr an sich heran gelassen und ihre Schwester war inszwischen besorgt. Du musst loslassen und endlich weitermachen, sagte sie. Sabrina war anderer Ansicht, aber sie schätzte Anitas Fürsorge.

Der Mann, der sich als Tony vorgestellt hatte, drückte ihr die Rose mit einem Kompliment in die Hand, bestellte den Wein, ohne sie nach ihren Wünschen zu fragen und nachdem er sie nach ihrem Beruf und Hobbys gefragt hatte, begann er über sich zu palavern und Sandrines Gedanken begannen zu wandern.

Die Meldoie „spiel mir das Lied vom Tod“ riss Sabrina aus ihren Überlegungen. Die Gäste an den Nachbartischen sahen sich nach dem Störenfried um und tuschelten. Tony riss sein Smartphone aus der Jackentasche und nahm den Anruf entgegen.

„Hallo Martin“, sagte er laut und ohne Rücksicht auf die anderen Besucher. Dann diskutierte er mit dem Anrufer über das Für und Wieder des Kaufs eines neuen Motorrades.

Wo hat Anika diesen schrecklichen Typen aufgetrieben, dachte sie halb belustig, halb entsetzt, sie kann doch nicht im Ernst glauben, dass ich mich in den verlieben könnte?

Sabrina zog sich die Jacke an und nahm ihre Handtasche. Tony beendete das Gespräch nicht, er sagte nur:

„Warte kurz“, und zu Sabrina gewandt, „wo willst du hin?“

„Dahin wo ich hergekommen bin“, sie schüttelte ihren Schlüsselbund vor seiner Nase hin und her, „nach Hause.“

Sabrina nahm die Rose aus der Vase und verließ das Restaurant. Um Sam zu überflügeln brauchte es einiges mehr.

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Warum ist der Flur mit zerbrochenem Glas bedeckt? Ich bückte mich, um die Scherben genauer zu betrachten. Vorsichtig nahm ich eine größeres Stück zwischen Daumen und Zeigefinger. Wenn ich es ins Licht hielt konnte ich eine Bemalung erkennen. An einer Ecke bemerkte ich etwas dunkles Pechartiges. Blei, dachte ich und befühlt es sacht. Ein Stück Glas aus einem zusammengesetzten Fenster. Ich betrachtete weitere größere Glasstücke. Mein Verdacht erhärtete sich. Einige Teile ließen sich wie ein Puzzle zusammensetzen. Es enstanden Fragmente von Schriftbänder, Verzierungen und Personen. Faszinierend, ging es mir durch den Kopf, allerdings erklärt es nicht, warum dieses scheinbar antike Fenster, in tausend Stücke zerbrochen, in meinem Flur liegt.

 

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„Holen sie Harry. Sofort!“, brüllt Chief Morris und knallt die Zeitung auf den Tisch.

„Ja, Sir!“, Ben eilt davon.

Chief Morris lässt sich schweratmend auf seinen gepolsterten Stuhl fallen. Er zieht die unterste Schublade seines Schreibtisches auf, holt den Scotch heraus und ein Glas. Er gießt es fast bis unter den Rand voll, dann trinkt er es in einem Zug. Für einen Moment hält er inne, dann schüttelt er sich. – Verdammter Hundesohn, dieser Harry! Hat versprochen die Presse rauszuhalten. Und jetzt steht alles brühwarm auf der ersten Seite. Dem dreh ich den Hals um! – Es klopft.

„Herein!“

„Chief!“, Ben stößt unsanft einen kleinen dicken Mann ins Büro, „Harry Ellis.“

Chief Morris grinst und deutet auf einen unbequemen Holzstuhl vor seinem Schreibtisch.

„Setzen sie sich bitte, Harry“, sagt er gespielt höflich. Er legt die Hände, wie zum Gebet aneinander und beugt sich vor. „Sie und ich, Harry, werden nun ein Gespräch darüber führen, was es heißt Vereinbarungen einzuhalten!“

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Das Geräusch von splitterndem Glas stoppte sie. Instinktiv duckte Anna sich. Natürlich ließ er sich nicht von einer Glastür abhalten, schoss es ihr durch den Kopf. Ihr Herz schlug bis zum Hals und in ihr Magen zog sich schmerzhaft zusammen. Wohin? Anna überlegte fieberhaft. Es würde nicht lange dauern und er hätte sie aufgespürt. Sie konnte nirgends hinlaufen. Er würde nicht eher ruhen, bis er sie gefunden hatte. Ich habe mich lange genug versteckt, dachte sie und schluckte die aufkommenden Tränen herunter, konzentrier dich, sonst kannst du gleich aufgeben. Der Saal der Dreizehn lag direkt im Stockwerk über ihr. Wenn sie es bis dahin schaffte, hatte sie immerhin Waffen, mit denen sie sich wehren konnte.

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Mein Anfang des Rundenromans. Der erste Satz (Anfänge wurden gezogen) lautete:

Ich erwachte und hörte Klopfen auf Glas. Zuerst dachte ich, es war das Fenster, dann bemerkte ich, dass es vom Spiegel kam. Da ich von Natur aus kein ängstlicher Mensch bin, stand ich auf, um dieses merkwürdige Phänomen näher zu betrachten. Mir fiel auf, dass die Ränder des riesigen Barockspiegels angelaufen waren, als hätte eine eisige Nacht Raureif auf ihn gelegt.

Ich streckte meine Hand aus und ließ meine Fingerspitzen über die Oberfläche gleiten. Tatsächlich fühlte sie sich kalt und rau an, wie Eisblumen am Fenster. Ich trat noch einen Schritt näher, um den Rest der Oberfläche genau in Augenschein zu nehmen. Weiter gab es nichts Auffälliges zu entdecken. Hatte ich vielleicht alles nur geträumt? Jäh ertönte das Klopfen. Ich sprang einige Schritte zurück, riss dabei einen Stuhl um, der krackend zu Boden fiel. Das Glas des Spiegels zitterte im Nachklang der Schläge. Unheimliche Stille trat ein. Ich hörte das Blut in meinen Ohren rauschen. Gebannt starrte ich auf den Spiegel. Ich erwartete, dass sich Risse auf der Oberfläche zeigten und sie zersprang. Nichts geschah.

„Rowenna“, erklang ein Flüstern, „Rowenna.“

Mein Name schwebte wie ein Echo durch das Schlafgemach. Meine Augen weiteten sich bei dem Bild, dass mir der Spiegel zeigte.

Mein zwei Worte für den nächsten Schreiber waren: Splitter und Zeit.

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Eine Sache ging ihr immer wieder durch den Sinn. Wie um alles in der Welt sollte sie an die Schokolade kommen, die sie im Schaufenster liegen sah? Sie stand schon mindestens zehn Minuten vor dem Schaufenster und starrte wie versteinert auf eine haselnussbraune Tafel Schokolade, die wie eine überdimensionale Münze geformt war.
Ihre Arme, die bisher nur schlaff herunterhingen, bewegten sich langsam nach oben. Zwei Hände patschten auf das Glas und ein Kopf, dessen Augen immer größer wurden, näherte sich der Scheibe. Noch konnte sie sich zurückhalten, doch schon bald verlor sie die Beherrschung drückte ihr rundes Gesicht immer fester gegen die Scheibe. Stirn, Nase und Mund bildeten eine senkrechte Linie, Speichel floss ihr aus dem Mundwinkel und tropfte auf ihre kleinen, schwarzen Lackschuhe. Dass sie bereits einen leichten Sonnenbrand im Genick hatte, störte sie nicht. Dass bereits einige Menschen um sie herumstanden, die sie beäugten, wie sie die Schokolade beäugte, störte sie ebenso wenig. Selbst ein kleiner Dackel, der ihr um die Beine tapste und sie mit seinem rauen Fell streifte, vermochte sie nicht von ihrem Blick auf diese leckere, einfach so da liegende Schokolade zu lösen, die sie sich am liebsten in Mund, Nase und Ohren gleichzeitig schieben würde, nur damit alles ihres war und niemand sonst sich daran ergötzen konnte. Da sie aber erst sieben Jahre alt war und nicht genug Taschengeld hatte, stand sie da und bewachte geistesabwesend die Schokolade.

Dieser schöne Text entstand in einer Schreibstunde in meinem Schreibkurs und ich möchte ihn euch, mit Marios Einverständnis, nicht vorenthalten.

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Woronesh

„Und diese Stadt ist ganz zu Eis erstarrt,

Wie unter Glas ruhn Bäume, Firste, Schnee.

Unsicher ist des bunten Schlitten Fahrt,

Trägt der Kristall, auf dem ich zögernd geh.

Woroneshs Dom ein Krähenschwarm umgellt,

Und Pappeln und das Pastinagewölbe,

Verwaschen, trüb, von Sonnenstaub getönt,

Und ein Hauch der Schlacht vom Schnepfenfeld

Verströmt das Land, machtvoll und sieggekrönt.

Und jäh wie die erhobenen Pokale

Klirrn Pappeln über uns mit ihren Ästen,

Als feierten auf unserem Hochzeitsmahle

Die Freudenstunde Tausende von Gästen.

Jedoch in des verbannten Dichters Zimmer

Stehn wechselnd Angst und Muse ihre Wacht.

Nun kommt die Nacht,

Und einen neuen Morgen kennt sie nimmer.“

4.März1936

Poetische Worte einer bemerkenswerten Dichterin.

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4. Manchmal hat die Liebe einen Preis.

„Manchmal hat die Liebe einen Preis.“
Schrieb ich oben auf das Blatt. Darüber sollte ich einen Aufsatz schreiben?! Super. Manchmal hat die Liebe ihren Preis. Wann hat sie keinen Preis? Irgendwas ist immer. Man verbiegt sich, um zu gefallen, macht sich kleiner als man ist, hält Dinge aus, die man sich unter anderen Umständen nie gefallen lassen würde und trotzdem liebt man, zahlt und zahlt.

Oder meinen die so eine Märchensache. Wenn du den Prinzen retten willst oder die Prinzessin, dann gibt`s du deinen Reichtum hin, deine Schönheit, deine Jugend und dann kriegst du sie oder ihn zurück. Im Märchen hat das ganze Bezahlen allerdings immer ein Happy End, die Opfernden kriegen den Preis zurück.

Als meine Mutter meinem Vater hinterher brüllte: „Ich habe dir die besten Jahre meines Lebens geopfert“, hat sie das sicher nicht gemeint. Sie sagt heute noch: Ich habe alles gegeben und was hatte ich davon? Und: Lass dir das eine Warnung sein! Mach nicht denselben Fehler wie ich.

Was meint sie damit? Dass ich nicht lieben oder dass ich keinen Mann, wie meinen Vater lieben soll? Ach, was weiß ich. Manchmal hat Liebe einen Preis – Liebe. Einfach nur wieder lieben. Das Herz öffnen und lieben. Es ist eine Gabe, kein Preis. Ich habe einen interessanten Satz gehört: Du kannst kein Preisschild an die Liebe hängen. Das stimmt! Doch hängen sie überall. Ich gebe dir Geld, Geschenke, Auto, Wohnung usw. und dafür bekomme ich Aufmerksamkeit, Sex, Gesellschaft von dir.

Ich erinnere mich an einen Kommentar meiner Mutter über meinen neuen Freund: „Wieder ein Mann ohne Geld.“ Er nagt nicht am Hungertuch, aber Millionär ist er nicht. Allerdings hat er ein großes Herz, eine unerschütterliche Ruhe, ist Hilfsbreit und liebt mich, so wie ich bin. Wenn er ein dickes Bankkonto hätte, könnte er mich nicht mehr lieben. Also was soll das Gerede vom Preis? Die anderen können ihre Preisschilder tragen, meins liegt schon lange im Papierkorb.

(Nach der ersten, irgendwie ernsten Betrachtung, brauchte ich eine) Zweite Version:

„Manchmal hat die Liebe einen Preis“, sagte ich leichthin und stellte ihm den bestellten Rotwein auf den Tresen.

Er sah auf mich herunter und lächelte.

„Und welchen Preis hat ihre Liebe?“, seine dunkle Stimme traf mich bis in den Bauch.

Ich errötete und schlug die Augen nieder. Warum fragte er mich das?

„Auf so privaten Fragen antworte ich nicht“, erwiderte ich.

„Und was muss ich tun, um eine Antwort zu bekommen?“

Er griff in die Innentasche seines teuren Jacketts, zog einen Geldschein heraus und schob ihn mir zu. Fünfzig Euro. Die Antwort schien ihm wichtig zu sein, aber mich konnte er nicht kaufen. Ich schob den Schein zurück. Bevor ich meine Hand wegziehen konnte, hielt er mein Handgelenk sanft fest. Erstaunt sah ich auf.

„Was muss ich tun?“, wiederholte er seine Frage eindringlich.

Mein Widerstand schien ihn zu reizen. Das passierte ihm scheinbar nicht oft. Er sah sehr gut aus. Vermutlich würden ihn viele Frauen als schön bezeichnen, obwohl da diese kleine Narbe über der Augenbraue war. Und Frauen, die einen zusätzlichen Anreiz brauchten, wurden wohl von seiner Großzügigkeit beeindruckt.

„Mir ihren Namen sagen, wäre ein Anfang.“

Er ließ mein Handgelenk los. Den fünfzig Euroschein ließ er neben seinem Glas liegen.

„Ray Givens.“

Er streckte mir die Hand entgegen.

„Lassen sie nie locker?“, ich konnte mir das Schmunzeln nicht verkneifen und legte meine Hand in seine, „Lea Winter.“

„Stimmt, Lea“, auf seinen vollen Lippen lag ein herausforderndes Lächeln, das ihn noch anziehender machte „ich akzeptiere kein Nein.“

Er schob mir den Geldschein erneut zur.

„Dann haben sie ein Problem“, der Schein wanderte wieder zurück, „sie können mich nicht kaufen.“

Diesmal steckte er den Schein zurück in die Jackettasche.

„Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen. Was ist ihr Preis?“

„Den werden sie nicht bezahlen wollen.“

Diesmal war ich es, die ihn herausforderte.

„Wieso sind sie sich da so sicher?“

„Weil sie das mit Geld nicht kaufen können.“

5. Ich bin nicht 100 % sicher, dass er es ist, aber verdammt noch mal, ich hoffe es!

„Ich bin nicht 100% sicher, dass er es ist, aber verdammt noch mal, ich hoffe es!“

Sander starrte seit einer geschlagenen halben Stunde durch das Fernglas.

„Das hast du schon drei Mal gesagt! Und du nervst total!“, zischte ich.

„Was ist denn los mit dir?“

„Wir sitzen seit beinahe drei Tagen in diesem Auto, dass sich immer mehr in einen Mülltransporter verwandelt und dieser Typ da!“, ich deutete auf den verhuschten älteren Herrn in sandfarbenem Mantel und Hütchen, „ist der dritte Mann, den du für „IHN“ hältst.“

Sander machte ein Gesicht, als hätte ich ihm einen Eimer Dreckwasser in den Kragen geschüttet.

„Also“, ich versuchte meine Gefühlsaufwallung zu mildern, „du bist mein bester Freund und ich tue alles für dich, aber diese Observierung ist eine Katastrophe. Ich muss hier raus, sonst gehe ich gleich in Flammen auf.“

Je mehr ich sagte, desto düsterer wurde Sanders Gesichtsausdruck. Ich schnappte meinen Rucksack und stieg aus.

„Hey, du kannst doch jetzt nicht einfach abhauen?“, rief er hinter mir her.

„Und wer hindert mich daran?“, ich beugte mich zum Beifahrerfenster hinunter, „ich bin frei zu gehen, wohin es mir beliebt.“

Sander machte Anstalten auszusteigen. Ich drehte mich um und rannte die Straße hinunter, bog um die nächste Ecke und rannte auf die U-Bahn zu. Sollte Sander mich einholen, würde das nicht gut ausgehen.

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