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Posts Tagged ‘gefallen’

„Ist das eine Waffe?“

„Nein, das ist ein Föhn!“

Harry schüttelte müde den Kopf. Wieso war er nur mit diesem Nervenbündel gestraft.

„Ich spüre da eine gewisse Aggression zwischen uns“, sagte Alex und verzog die schmalen Lippen.

„Was erwartest du? Du willst ein Privatdetektiv werden! Meinst du wir werfen mit Wattebäuschen herum?“

Harry ballte die Fäuste. Alex antwortete nicht. Sein zartes Gemüt verkraftete solche Anfeindungen nicht besonders gut, nachdem er die Antidepressiva abgesetzt hatte. Harry überkam der intensive Wunsch die Waffe sofort zu benutzen und den unerwünschten Partner Six-Feet-Under zu legen. Mario schuldete ihm noch einen Gefallen. Wenn die Italiener das in die Hand nahmen, würde Alex nie wiedergefunden. Andererseits konnte er es sich nicht leisten, ihn jetzt schon in der Versenkung verschwinden zu lassen. Harry war so pleite, wie man nur sein konnte und Alex war so reich, wie man nur sein konnte.

„Los, steig endlich ein“, herrschte Harry Alex an.

„Na gut, aber das Thema ist noch nicht zu Ende“, erwiderte der pikiert und gehorchte.

Stimmt, dachte Harry, Mario schuldet mir noch was.

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„Wenn dich jemand nötigt eine Meile mit ihm zu gehen, so gehe mit ihm zwei.“ Dies ist ein Zitat aus der Bibel. (Mat 5:14) So hart möchte ich es nicht ausdrücken. Statt nötigen setze ich bitten ein.

„Wenn dich jemand bittet eine Meile mit ihm zu gehen, so gehe mit ihm zwei.“

Die Einstellung „mehr tun als erbeten“ findet man heute selten. Bitten ist möglich, aber ob sich jemand deines Wunsches annimmt oder gar bereit ist mehr als das Erbetene zu tun ist fraglich.

In der Mehrzahl der Fälle habe ich festgestellt, dass nur die „Aufgabe“ erfüllt wird und keinen Deut mehr. Freiwillig etwas zu tun oder mehr als das Nötige ist so besonders, dass es tatsächlich wert scheint das abzufeiern.

Natürlich gibt es diejenigen, die den Hilfsbereiten ausnutzen und sich auf seinem Rücken ausruhen oder die, die nicht lernen wollen Dinge selbst zu tun. Aber von diesen soll an dieser Stelle nicht die Rede sein und ich bin nicht dafür, dass Faulheit und Dreistigkeit unterstützt werden sollen. Man darf auch „Nein“ sagen.

Doch ist es wirklich so schwierig, die eigene Komfortzone störend, mit offenen Augen durch den Tag zu gehen und anderen einen Gefallen zu tun, wenn sie darum bitten oder wenn man sieht, es braucht nur eine Handreichung, um jemand glücklich zu machen? Und das ohne Augen verdrehen und stöhnen, oder gleich gefeiert werden zu wollen?

Die Hilfsbereiten, Bescheidenen tun das sowieso nicht. Sie fassen mit an und brauchen keine Orden. Allerdings kann man es ihnen nicht verübeln, wenn sie sich ausgenutzt vorkommen und ebenfalls keine zwei Meilen mehr gehen wollen. Die Folge davon, es trifft die Falschen.

Wenn jeder bereit ist (in seinem Maß) zwei Meilen zu gehen und für die geleistete Hilfe dankbar ist (und es auch zeigt), dann wird das Zusammenleben um vieles leichter und angenehmer. Wenn wir Gutes tun, erhalten wir immer etwas zurück.

Freude, die man teilt, verdoppelt sich.

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„Du bewegst dich auf ganz dünnem Eis.“

„Ach, meinst du?“

“ – “

„Und was soll ich deiner Meinung nach tun – alles weiterlaufen lassen wie immer?“

„Na, jedenfalls nicht allein in den Urlaub fahren.“

„Ich bitte dich! Als ich gefragt habe, wollen wir mal für ein paar Tage weg, hat er mir einen Blick zugeworfen, als wäre ich reif für die Klappse.“

„Hm.“

„Ja, genau! Hm. Und dann hat er gesagt, er wäre so gestresst, dass wäre jetzt gerade nichts, vielleicht später.“

„Hm.“

„Verschlägt es dir jetzt auch schon die Sprache? Später, später, Stress, müde, erschöpft, Alter – oh Gott, ich kann es nicht mehr hören!“

“ – “

„Ich bin nicht scheintot – nur fünfzig.“

„Du hast schon recht, dass würde mir auch nicht gefallen, aber… .“

„Bitte „aber“ du jetzt nicht auch noch. Ich lasse mich nicht mehr festnageln. Ich schaue mir das Drama jetzt seit ein paar Jahren an, rede mir regelmäßig den Mund fusselig. Jetzt reicht`s. Entweder mach ich noch was, oder ich spring in die Grube, aber dazu reicht meine Frustration nicht aus.“

“ – “

„Ich hätte es dir nicht sagen soll. Lass uns das Thema wechseln.“

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