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Du bist meine blaue Stunde

Traum zwischen Tag und Nacht

Dein Duft flutet meine Gedanken

Deine Augen halten meinen Blick

Deine Hände legen Feuer auf meine Haut

 

Du bist meine blaue Stunde

Lässt meine Fantasien blühen

Niemand wird es wissen

Es ist nur ein bittersüßer Traum

Der meine Nächte ausweitet

 

Du bist meine blaue Stunde

Geboren in ungezählten Stunden

Aus Einsamkeit und Sehnsucht

Deine Worte wurden mein Verlangen

Löschten alles andere aus

 

Du bist meine blaue Stunde

Bist mein und doch nie mein

Ich darf dir nicht gehören

Doch mein Herz besitzt du schon

So wird es immer sein

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Seine Gedanken geordnet auf Papier zu bringen und die Magie der sich entfaltenden Wörter zu sehen versetzt uns in Verzückung. Doch der Weg dorthin kann sehr schmerzhaft sein. Der Schreibende schöpft aus seinem Leben, seinen Emotionen, den schönen und den schrecklichen. Schreiben ist verarbeiten.

Wie erklärt man einem Menschen das Gefühl, ein Loch in seinem Herzen zu haben? Ein schwarzes Loch aus Einsamkeit, Angst, quälender Sehnsucht, der Gier nach Liebe, Anerkennung. Gar nicht. Man könnte es einfach aussprechen. Man könnte, aber der Gedanke an den verständnislosen Blick, das Erspüren, wie sich der andere abwendet, der einem gerade noch sagte: „Du kannst mir alles sagen. Ich würde dich nie verurteilen.“

Ich habe es erlebt. Mehr als einmal. Ich möchte einfach zu gerne glauben es könnte wahr sein und mein Gegenüber versteht meinen Schmerz. Leider ist es nicht so. Also behalte ich es für mich, das schwarze Loch. Ich decke es mit Lachen und einem unkomplizierten Gemüt zu. „Immer nur Lächeln immer vergnügt, wie es da drin aussieht, geht niemand was an“, heißt eine Liedzeile aus einer Operette. Diese Lehre habe ich verinnerlicht. Es gibt Dinge, die ich erzähle – Alltägliches, Dinge, die anderen auch passieren können. Die dunkle Seite, die blutenden Wunden, offenbare ich nur in absoluten Ausnahmefällen. Ich bin ein Meister der Täuschung. Ich könnte Undercover-Spion sein. Gefühlsspion.

Meine Geburt war schwierig. Mein Leben stand tatsächlich auf der Kippe. Es wäre gut möglich gewesen, dass mich niemand von den Menschen um mich herum, jemals kennengelernt hätte. Der Zufall hat anders entschieden.

Der Zufall hat entschieden, dass ich schreiben sollte. Das Leben erkennen durch das Schreiben. Geboren werden durch Schreiben. In jedem Satz, jedem Wort steckt mein Blut, vermischt mit Tinte oder Druckerschwärze. Ich lebe meine Ängste, meine Zweifel, meine Liebe, meinen Glauben, meine Lust im Schreiben. Das habe ich schon immer getan. Als ich noch nicht schreiben konnte, dachte ich mir Geschichten aus und erzählte oder träumte sie. Heute schreibe ich sie auf.
Es hat lange gedauert, bis ich es erkannte, aber in einer Zeit, als ich dachte, ich könnte nie wieder Glück empfinden, hat mir das Schreiben das Leben gerettet. „Ich schrieb mir das Leben schön.“ Ich habe mir mein Gedanken-Gefängnis bunt geschrieben. In meinen Texten kann und darf ich alles sagen und tun. Ich muss nichts verheimlichen und nichts bereuen. Das Privileg des Künstlers.

Ich darf so viel Angst empfinden, wie ich sie nie zeigen würde. So viel Tränen vergießen, wie ich nie weinen würde. So viel Liebe erleben, wie ich sie nie hatte. So viel Wut raus lassen, wie ich nie zu lassen würde. So viel Lust und Begehren erfahren, wie ich nie erleben werde. In einer Welt leben, die immer heil und ganz sein wird, egal was draußen vor sich geht. Mit dem Tod ein Tänzchen wagen, auch wenn mir der Gedanke an das Ende, die Luft abschnürt.

Das schwarze Loch in meinem Herzen lässt sich nicht flicken. Ich lebe damit, obwohl ich mir wünsche es wäre anders. Was geschehen ist, ist geschehen. Nichts wird daran etwas ändern. Das Schreiben hilft mir den Schmerz im Zaum zu halten. Meinen Blick auf das Helle gerichtet, auch wenn die die Schatten mich auffressen wollen. Worte sind die Pflaster auf meiner Seele, die die Narben bedecken und mir einen Ort sichern, an den ich immer gehen kann. Meine Fantasie.

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„Das ist ja ein Klischee (Synonym: Schablone) – Professorenfrau, jung, hat ihren „Job“ aufgegeben, fährt Cabrio und spielt Tennis!“ (So der Kommentar in einer Schreibgruppe zu einer Plotvorstellung.)
Und? Ich mag Klischees, englische Krimis auch. Warum ich sie mag? Weil man Klischees brechen kann und mit ihnen spielen – das ist der Trick! Bau eine Figur, die nach Klischee aussieht und mach etwas Besonderes draus. Spiel ein Spiel. Nutze deine Kreativität und gib dem Klischee eine besondere Note 🙂 .

Und ehrlich, wenn man sich auf der Straße umschaut, was für Klischees!Ich spar mir die Einzelheiten. Vielleicht mag ich Klischees, weil ich selbst wie eins aussehe und oft so eingeschätzt werde. Es breitet mir eine diebische Freude die Vorurteile über mich auszuhebeln. Schnell und effizient denken zu können, obwohl ich blond bin. Gut und schnell Autofahren zu können, auch wenn ich eine Frau bin. Schriftstellerin zu sein, obwohl ich keine Intellektuelle bin. Mutter von vier Kindern zu sein und nicht danach auszusehen. Erotische Geschichten zu schreiben und wie das brave Mädchen von neben an zu wirken. Auf Geld keinen übersteigerten Wert zu legen, obwohl ich aus „gutem“ Haus komme. Eins ist klar, wir können das Rad (in der Literatur) nicht neu erfinden, wir können es aber hübsch verpacken und es kreativ verwenden.

Vielleicht leben wir in einem Zeitalter der Klischees, durch die Medien und die Gesellschaft suggeriert. Einerseits wollen wir alle Individuen sein, jemand Besonderes (siehe Hollywood und Castingshows), andererseits bewegen wir uns, sobald wir geboren werden, unter genormten Bedingungen. Babys und Kleinkinder werden bei U-Untersuchungen in einem Raster, aus normal entwickelt und nicht in der Norm, eingeteilt.(Das hat sicher eine gewisse Berechtigung, aber als Mutter von vier Kindern weiß ich, dass solche Raster oft nicht stimmen.) In der Schule werden Kinder ziemlich schnell in Leistungs-Schubladen gesteckt und so geht es das ganze Leben munter weiter.

Mich wundern Klischees nicht. Z.B.: Rockstars zerlegen Hotelzimmer, wenn sie es nicht machen, fragt man sich wieso. Hollywoodstars reden bei jeder neuen Beziehung von der großen Liebe und trennen sich nach vier Monaten wieder. It-Girls haben Mini-Hunde. Maler haben Affären mit ihren Modellen, Schriftsteller sind Alkoholiker usw.

Macht euch locker! Klischee ist das, was man daraus macht oder auch nicht.

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