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Posts Tagged ‘Funke’

Es hat gezündet! Endlich! Heute morgen knapp 600 Worte geschrieben – Szene wird heute Abend fortgesetzt.

Es hat lange genug gedauert. Der neue erotische Roman war fast fertig –  die Szenen die noch geschrieben werden wollen und das Ende (ok, die alternativen Enden) im Kopf – und plötzlich Schluss. Nichts ging mehr. Die Zweifel kamen und versuchten sich festzukrallen.

Der Kritiker in mir schrie triumphierend: „Ich habe es dir ja gesagt, das Buch in so kurzer Zeit fertig zu schreiben, dass schafftst du nie!“

Die Schriftstellerin in mir sagt: „Halt die Klappe! Ich kriege das hin!“

Klar, die Schriftstellerin ist nicht  so cool, wie sie nach Außen wirkt. Andererseits habe ich inzwischen gelernt, mein Pokerface aufzusetzen, wenn sich der Kritiker meldet und versucht mich aus der Fassung zu bringen.

Ich tue dann so, als ob mich das alles nichts angeht: Überarbeitung, Deadline, Lektorat, Veröffentlichungsdatum – alles nur eine Sache des Standpunktes – Peace!

Es gibt zwei sehr hilfreiche Bücher, wenn es um Kreativität geht: „99 Tipps für Kreativität und Lebenskunst“ und „Der kreative Funke“. Beide von Alexander Jeanmarie. Das erste Buch ist die Essenz des zweiten. Trotzdem empfehle ich beide. Sehr gut geschrieben und mit vielen praktischen Übungen.

In meinem Fall hab ich den fiesen Kritiker ausgetrickst. Kreativität kann so vieles sein. Ich habe alles gemacht, was ich seit Längerem ausprobieren wollte (Collagen, Bücher binden, malen, usw), habe viel gelesen, mich an der Natur erfreut, mich um  Freunde und Familie gekümmert (was beim Schreiben machmal etwas zu kurz kommt), mein Haus und mein Leben entrümpelt, und mir einen langgehegten Traum erfüllt: studieren an der Uni.

Eins ist erwiesen, wenn wir unser Gehirn beweglich, neugierig und in Schwingungen halten, dann kommt der kreative Funke von allein wieder. Gesagt getan! Und immer wenn der Schuft von Kritiker nicht hingeschaut hat, habe ich Notizen gemacht und mich rangepirscht, an meinen Text.

„Hallo du kleiner, übler Kritiker,

Ausgetrickst! Du kriegst mich nicht klein. Dir werde ich es zeigen, Spielverderber! Es geht weiter. Ich krieg das hin.

Liebste schadenfrohe Grüße

Deine Caro“

 

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Thema: Farbe

Blau. Meine Farbe der Sehnsucht. Sehnsucht nach dem Himmel, dem Meer, der Weite. Blau mischt sich mit Gelb zu den herrlichsten Grüntönen, den Wäldern, Wiesen, Blumen und Pflanzen. Mit Rot zusammen ergeben sich die verschiedensten  Violetttöne. Die Farbe der Leidenschaft.

Ich könnte im Blau schwelgen, mich darin auflösen. Hier zu ein kleines Gedicht, das vielleicht mehr sagt, als die paar Zeilen oben.

 

Du

 

Du bist wundervollstes Meeresblau

Mal sanft mal rau

Du schmeckst herb und süß

Schwer Wein und klares Wasser

Du riechst nach Sternennacht und satter Erde

Nach frühem Morgen und Sommergewitter

Du bist die Brise auf meiner Haut

Der Funke der das Feuer entfacht

Du klingst nach „La Mer“ und Tango

Nach Wellenrauschen und Flüstern der Bäume

Du ziehst mich an mit deinem besonderen Blick

Erschütterst meine Welt mit deinem Kuss

Du kamst auf leisen Sohlen nahmst mich im Sturm

Herz über Kopf lass ich mich fallen

In deine offenen Arme

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„Die stille Weid` an dem was wir bereiten,
das ist der Lohn, den uns die Musen schenken.“
C.F.Raßmann

„O`Dichtkunst! Welche ein schmerzliches Geschenk des
Himmels bist du!“                                  Heinrich Laube

Es ist schon eine wunderliche Sache mit der Dichtung. Sie springt uns geradezu an, wenn wir es nicht erwarten. Du denkst an nichts Besonderes, lässt deine Gedanken schweifen und da ist sie! Die Muse streift dich, nur ganz sacht.

Was macht es aus, dass jemand unsere Muse wird und das ganze Räderwerk unserer Kreativität entfacht? Ein Blick, ein Duft, ein betörender Ton und der Funke der Leidenschaft brennt lichterloh.

Es scheint zu sein, wie mit der Liebe. Du begegnest ihm (ihr) und dein Blick bleibt an ihm haften. Eure Augen treffen sich. Du bemerkst den lässigen Gang, sein Selbstbewusstsein, dieses unwiderstehliche Lachen. Vielleicht der Biss in einen Apfel, die blonden Härchen auf seinen gebräunten Unterarmen vermischt mit Sommerluft oder der kühlen Brise eines Herbstmorgens.

Und dann schreibe ich. Für mich. Einsam an meinem Schreibtisch – fließen die Worte aus mir heraus. Wie C.F.Raßmann schreibt, weiden wir uns still an dem, was die Musen uns schenken. Aber ehrlich, das stimmt nicht wirklich. Nicht in meinem Fall. Ich bin eitel und wünsche mir Beifall oder zumindest Zustimmung. Vielleicht ist es eine Sucht – eine Sehnsucht, es möge jemand meine Texte lesen. Im günstigsten Fall die Muse, die mich inspiriert hat und sich in meinen Worten wieder findet.

Meine Musen wissen nicht, dass sie Musen sind. Es ist immer nur eine „ferne Liebe“. Aber in meinen Fingerspitzen kribbelt es, mich zu zeigen und mich nicht hinter meinen Texten zu verstecken. „Sieh nur, das bist du!“

Es passiert nie – nur der Gedanke, „was wäre wenn …“ ist wie ein Aufputschmittel. Noch ein Text und noch ein Text. Einsam an meinem Schreibtisch. Mit der Hoffnung, dass meine Muse doch eines Tages diese Zeilen lesen könnte und sich wieder erkennt. „Sieh nur, das bin ich.“

Manchmal wünschte ich mutiger zu sein und der Muse meine Texte in die Hand zu drücken – aber so soll es wohl nicht sein. Also bleibe ich still und schreibe, solange ich Worte habe.

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„Ich habe einfach kein Glück. Ich habe Unglück und das abonniert.“
Soll ich so die Geschichte beginnen? Ist das ein erster Satz, der den Leser in die Story hinein saugt und von der er nicht mehr loskommt? Verdammt! Warum haben mir Hemingway, Fitzgerald, Kästner und wie sie alle heißen, die ganzen guten ersten Sätze vor der Nase weggeschnappt? Nun sitze ich hier, im 21. Jahrhundert und zermartere mir das Hirn nach dem ultimativen ersten Satz, den der Lektor des Verlages XY liest und bum bang! Ich habe den Vertrag!
Aber ich habe einfach kein Glück. So oft ich eine Geschichte anfange, stolpere ich über ihn. Diesen ersten Satz. Meine persönliche Nemesis. Vor mir das weiße Blatt Papier und oben, ganz oben am Rand der Satz. Sobald ich den Punkt setzte, bin ich wie paralysiert. Mein Blick klebt an den Buchstaben, wie Sirup. Ist er das? Der Satz der Sätze? Kann es wahr sein, dass diese paar Worte, jedes für sich allein schlicht und einfach, aber in ihrer Gesamtheit, den Satz bildeten, der mich reich und berühmt macht?!
Ich habe das Unglück abonniert, wie soll also des Glückes goldener Strahl mich treffen und mir diesen unvergleichlichen Satz eingeben? Man schreibt einen guten Text, in dem man die schlechten oder überflüssigen Worte weglässt, erzählt der Dichter. Doch in unserer Zeit, in der ein moderner Mensch weder an Wunder noch an Musen glaubt, wer soll ihm denn den Satz des Ruhmes eingeben? So schreibe ich, Tag für Tag, Jahr für Jahr, schreibe ich. Tausende und Abertausend erste Sätze. Ganze Bücher könnte ich mit ihnen füllen, doch wozu – sie führen zu nichts. Sind sie doch immer nur ein Funke, der aufflammt und verglüht. Wortmeteore am Himmel meiner Gedanken, nur geschaffen für den Augenblick. Denn ich habe kein Glück.

Der Text entstand aus einem Satz, den eine meiner Mitschreiberinnen schrieb. In unserer Schreibrunde suchte jede Schreiberin einen Satz aus ihrem Text, der ihr besonders gefiel. Diese wurden dann auf Zettel geschrieben und verlost. Ich zog den dick gedruckten Satz am Anfang des Textes. 🙂

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