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Posts Tagged ‘Flüstern’

Die Nacht erstrahlt in deinem Glanz

Deine Musik beglückt meine Stille

Bewegt vom Rhythmus deines Herzens

 

Ein Wort von dir geflüstert

Bringt meine Seele zum Erklingen

Wie Glas bin ich in deiner Hand

 

Die Schwingung deiner Stimme

In meine tiefste Tiefe sinkt

Entlockst mir einen reinen Ton

 

Fasst mich mit zartem Griff

Küsst meinen Rand mit weichen Lippen

Nippst süßen Wein aus meinem Kelch

 

Rühr mich an mit deinem Geist

Der mich mit Leidenschaft befeuert

Die Worte überfließen lässt

 

Rühr mich an mit deinem Körper

Der mein Begehren weckt

Der Liebe fühlbar Form verleiht

 

Rühr mich an mit deiner Seele

Die mich erkennt und hält

Ein Spiegel meiner Wünsche

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Liebe wohin gehst du

Schleichst dich leise hinaus

Löst dich auf im Alltagseinerlei

 

Strecke die Hände nach dir aus

Will dich halten

Du bist nur noch ein Hauch

 

Ich fleh dich an

Mit jeder Faser meines Herzens

Du hörst nur ein Flüstern

 

Du drehst dich nicht um

Meine Einsamkeit rührt dich nicht an

Verzweifelt ringe ich nach Luft

 

Dein Schweigen martert meine Seele

Schüttet Schmerz in meinen Körper

Der mich lähmt und hilflos macht

 

Du warst ein Teil von mir

Hieltest mich am Leben

Stilltest meinen Hunger

 

Du erfülltest mich mit Träumen

Gabst mir Hoffnung

Wo ich keine sah

 

Nun bist du vergangen

Aufgelöst im Alltagseinerlei

Geblieben ist nur Leere

 

Das Licht wird schwächer

Bald kommt die Dunkelheit

Lass meine Hände mutlos sinken

 

Liebe ist alles

Es gibt kein Morgen ohne sie

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Einladung zum Tanz

Endlich erfüllt sich mein Vorsatz für dieses Jahr. Es hat elf Monate gedauert, den Wunsch in die Tat umzusetzen.

Vor ein paar Tagen habe ich einen großen Briefumschlag in meinem Briefkasten vorgefunden. Teures Büttenpapier. Vorsichtig, beinahe ehrfürchtig öffnete ich den Umschlag. Ich las:

„Einladung zum Tanz. Liebe Juliette, am 03.11. um 19:30 Uhr erwartet Dich eine Limousine, vor Deiner Haustür. Der Marquis“

Mein Herz schlug so schnell, dass ich kaum atmen konnte. Ein wildes Kribbeln rann durch meinen Körper. Er hatte meinen Wunsch nicht vergessen.

Heute Abend ist es endlich soweit. Ich stehe vor dem Spiegel. Prüfend drehe ich mich hin und her. Das schlichte schwarze Kleid bildet einen intensiven Kontrast zu meiner hellen Haut und den blonden Haaren. Warum musste es unbedingt das Schwarze sein? Ich hätte auch das Royalblaue kaufen können, dass meine Augenfarbe so wunderbar hervorgehoben hatte. Werde ich den Marquis damit beeindrucken können? Aber nein, ich wollte etwas Unauffälliges. Nun ist es zu spät für Reue.

Ich sehe auf die Uhr. Halb acht. Ich gehe zum Fenster. Die Limousine fährt vor. Bis zu diesem Augenblick gab es diesen kleinen Zweifel. Doch er hat Wort gehalten.

Mit einem Zittern im Herzen verlasse ich meine winzige Wohnung und steige die Treppen hinab. Als ich auf den Wagen zu gehe, steigt ein Chauffeur aus und hält mir die Tür auf. Ich lasse mich vorsichtig in die weichen Lederpolster gleiten. Lange Kleider trage ich sonst nicht. Der Fahrer schließt die Tür und damit alle Geräusche aus.

Meine Aufregung steigt ins Unermessliche. Werden die Fantasien, die wir tauschten, wahr? Sie sind sehr explizit, weit entfernt von dem üblichen süßlichen ersten Date. Meine Finger streichen über das weiche Leder der Sitze, ich stelle mir vor, wie er mir die Strümpfe von den Beinen streift und mein Kleid nach oben schiebt. Ehe ich weiter in verlockenden Träumen versinken kann, hält die Limousine und der Chauffeur öffnet den Fond. Er reicht mir die behandschuhte Hand und hilft mir beim Aussteigen.

„Dort entlang“, er deutet auf die breite Treppe zu einem villenähnlichen Gebäude.

Ich nicke. Fühle mich eingeschüchtert und gehe unsicher auf das Haus zu. Ich erreiche die Treppe und ein Page eilt mir entgegen. Er reicht mir den Arm.

„Miss Winter, darf ich sie begleiten? Der Marquis erwartet sie“, sagt er und lächelt freundlich.

Erleichtert lege ich meine Hand auf seinen Arm.

„Sehr gerne.“ In dem Augenblick wird mir bewusste, dass ich den Marquis noch nie gesehen habe. Wir haben uns nur in einem Forum geschrieben und zwei Mal telefoniert. Trotzdem habe ich eine sehr genaue Vorstellung von ihm. Er ist mir in den letzten Wochen so wirklich geworden, ich weiß so viel von ihm und er von mir, dass ich komplett verdrängt habe, dass ich ihn nicht von Angesicht zu Angesicht gesehen habe. Werde ich ihn trotzdem erkennen?

Der Page öffnet die Tür und lässt mich eintreten. Stimmen, Lachen und Musik dringen in den Windfang. Eine weitere Tür öffnet sich und ich trete in die Vorhalle. Überall stehen Grüppchen elegant angezogener Gäste. Ich bin froh, dass sich niemand nach mir umdreht.

„Hier entlang“, höre ich die Stimme des Pagen neben mir.

Ich wende mich nach links und folge ihm. Er führt mich in einen riesigen Saal mit Spiegeln und gleißenden Lüstern. Ich muss aufpassen, dass mir der Mund nicht offen stehen bleibt. Natürlich habe ich schon Ballsäle gesehen. Ich liebe Schlösser und Burgen und habe einige besichtigt. Doch dieser Anblick ist einfach grandios.

Bevor ich mich weiter in das Interieur vertiefen kann, bemerke ich zwei Männer, die auf mich zu kommen. Mein Herzschlag beschleunigt sich, mein Brustkorb presst sich zusammen und als der Page sagt: „Der Marquis“, bleibe ich wie angewurzelt stehen.

„Miss Juliette Winter“, stellt mich der Page vor.

Der Größere, der beiden, tritt einen Schritt vor, reicht mir die Hand. Seine dunklen Augen mustern mich interessiert. Er zieht meine Hand an seine Lippen drückt einen Kuss auf meinen Handrücken. Ich lasse es geschehen.

„Ich freue mich, dich endlich kennenzulernen“, sagt er. Seine Stimme ist sanft und tief.

„Danke“, presse ich unsicher hervor.

Irritiert sehe ich den Marquis an. Irgendetwas stimmt nicht. Warum sagt er meinen Namen nicht? In unseren Gesprächen nannte er mich oft bei meinem Namen, ebenso in den beiden Telefongesprächen. Er spricht ihn auf eine ganz eigene Art aus. Es ist ein süßes Flüstern, eine erregende Verheißung, dass er nicht nur meinen Namen auf eine Weise behandelt, wie es noch kein Mann zu vor getan hat, sondern auch meinen Körper und meine Seele auf eine Weise in Besitz nehmen wird, die mich nie wieder an einen anderen Mann denken lassen werden.

Der Begleiter des Marquis kommt näher. Er umfasst mein Handgelenk, dreht es sanft und haucht einen Kuss auf meinen Puls. Ich halte den Atem an. Er lässt mein Gesicht nicht aus den Augen. Ich versinke in seinem tiefen Blick.

„Wie schön dich endlich zu sehen, Juliette.“

Er sagt es auf diese eine unnachahmliche Weise, die mich seit Wochen in meinen Träumen begleitet.

„Du bist es.“

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es sage oder nur denke. Er lächelt triumphierend.

„Ich sagte dir, sie wird mich erkennen“, sagt er zu dem falschen Marquis.

Der andere Mann deutet eine leichte Verbeugung an und zieht sich zurück. Ehe ich weiß, wie mir geschieht, hat mich der Marquis in seine Arme gezogen. Er nimmt meine Hand in seine, hält meinen Blick fest und für einen Moment hört die Welt auf sich zu drehen.

„Du gehörst mir“, sagt er.

Ich nicke wortlos. Wozu etwas bestätigen, dass in dem Augenblick besiegelt war, als er meinen Namen sagte.

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Thema: Farbe

Blau. Meine Farbe der Sehnsucht. Sehnsucht nach dem Himmel, dem Meer, der Weite. Blau mischt sich mit Gelb zu den herrlichsten Grüntönen, den Wäldern, Wiesen, Blumen und Pflanzen. Mit Rot zusammen ergeben sich die verschiedensten  Violetttöne. Die Farbe der Leidenschaft.

Ich könnte im Blau schwelgen, mich darin auflösen. Hier zu ein kleines Gedicht, das vielleicht mehr sagt, als die paar Zeilen oben.

 

Du

 

Du bist wundervollstes Meeresblau

Mal sanft mal rau

Du schmeckst herb und süß

Schwer Wein und klares Wasser

Du riechst nach Sternennacht und satter Erde

Nach frühem Morgen und Sommergewitter

Du bist die Brise auf meiner Haut

Der Funke der das Feuer entfacht

Du klingst nach „La Mer“ und Tango

Nach Wellenrauschen und Flüstern der Bäume

Du ziehst mich an mit deinem besonderen Blick

Erschütterst meine Welt mit deinem Kuss

Du kamst auf leisen Sohlen nahmst mich im Sturm

Herz über Kopf lass ich mich fallen

In deine offenen Arme

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Mein Anfang des Rundenromans. Der erste Satz (Anfänge wurden gezogen) lautete:

Ich erwachte und hörte Klopfen auf Glas. Zuerst dachte ich, es war das Fenster, dann bemerkte ich, dass es vom Spiegel kam. Da ich von Natur aus kein ängstlicher Mensch bin, stand ich auf, um dieses merkwürdige Phänomen näher zu betrachten. Mir fiel auf, dass die Ränder des riesigen Barockspiegels angelaufen waren, als hätte eine eisige Nacht Raureif auf ihn gelegt.

Ich streckte meine Hand aus und ließ meine Fingerspitzen über die Oberfläche gleiten. Tatsächlich fühlte sie sich kalt und rau an, wie Eisblumen am Fenster. Ich trat noch einen Schritt näher, um den Rest der Oberfläche genau in Augenschein zu nehmen. Weiter gab es nichts Auffälliges zu entdecken. Hatte ich vielleicht alles nur geträumt? Jäh ertönte das Klopfen. Ich sprang einige Schritte zurück, riss dabei einen Stuhl um, der krackend zu Boden fiel. Das Glas des Spiegels zitterte im Nachklang der Schläge. Unheimliche Stille trat ein. Ich hörte das Blut in meinen Ohren rauschen. Gebannt starrte ich auf den Spiegel. Ich erwartete, dass sich Risse auf der Oberfläche zeigten und sie zersprang. Nichts geschah.

„Rowenna“, erklang ein Flüstern, „Rowenna.“

Mein Name schwebte wie ein Echo durch das Schlafgemach. Meine Augen weiteten sich bei dem Bild, dass mir der Spiegel zeigte.

Mein zwei Worte für den nächsten Schreiber waren: Splitter und Zeit.

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Ich habe heute Nacht noch ein paar Seiten geschrieben und mal sehen, vielleicht krieg ich die eine oder die andere Geschichte noch fertig. Schreibe gerade parallel. Hier ist der Himmel blau und ich weiß auch nicht, aber irgendwie habe ich so eine innere Unruhe in mir, als hätte man mir ein starkes Aufputschmittel gegeben, „es ist alles nur in meinem Kopf“, es kommt nur nicht schnell genug heraus. Es steht nie still, ist nie ruhig. Manchmal schreit es und manchmal ist es nur ein Flüstern. Noch nicht einmal im Schlaf komme ich zur Ruhe. Ich träume und denke, hoffentlich brennen meine Synapsen nicht durch.

Es ist wie der Spruch sagt: eine Fackel die von beiden Seiten brennt…dass viele Künstler das nicht verkraften können ist kein Wunder. Manchmal frage ich mich, wie lange ich das aushalte, aber ich kenne die Antwort, bis ich aufhöre zu atmen…denn damit aufhören kann ich nicht mehr. Komisch, mit dem Malen konnte ich aufhören, ohne mich zu quälen…aber wenn es um das Schreiben geht, nein! Und egal ob ich denke, dass wurde schon geschrieben, andere können es besser…keine Zweifel kann mich davon abhalten mich wieder hinzusetzen und zu schreiben.

Wenn das nicht verhaltensoriginell ist, was dann? Kein Wunder, dass wir leiden, uns quälen und niemals Ruhe finden. Es ist ein Segen und ein Fluch, je nach dem, wie man gerade drauf ist und es gibt keine einzige Droge, die einen so in einen Rausch versetzen kann, einzig vielleicht die Liebe. Allerdings wird die mit der Zeit ruhiger.  Vom Schreiben kann man das nicht sagen. Die Flamme brennt, bis wir sterben.

Ich lese gerade „Lust“ von Gabriele D’Annunzio. Sein Stil ist Flaubert ähnlich, allerdings noch sinnlicher. Wenn du das liest, denkst du, du könntest die Farben sehen, die Luft riechen und die Berührung fühlen. Einfach atemlos. Schön.

 

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