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Posts Tagged ‘Fantasy-Roman’

Ja! Die Hitze macht mich fertig! Nichts gegen Sommer und blauen Himmel. Es ist toll! Aber in dieser schwülen Tropenhitze schreiben, da muss ich passen. Wenn ich nachmittags von der Arbeit nach Hause komme, die Hausarbeit auf mich wartet, die Katze dringend gefüttert werden will, das Essen vorbereitet werden sollte, aber der Kühlschrank nach Inhalten schreit, dann geht mein Text leer aus und mein verwirrtes Monster findet den verdammten Ausgang aus dem riesigen Schloss nicht.

Ich beneide die Hartgesottenen, an denen scheinbar jedes Wetter, jeder miese Umstand, jeder Unbill abprallt und denen trotzaller Widerstände die Worte nur so aus der Feder fließen. Die Autoren, die im Urlaub zwei Bücher schreiben, Texte überarbeiten, diverse Artikel schreiben und trotzdem Erholung dabei finden. Sorry, ich kann da nicht mithalten und es kostet mich Mühe, das auszublenden, um mich nicht von Selbstzweifeln runterziehen zu lassen. So kommt man zu Mediendetox.

Ich liebe das Schreiben! Daran führt kein Weg vorbei. Ich liebe es Geschichten zu erzählen und bin stolz auf jede Seite, die mein Roman wächst. Niemals! Niemals! Niemals, würde ich mit dem Schreiben aufhören, egal wer was sagt oder nicht. Aber ich gebe zu, es fällt mir gerade nicht leicht und das liegt nicht an meinen Charakteren, meinem Plot oder an Ideenlosigkeit. Im Gegenteil. Meine Notizbücher sind voll und es kommt ständig etwas dazu.

Tatsächlich schreibe ich jeden Tag. Mein Pensum liegt im Normalfall bei weit über 1000 Worten (Eine Seite am Tag, ein Roman im Jahr!). Schließlich schreibt sich ein monumentaler Fantasy-Roman von mehreren hundert Seiten nicht im Schlaf, aber es schleppt sich gerade quälend langsam dahin (Kein Wasser, keine Worte?). Da ist die Hitze, die mein Gehirn weichkocht, der Dauerkrach in der Schule, und eben der ganze Alltagskram, der nervt und den kein Schriftsteller brauchen kann.

Nachdem mich mein Monster anflehte, es doch endlich (!!!) aus dem Keller herauszuholen, um ein paar Sonnenstrahlen zu sehen, und mir die Zweifel über den Kopf zu wachsen drohten, erinnerte ich mich an einen aufmunternden Schreibratgeber von Stephan Waldscheidt, Autors kleiner Helfer. Es geht eher weniger um Schreibtechniken, als darum dem Autor mit praktischem Verständnis und Tipps zur Seite zu stehen und ihn zu ermutigen (wenn es sein muss mit einem Tritt in den Allerwertesten).

Ich hatte das Buch schon einmal gelesen, aber Wiederholung schadet nicht, dachte ich mir. Besonders die Abschnitte:

  • Was ist ihnen wichtig und wo wollen sie hin
  • Die Liste der Prioritäten
  • Exkurs: Schreibziele
  • Zeit zum Schreiben finden
  • Und noch mehr Tipps zum Finden von Schreibzeit
  • Schreibzeit besser ausnutzen
  • Schreibzeiten einhalten
  • Selbstzweifel besiegen
  • Motivation und Disziplin
  • Warum schreiben sie…

…haben mir wieder auf die Sprünge geholfen und eine gute Freundin, Testleserin meiner Geschichten, die ich fragte: was ihr denn an meinen Texten besonders gefällt. (Ihre Antwort war sehr aufschlussreich und hat mich veranlasst mich nochmals tiefer mit meinem jetzigen Text auseinander zu setzen.)

Es ist nicht so, dass mir die Theorie fremd ist. Natürlich habe ich im Laufe der Jahre viele praktische Erfahrungen damit gemacht und musste meine Verfahrensweise immer wieder neu überdenken und bei Bedarf anpassen und verändern.

Vor zehn Jahren habe ich hauptsächlich abends geschrieben, wenn die Kinder im Bett waren. Heute mit den Jobs, Haushalt usw. schreibe ich morgens von 6.30 bis 8.00 Uhr, dann gehe ich zur Arbeit. In der Zeit habe ich eine Basis von ca. 500 Worten angelegt, auf die ich später aufbauen kann, um den Rest der Szene zu schreiben.

Der zweite Part folgt dann nachmittags von 16.00 bis 18.00 oder 19.00 Uhr. Oder von 18.00 bis 21.00 Uhr. Danach bin ich meistens „platt“, es sei denn ich bin im Flow, dann geht es nahtlos weiter. Ziel der Planung: Jeden Tag eine Szene fertig schreiben. (Wenn man einen Wunsch verwirklichen will, muss man Ziele haben.)

Desweiteren habe ich mir die Schreibzeiten für die nächsten zwei Wochen fest in meinen Kalender eingetragen und mir eine Deadline gesetzt. Die Schreibzeiten werde ich jetzt auf ihre Praxistauglichkeit überprüfen und nach Bedarf modifizieren. Das morgendliche Schreiben läuft so gut, dass ich das auf jeden Fall beibehalten werde(s.o.). Durch die Basis habe ich so etwas, vorüber ich während des Vormittags nachdenken kann, wenn Leerlauf entsteht und weiß, wo ich nachmittags anschließen kann.

Inzwischen ist mein armes Monster aus dem Keller entkommen und fragt sich, wie das Ganze weitergehen soll. Gut, dass es sich darüber keine Sorgen machen muss, weil ich auf die nächsten Ereignisse gut vorbereitet bin.

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Ich habe ein schlechtes Gewissen! Ich wollte längst einen neuen Text einstellen, aber (das musste jetzt kommen) „es läuft“ gerade. Die Schreiber unter euch wissen wie das ist. Du hockst stundenlang am PC, drischt die Worte in die Tasten, liest, korrigierst, passt an, schreibst weiter … ein Kreislauf – wenn man sich gerade in diesem Flow-Modus befindet hat man den Tunnelblick. Du vergisst die Zeit, die Menschen um dich herum, hetzt von einem Termin zum anderen, nur um schnell wieder an deinen Schreibtisch zu kommen.

Vor zwei Tagen habe ich die Pizza erst in den kalten Ofen gestellt und später in den zu heißen Ofen. Sowas nennt man dann Ofensteinpizza. Etwas Erholung und Erdung hat mir der Schreibkurs am Freitagabend gebracht. Gedanken auf anderes konzentrieren – auf „anderes“ Schreiben konzentrieren 😉 . Aber es war eine willkommene Abwechslung eine Gruppe redefreudiger Menschen um sich zu haben, die frischen Wind von außen mitbrachten.

Zur Zeit schreibe ich an meinem neuen Dark-Fantasy-Roman, korrigiere den fertigen Roman (wenn ich gerade nicht mehr kreativ entwickeln kann) habe meinen Band mit erotischen Kurzgeschichten/Lyrik beinahe druckfertig. Es sind tolle Zeichnungen drin! Freut euch – kommt in etwa zwei Wochen raus. Endlich! Dann beginnt auch mein Schreibkurs „Lebenserinnerungen schreiben“ in Friedberg. Ein neuer Kurs ist immer eine Herausforderung und ich bin schon sehr neugierig mit welchen netten Teilnehmern ich arbeiten darf.

Morgen steht ein Interview mit der Buchhändlerin meines Vertrauens an. Den Beitrag könnt ihr in der neuen Literaturzeitschrift „Die Schreibmaschine“ vom Charles Verlaghttp://www.charlesverlag.de/schreibmaschine.html  – lesen. Erste Ausgabe für Februar geplant. Ein Autorenporträt steht auch auf meiner Liste. Eine spannende Sache! Mit den Menschen zu sprechen, die die Leidenschaft für Literatur zu ihrem Beruf gemacht haben. Das Jahr 2015 wirft wirklich große Schatten voraus. Was mich betrifft in der Form von aktuell 4 Lesungen. (Ich werde euch brühwarm berichten wie es war!) Die erste Ende März.

Es gibt viel zu tun, also ran – schließlich muss ich, neben all den aufregenden, noch ein paar alltägliche Dinge erledigen 😉 , während ich heimlich, in einer Ecke meines Hirns, mit Wörtern um mich werfe.

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