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Posts Tagged ‘Fäden’

Regen

 

Regen fällt

Seit Tagen schon

Lange Tropfenschnüre

Perlen über Fensterscheiben

Suche nach dem Blau

Erfolglos

 

Tränen rinnen

Seit Tagen schon

Endlos klebrige Fäden

Spinnen mich ein

In ein Korsett

Aus Schmerz und Einsamkeit

 

Traurigkeit fließt

Seit Tagen schon

Über alle Ränder

Meiner betäubten Seele

Kann nicht leben

Kann nicht sterben

 

Herz blutet

Seit Tagen schon

Du bist gegangen

Die Tür ist verschlossen

Wo bleibt die Liebe

Stumm

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Die Königin

Stolz schritt sie durch die Menschenmasse, die sich ehrfürchtig vor ihr teilte. Dort wo sie ihre Füße hinsetzte, konnte ich kleine Flecken mit Eiskristallen erkennen. Ihr Blick war so kalt, wie der Hauch der sie umgab und so scharf, wie die Eiszapfen, die sich am Mauerwerk der Haale bildeten. Die Menschen beugten ihre Köpfe unter der eisigen Brise.

Sie trug eine langstielige Blume mit rotem Kelch in der Hand. Wie war das möglich? In ihrer Nähe erstarrte Baum, Strauch und Blüte. Kein Mensch konnte es lange in ihrer Gegenwart aushalten.

Ich sah genauer hin, als sie an mir vorbei ging. Mein Atem wurde weiß, winzige Eiskristalle bildeten sich auf meinem Gesicht und ein heftiger Schauer schüttelte mich, obwohl ich meinen wärmsten Mantel, eine wollene Mütze und Fäustlinge mit Fell gefüttert trug. Den dicken Schal hatte ich um meinen Hals geschlungen.

Die Blume war aus Seide. Zarteste rote und grüne Seide. Ich dachte an die winzigen Raupen des Seidenspinners, die diese kostbaren feinen Fäden spannen. Wie war es möglich, dass die Blume die Kälte aushalten konnte, die die Eiskönigin ausstrahlte?

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Ich ging, bevor er mich dazu aufforderte. Ich hatte sie zusammen gesehen und wusste, es ist aus, nicht sicher ob ich erleichtert oder traurig sein sollte.

Ich trat auf die Straße. Ein milder Regen fiel. Ich hatte meinen Schirm vergessen. Es störte mich nicht, ich genoss die sanften Tröpfchen auf meiner Haut und meinen Lippen. Es schmeckte süß.

Mit jedem Schritt wurde es leichter. Ich war frei! Die Fäden gelöst, dem täglichen Theater entkommen, mit den einengenden Gewohnheiten gebrochen. Mit einem beschwingten Hopser sprang ich in eine Pfütze und lachte.

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Ich möchte so gern – von Monica Küchler

Ich möcht mich bekiffen
Ich möcht mich besaufen
Ich möcht über Wiesen laufen
Ich möcht dich verhauen
Ich möcht dir ne Nase drehen
Ich möcht mit dir leben
Ich möcht so gern
Ich will
Ich will so gern
Ne tanzende Puppe sein
Ausm Marionettentheater
Kapp mir nicht die Fäden
Lass mich leben
Lass mich nicht sitzen
Auf den Kirchturmspitzen
Die tun mir weh
Sag nie mehr: geh
– ich will dich haben.

Ich möcht mich vergessen
Ich möcht mich verlaufen
Ich möcht nen milden Regen
Ich möcht dich anschreien
Ich möcht dich schütteln
Ich möcht mit dir leben
Ich möcht so gern
Ich will
Ich will so gern
Ne tanzende Puppe sein
Ausm Marionettentheater
Kapp mir nicht die Fäden
Lass mich leben
Lass mich nicht sitzen
Auf den Kirchturmspitzen
Die tun mir weh
Sag nie mehr: geh
– ich will dich haben.

Ich weiß nicht warum – es hat mich einfach angesprochen 🙂 .

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