Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Enten’

Aufgabe 1: Schreibe eine Liste mit Stichworten, die dich an den gestrigen Tag erinnern:

Bücherei, Laugenstange Camembert, Fluss, Quelle, römisches Moasik, Statuen, Park, Brunnen, Fontäne, Enten, Cafe, Lesung, Vernissage, Treppe, Müdigkeit, Katze, Ring, ein Wort gibt das andere, demokratische Abstimmung, rotes Auto, es muss rot sein, Traurigkeit, Erschöpfung, Kurort, Drogerie, kühl, blonde Frau im engen rosa Top, Geruch von Bratwurst, hier stehe ich richtig, Allegria, Brief einwerfen, Umweg, Geld leihen, alte Liebe, neue Problem, hier habe ich nichts verloren, ich hatte noch kein Konzept, ich kenne viele Maler,

Aufgabe 2: Schreibe einen Text, mit einem oder mehreren Details aus der Liste.

„Es muss das Rote sein!“

Noras Stimme klang leicht hytserisch. Sie drehte sich vor dem großen Spiegel und schüttelte den Kopf. Es war die zehnte Robe, die sie anprobierte.

„Hätte ich das Rote nur gleich gekauft, als ich es im Schaufenster sah!“

Die Verkäuferin sah mich ratlos an, besagtes Kleid war für eine andere Dame reserviert worden. Ich zuckte bedauernd mit den Schultern. Es brauchte nur noch den einen kleinen Tropfen, bis sich Nora in eine ihrer selbstgebastelten Krisen hineingesteigert hätte.

„Nora, ich bitte dich“, sagte ich streng, „du weißt genau, dass Frederick verheiratet ist. Er wird seine Frau mitbringen – glaubst du wirklich, es wäre gut dermaßen aufzufallen?“

Ich nahm einen Schluck Kaffee und schlug die Beine übereinander. Frederick war ihre große Liebe – gewesen. Eigentlich. Leider hatte der Umstand, dass er vor kurzem heiratete, nicht gerade ein Grund ihn aus Noras Gedanken zu verbannen. Sie sah mich mit verständnislosem Blick an.

„Das ist mir egal! Diese Tussi, die er seine Frau nennt, ist zwanzig Jahre jünger!“, geräuschvoll zog sie den Vorhang der Umkleidekabine zu, „ich werde auffallen! Er soll sehen, was er für dieses Kücken weggeworfen hat.“

Ich verkniff mir zu sagen, dass sie damals sehr unzufrieden mit der Beziehung gewesen war. O-Ton: „Wenn er nicht aufhört sich wie ein Single zu benehmen, kann er gehen.“ Und dass das Kücken, das erste von dreien war, bis er das vierte heiratete.

„Ich habe dein Seufzen gehört!“, ertönte Noras dumpfe Stimme hinter dem Behang.

„Das kannst du gar nicht“, erwiderte ich, „es war nur in meinen Gedanken.“

„Siehst du, ich wusste es!“, sie zog den Vorhang auf, „so kann ich nicht gehen!“

Nora trat aus der Umkleidekabine. Das figurbetonte dunkelblaue Kleid, mit tiefem Rückenausschnitt und Schlitz sah fantastisch an ihr aus. Sie hatte die Figur eines Modells und manchmal auch die Allüren.

„Du siehst noch in einem Sack besser aus, als alle Frauen die ich kenne“, stellte ich neidlos fest.

„Du musst so was sagen, du bist meine Freundin“, sagte sie und zog kritisch die Augenbrauen zusammen.

„Wenn es dich glücklich macht, dass zu denken, bitte. Ich hindere dich nicht dran.“

Ich nahm ein Keks von dem kleinen Silbertablett und steckte es genüsslich in den Mund. Mit Nora in dieser Situation zu diskutieren brachte überhaupt nichts. Das musste ich aussitzen.

Read Full Post »

Kurze Antwort: In Seligenstadt am Main.

IMG_0935
Ausführlicherer Bericht: Hanni und ich fuhren kurz vor 9 Uhr los. Das Wetter, wie man so schön sagt, durchwachsen, aber mit Regenschirm ausgestattet kein Problem. Kalt ist es nicht, 17 Grad bei unserer Ankunft in Seligenstadt eine Dreiviertelstunde später.

Da wir zu den ersten Touris an diesem Pfingstmontag gehören ist es im Klostergarten noch wunderbar still. Im Bienenlehrstock dagegen ist Betrieb. Die kleinen Honigsammler sind fleißig und fliegen eifrig raus und rein. Es summt und brummt.

IMG_0974

Von dort steuern wir direkt das Klostercafé an. Der Himmel ist zwar bedeckt, aber die Temperatur ist angenehm und wir suchen uns ein Plätzchen auf der Terrasse. Das Café wird von Menschen mit Handicap betrieben. Es gibt super leckeren Kuchen und wirklich guten Kaffee! Wir setzen uns und sofort ist ein netter Kellner zur Stelle. Er erklärt uns, wie wir bestellen können. Auf jedem Tisch steht ein Holzklötzchen mit Bleistift, Zettelblock und Speisekarte. Auf dem Zettel notieren wir: 2 Milchkaffee, Tisch 24. Der junge Mann holt den Bestellzettel ab und kurz darauf stehen zwei Milchkaffee mit Keks auf dem Tisch.

IMG_0921

Hanna holt ihr Skizzenbuch aus der Tasche und malt ein Bild von der Geranie auf dem Tisch. Ich fotografiere den Blick von unserem Sitzplatz aus und später die fertige Zeichnung.

IMG_0927

Als die Sonne hinter den Wolken auftaucht, brennt es unangenehm auf der Haut. Ich spanne den Sonnenschirm auf.
Man spürt den Sommer deutlich, auch wenn er kalendarisch noch vier Wochen entfernt ist. Es riecht nach Rosen und Gras. Die warme feuchte Luft nimmt alles auf und trägt sie fort. In der Nähe hört man das Plätschern des Brunnens. Auf seinem Grund liegen glänzende Cent-Stücke.

Nach dem Kaffee machen wir einen Rundgang durch den Klostergarten, von dort gehen wir zur Klostermühle. Es ist Mühlentag und wir können uns die Mühle von innen ansehen. Dort ist ein netter Herr, der uns erklärt wie aus Sonnenblumenkernen Öl gepresst wird.

IMG_0945

Die Klosterbäckerei hat ebenfalls auf und wir kaufen ein superleckeres Steinofen Brot. Es ist noch warm und duftet. Das Wasser läuft uns im Munde zusammen. Auch der Kuchen lächelt uns an, aber wir wollen gleich ein Eis essen und Entscheidungen müssen gefällt werden. Wir heben uns den Kuchen für nächstes Mal auf.

IMG_0938

Hanni und ich gehen Richtung Main. In einem kleinen Eiscafé holen wir uns ein riesiges Eis. Wir suchen uns eine freie Bank am Main, lecken genüsslich unser Eis, versuchen uns nicht voll zu kleckern und sehen dem Übersetzen der Fähre zu. Vor uns scharwenzeln Enten herum und warten darauf, dass ein paar Brocken von der Waffel abfallen. Aber nicht mit uns, immerhin ist es eine Waffel mit Schoko-Überzug und Krokant.

IMG_0968

IMG_0970

Wir sitzen eine ganze Weile auf der Bank. Die Fähre fährt hin und her, zwei große Frachtkähne ziehen gemächlich an uns vorüber und verursachen heftigen Wellengang auf dem die Schwäne auf und ab schaukeln. Irgendwann reißen wir uns los und machen uns auf dem Heimweg.

DSC_0079

Vorher gehen wir noch mal ins Kloster. Dort kann man verschiedene Setzlinge kaufen. Ich habe es auf einen Feigenbaum abgesehen. Wir suchen uns ein schönes Pflänzchen aus und werfen den Obolus in die angekettete Gießkanne. Zufrieden gehen wir zum Auto und freuen uns darauf, zu Hause eine leckere Scheibe Kloster-Bäcker-Brot mit Butter und Käse zu essen.

 

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: