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Posts Tagged ‘Dunkel’

Wenn (das Monster) Tirion schläft träumt (es) er von Liebe. Eine Hand, die nicht schlägt, sondern streichelt. Doch da ist niemand. Nur eine dunkle schreckenerregende Leere, die es umschließt und die nichts aufzulösen vermag. Und so sehr Tirion sich auch wünscht, dass sein elendiges Leben endlich ein Ende findet, er wird nicht erhört.

Er hatte alles. Geld, Ansehen, sogar eine Art von Liebe, auch wenn sie sich nicht richtig anfühlte. Sein Übermaß an Stolz und Hartherzigkeit kosteten ihn alles. Verbannt und geächtet lebte er unter den Ärmsten der Armen, von niemandem vermisst, von niemandem geliebt.

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Hinter den Schatten

„Hinter den Schatten geht es weiter“, hörte ich die sanfte Stimme und spürte einen leichten Druck.

Ich wollte mich Bewegen, aber meine Füße rührten sich nicht vom Fleck.

„Woher“, begann ich.

„Vertraue mir“, sagte er und seine Stimme schmeichelte sich noch intensiver in meine Gedanken.

Wie gerne wollte ich es. Wollte glauben, dass hinter dem bedrohlichen Dunkel etwas besseres auf mich wartete. Doch ich konnte die Kälte der schwarzen Wand vor mir förmlich mit Händen greifen. Und wie sehr ich ihn auch liebte, der Schrecken, der von der Finsternis ausging, ließ alle Alarmglocken in meinem Kopf schrillen und lähmte mich.

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Was tut ein Schriftsteller, der nicht schreiben kann – nicht weil er nicht will, sondern weil er nicht kann – lesen – mehr lesen, als gewöhnlich.

In meiner heutige Kaffeelektüre aus dem Buch „Sie schreiben wie ein Mann, Madame“ von N.Kohlhagen lass ich zwei schöne Sätze. Der erste stammt von Harriet Beecher-Stowe, der Autorin von „Onkel Toms Hütte“:

„Ein Buch ist wie eine Hand, die ins Dunkel ausgestreckt wird – in der Hoffnung, dass ihr eine andere Hand begegnet.“

Das zweite Zitat stammt von Charlotte Bronte:

„Wenn ich schreibe, kann ich nicht immer daran denken, was „elegant“ und „charmant“ und „weiblich“ ist. Mit solchen Gedanken habe ich nie die Feder in die Hand genommen … .“

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Ich liege im Dunkel

Mit geschlossenen Augen

Lausche den Worten nach

Die du in mein Herz streust

 

Ich liege im Dunkel

Höre Lust in deiner Stimme

Gießt sie aus

In meine hungrige Seele

 

Ich liege im Dunkel

Fühle deine Fingerspitzen

In Ekstase tanzen

Auf meiner sehnsüchtigen Haut

 

Ich liege im Dunkel

Spür dein offensichtliches Verlangen

Tief eingeprägt vermischt

Mit meinem begierigen Körper

 

Ich liege im Dunkel

Trinke deinen Atem

Herzschlag auf Herzschlag

Im Rhythmus mit deinem

 

Ich liege im Dunkel

Komm lieb mich halt mich

Lass uns nichts versäumen

Die Nacht gehört uns

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Meine Sucht nach dir

 

Bist eine Droge

Ein Tropfen von dir

Auf der Zunge zergeht

Und, alles kehrt sich um

 

Unten ist oben

Hell ist dunkel

Kalt ist heiß

Gefangen ist frei

 

Der Duft deiner Haut

Dein Blick durch und durch

Deine Hand im Nacken

Dein Mund auf meinen Lippen

 

Hab dich geatmet

Dich getrunken

Bis zur Neige

Alles genommen

 

Durst nach dir brennt in meiner Kehle

Werde niemals satt

Mein Herz verzehrt sich

Mit dir beginnt das Leben

 

Dein Begehren ist mein Rausch

Deine Lust mein Elixier

Hör mein Flehen

Bitte, gib mir mehr von dir

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Es gibt so Schönes in der Welt

Daran du dich nie satt erquickst

Und das dir immer Treue hält

Und das du immer neu erblickst

Der Blick von einer Alpe Gart

Am grünen Meer ein stiller Pfad

Ein Bach, der über Felsen springt

Ein Vogel, der im Dunkel singt

Ein Kind, das noch im Traume lacht

Ein Sterneglanz der Winternacht

Ein Abendrot im klaren See

Bekränzt von Alm und Firneschnee

Ein Lied am Straßenzaun erlauscht

Ein Gruß mit Wanderern getauscht

Ein Denken an die Kinderzeit

Ein immer waches, zartes Leid

Das nächtelang mit seinem Schmerz

Dir weitet das verengte Herz

Und über Sterne schön und bleich

Dir baut ein fernes Heimwehreich.

                    Hermann Hesse, 1902

 

Die Worte Hermann Hesses sind nun schon 114 Jahre alt und haben nichts von ihrem Zauber und ihrer Wahrheit verloren.

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Liebeslied – Rilke
Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?

Ach, gerne möchte ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn die Tiefen schwingen.

Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.

Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Ich sah ihn an. Die fröhlichen Augen, das einnehmende Lächeln. Was konnte ich tun? Nichts. Ihn nicht zu mögen war unmöglich – ihn zu lieben möglich. Mochte auch vieles, vielleicht alles, dagegen sprechen – wer weiß, was im Herzen eines Menschen geschieht, wenn er einem Gegenüber begegnet dessen Persönlichkeit sich mit der eigenen so elegant und mühelos verbindet? Wer weiß, welcher Schöpfer unser Inneres in Schwingungen versetzt, die sich mit denen eines anderen zu einer harmonischen Melodie verbindet?

Ich versteckte mich im Dunkel der Nacht, hieß mein Herz stille sein. Blickte in meine Abgründe, verhandelte mit Engeln und Teufeln. Wurde zurückgeworfen auf mich selbst. Und weiß nur eins: ihn nicht zu mögen ist unmöglich – ihn zu lieben ist möglich. Wir haben uns angerührt. Versuchen die Masken abzulegen, uns zu sehen, wie wir sind. Herz und Gedanke, nackt und bloß, Seele in der hohlen Hand. Es ist alles was wir haben. Nur er und ich.

Uns nicht zu mögen ist unmöglich – uns zu lieben ist möglich.

Wer kann die Unausweichlichkeit der Liebe besser beschreiben, als Rilke in diesem wundervollen Gedicht? Ich weiß es nicht? Ihn nicht zu mögen ist unmöglich – ihn zu lieben ist möglich.

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