Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Doku’

176. Tag des gregorianischen Kalenders, 177. Tag in Schaltjahren

Wetter Bad Nauheim: Wolken, Sonne, leichte Brise, 19 Grad, 13:09 Uhr

Schlagzeilen:

Schäuble wirft Athen Rückwärtsbewegung vor
Athens Versprechen sind doch Luftnummern
Britische Presse lästert über Gaucks Geschenk
Barack Obama lässt Zwischenruferin entfernen
„Das Schlimmste ist die Pisse im Gesicht“
Wehe dem, der mit diesem Kraut in Kontakt kommt
Ihr Wahnsinnigen
Mieser Job, mieses Leben
Das Kreuz des Südens
„Die Optik macht dich nicht zum Ehrenmann“
Mutter startet Petition#bundesjugendspieleweg

Tagestip-TV: ARTE, 1864 Liebe und Verrat in Zeiten des Krieges, 20:15 Uhr, DOKU-Tipp: ARTE, Xenius, Kryptologie auf den Spuren geheimer Codes, 17:05 Uhr

Namenstag: Dorothea, Heinrich, Wilhelm

Sternzeichen: Krebs

Geburtstag:

Georg Aemilius, deutscher Theologe und Botaniker
Johann Ludwig Ferdinand Arnoldi, deutscher Pädagoge und evangelischer Theologe
Antoni Gaudí, spanischer Architekt
Georges Courteline, französischer Schriftsteller
Heinrich Lüders, deutscher Orientalist und Indologe
Charlotte von Kirschbaum, deutsche Theologin
Wladimir Konstantinowitsch Kokkinaki, sowjetischer Testpilot
Rupert Wildt, deutsch-US-amerikanischer Astronom

Jahrestage:

85 Jahrestag: Nach Inbetriebnahme der Bahnstrecke Brig–Visp verkehrt zwischen Zermatt und St. Moritz erstmals der Glacier-Express.
337 Jahrestag: Elena Lucrezia Cornaro Piscopia erhält als weltweit erste Frau einen Doktortitel in Philosophie.
220 Jahrestag: Zur Lösung des Längenproblems, das die Schifffahrt auf See mit Längengraden hat, entsteht in Frankreich das Bureau des Longitudes.
57 Jahrestag: Die United States Air Force wählt neun Testpiloten – unter ihnen Neil Armstrong – für das Programm „Man In Space Soonest (MISS)“ aus. Es ist die erste Astronautenauswahl in der Geschichte.
109 Jahrestag: Der US-amerikanische Architekt Stanford White wird in einem Eifersuchtsanfall vom Millionär Harry Thaw auf dem Dach des zweiten Madison Square Gardens in New York City erschossen.

Bauernregel: Stich den Spargel nie mehr nach Johanni.

Veranstaltungstipp Bad Nauheim: „Von früh bis spät auf dem Bauernhof“, Vorlesestunde, Stadtbücherei 15:00 Uhr

Persönlicher Kommentar: Zündest du eine Kerze an zwei Enden an, brennt sie heller. Und: Mach nicht andere für dein Glück verantwortlich!

Read Full Post »

164 Tag des gregorianischen Kalenders, 165 Tag in Schaltjahren

Wetter Bad Nauheim: wolkig, kein Wind, 20 Grad, 8:31 Uhr

Schlagzeilen:

Schäuble will Fahrplan für Staatspleiten entwickeln
Polizisten funken Goebbels-Zitat vor G-7-Gipfel
Deutsche möchten Patienten den Zugang zu Cannabis erleichtern
Schröder und Schily ließen sich von kasachischem Diktator und seinen Helfern einspannen
Mini-Trojaner bestiehlt Bankkunden
„Ich möchte hier etwas hinterlassen“
Die kochen auch nur mit Wasser
„Jeder muss mehr als nur eine Sache können“
Vom „Dessous-Modell“ zur Prinzessin von Schweden
Jauch soll „unbelehrbar“ und „uneinsichtig“ sein

Tagestip-TV: Birdy, Servus TV, 22:20, Doku-Tipps: Da wird mir übel, 9:50 Uhr und Michael Mosley: Was ist der Mensch? 12:50 Uhr auf ZDF – Neo, Nostalgie–Tipp: Unter Geiern, MDR, 14:00 Uhr

Namenstag: Antonius, Bernhild

Sternzeichen: Zwilling

Geburtstage:

Innozenz XII. Papst
Karl der Kahle, fränkischer Kaiser
Thomas Young, britischer Physiker und Arzt
Josef Budenz, Sprachwissenschaftler
William Butler Yeats, irischer Dichter
Paavo Nurmi, finnischer Läufer, Olympiasieger
Hermann Stoll, deutscher Geologe und Prähistoriker
Walter Ernsting, deutscher Science-Fiction-Schriftsteller

Jahrestage:

117 Jahrestag: William Ramsay isoliert erstmals durch fraktionierte Destillation von flüssigem Argon das chemische Element und Edelgas Neon.
282 Jahrestag: Die Dänische Westindien-Kompanie erwirbt von Frankreich die Insel Saint Croix in der Karibik.
403 Jahrestag: Matthias wird zum deutschen Kaiser ausgerufen.
160 Jahrestag: Im Rahmen der Pariser Weltausstellung erfolgt die Uraufführung von Giuseppe Verdis Oper Les vêpres siciliennes.
490 Jahrestag: Martin Luther und die ehemalige Nonne Katharina von Bora werden getraut.
107 Jahrestag: In Oregon wird in den Blue Mountains der Malheur National Forest eröffnet.

Bauernregel: Wenn an St. Anton (13.6.) gut Wetter lacht,
St. Peter (29.6.) viel Wasser macht.

Veranstaltungstipp Bad Nauheim: Ein Nachmittag mit Kaiserin Sissi, Stadtmarketing, 14:00 Uhr

Persönlicher Kommentar: Bücher machen süchtig, aber auf die gute Art. Die vielleicht einzig gute Art überhaupt.

Read Full Post »

Das ist also der letzte Beitrag für dieses Jahr 🙂 . Ein bisschen Grusel gefällig? Dann viel Spaß, beim Lesen.

Die Kirchturmuhr schlägt zwölf. Mitternacht. Ich schalte den Fernseher aus. Zeit schlafen zu gehen. Eigentlich wollte ich vor einer Stunde im Bett sein, aber wie das so ist – rumgezappt und hängen geblieben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bei N24 zeigen sie um die Uhrzeit immer Knastdokus aus den USA. Brutal! Meterhohe Mauern und Stacheldraht. Gefangene mit Tattoos und Körpern wie Bodybuilder. Gehalten in Gitterzellen, von allen Seiten einsehbar oder in hermetisch abgeriegelten Kästen aus Sicherheitsglas.

Dagegen sind die Wärter blass und fluffig, wie Weißbrot. Nicht gerade das, was einem zu fünfmal Lebenslänglich verurteilten Serienmörder den Schrecken in die Glieder fahren lässt. Für mich ist das ein Magnet des Grauens. Ich kann nicht abschalten, muss hinsehen. Wie können Menschen es in so einer Maschinerie aushalten? Ein hohler Betonklotz überfüllt mit Leibern, Gerüchen, Stimmen, Geräuschen aus Metall, Neonlicht und Gewalt laden die Atmosphäre auf. Ich würde verrückt. Immer Licht, immer Krach, Körper an Körper. Mir läuft eine Gänsehaut über den Rücken.

Lissi hat sich schon hingelegt. Sie hatte wieder Zoff auf der Arbeit. Ihre blöden Arbeitskolleginnen mobben sie, seit sie zur „Chefsache“ befördert wurde. Eine beschissene Situation. Ändern will sie es auch nicht. Endlich verdient sie mehr Geld, kann schicke Kleider kaufen und mit dem Chef auf Geschäftsreise gehen. Auf den hat sie es seit ersten Tag abgesehen. Eine echte Augenweide, leider verheiratet. Zum Glück bin ich selbstständig und muss mir so einen Kollegenklüngel nicht antun.
Ich gehe ins Bad und putze mir die Zähne. Ob die Gefangenen ihren Mitinsassen Streiche spielen? Mit den Zahnbürsten das Klo putzen oder so? Bei dem Gedanken wird mir übel. Ich spüle mir den Mund mit Fresh Minze aus. Vor der Tür höre ich schnelle Schritte. Lissi kann wohl nicht schlafen? Ich strecke den Kopf zur Tür hinaus. Nichts zu sehen? Ich muss mich verhört haben, rede ich mir ein.

Bevor ich in mein Zimmer gehe, schaue ich kurz bei Lissi rein. Sicher ist sicher. Ein langer Lichtschein vom Flur fällt in ihr Zimmer. Mein Schatten ist drei Meter lang. Lissis Bett ist zerwühlt, aber sie liegt nicht darin. Gibt`s doch nicht. Ich lausche. Nichts zu hören. Wach ich oder träum ich? Ich kneif mir in den Arm. Mist, das tut weh!

„Lissi, verdammt, wo steckst du?“, rufe ich.

Nichts rührt sich. Die anderen Zimmer liegen still und dunkel da. Ob Lissi schlafwandelt? Diese Phänomene können durch psychische Anspannung ausgelöst werden. Hatte ich als Kind auch mal. Als meine Mutter abgehauen ist und mich und meine Brüder bei Verwandten zurückließ. Aber darum geht’s ja gerade nicht. Wo kann Lissi bloß sein? Die Wohnungstür ist verschlossen. Fest. Zweimal. Habe ich gerade gescheckt. Scheiße! Kann man einen Menschen in seiner eigenen Wohnung verlieren?

Im Wohnzimmer höre ich plötzlich Stimmen. Das unangenehme Gefühl in meinem Bauch zieht sich immer mehr zu einem dicken Knäul zusammen. Vorsichtig gehe ich zur Tür und öffne sie sacht. Ich atme auf. Die flimmernden Schattenwürfe und die Stimmen kommen vom Fernseher. Alles kein Hexenwerk. Ist von allein angegangen. Kann vorkommen. Hab ich schon erlebt. Bei meiner Nachttischlampe. Wackelkontakt, kosmische Störungen, was weiß ich. Werde morgen beim Fernsehfritzen anrufen, der soll sich das Gerät mal anschauen. Vielleicht sollten wir gleich einen neuen kaufen. Röhrengeräte sind so was von out.
Wo ist die Fernbedienung? Habe ich wohl vorhin auf`s Sofa geworfen. Am besten ich ziehe den Stecker. Ist sicherer. Nicht das der durchschmort und abbrennt, während ich schlafe.

„Kathy! Kathy!“

Das ist Lissi! Wo ist sie und warum schreit die so? Ich tauche zwischen den Sofakissen auf, die Fernbedienung in der Hand.

„Lissi! Wo bist du?“

„Hier!“, brüllt sie hysterisch.

Ich höre dumpfes Tok-Tok. Mein Blick fällt auf den Fernsehbildschirm. Das kann nicht sein! Unmöglich! Katrin steht im Pyjama in einer Zelle im Hochsicherheitstrakt in dem die Todeskandidaten untergebracht sind. Sie donnert mit den Fäusten gegen die Innenseite des Fernsehers. Dabei lässt sie den bulligen Gefangenen, der ihr mit einem tückischen Grinsen näher kommt, nicht aus den Augen. Ich erkenne ihn wieder. Das ist der Kerl, den sie vorhin in der Doku gezeigt haben. Der hat zehn Frauen vergewaltigt und umgebracht. Von denen sie wissen. Ein Irrer! Psychopath, Soziopath. Ich schätze, ich habe bei „Criminal Minds“ nicht aufgepasst. Was ist hier los!

„Bist du es wirklich?“

„Was denkst du?! Kannst du nicht gucken?!“, schreit Lissi außer sich.

„Lissi, komm da raus. Sofort!“, brülle ich.

„Wie denn?!“

„Keine Ahnung! Wie bist du darein gekommen?“

„Weiß auch nicht. Hol mich raus! Jetzt!“

Lissi fängt an zu heulen. Ich krieg`ne Gänsehaut und Panik. Der Häftling lacht. Er steht dicht hinter ihr. Er sagt etwas, dass ich nicht verstehe. Scheiße, was kann ich tun.

„Soll ich ausschalten?“, schreie ich.

„Nein! Bloß nicht. Tu irgendwas!“

„Aber was?“

Das Grauen lähmt mich. Ich stehe hilflos da und sehe zu, wie der Kerl Lissi in eine Ecke drängt und ihr die Kleider vom Leib reißt. Sie tritt und schlägt, schreit wie von Sinnen. Oh Gott, was kann ich tun? Ich dreh gleich durch.

„Ich rufe jetzt in dem Gefängnis an. Halte durch!“

Die denken bestimmt, da ist`ne Bekloppte am Telefon, sollte ich es überhaupt schaffen nach Amerika durchzukommen. Aber was Besseres fällt mir nicht ein. Ich stürze zum Telefon. Jemand packt mich am Shirt, reißt mich zurück und hält mich im Würgegriff.

„Du rufst nirgendwo an, Schätzchen“, höre ich eine bösartige Stimme an meinem Ohr. „ich will auch ein bisschen Spaß haben.“

Alles Liebe und einen guten Start ins Jahr 2015! Mit vielen kreativen Stunden und Inspirationen!

Eure Caro

Read Full Post »

Die Kirchturmuhr schlägt zwölf. Mitternacht. Ich schalte den Fernseher aus. Zeit schlafen zu gehen. Eigentlich wollte ich vor einer Stunde im Bett sein, aber wie das so ist – rumgezappt und hängen geblieben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bei N24 zeigen sie um die Uhrzeit immer Knastdokus aus den USA. Brutal! Meterhohe Mauern und Stacheldraht. Gefangene mit Tattoos und Körpern wie Bodybuilder. Gehalten in offenen Zellen, von allen Seiten einsehbar oder in hermetisch abgeriegelten Kästen aus Sicherheitsglas.

Dagegen sind die Wärter blass und fluffig, wie Weißbrot. Nicht gerade das, was einem zu fünfmal Lebenslänglich verurteilten Serienmörder den Schrecken in die Glieder fahren lässt. Für mich ist das ein Magnet des Grauens. Ich kann nicht abschalten, muss hinsehen. Wie können Menschen es in so einer Maschinerie aushalten? Ein hohler Betonklotz angefüllt mit Leibern, Gerüchen, Stimmen, Geräuschen aus Metall, Neonlicht und Gewalt. Ich würde verrückt. Immer Licht, immer Krach, Körper an Körper. Mir läuft eine Gänsehaut über den Rücken.

Lissi hat sich schon hingelegt. Sie hatte wieder Zoff auf der Arbeit. Ihre blöden Arbeitskolleginnen mobben sie, seit sie zur „Chefsache“ befördert wurde. Eine beschissene Situation. Aber ändern will sie es aber nicht. Sie verdient endlich mehr Geld, kann schicke Kleider kaufen und mit dem Chef auf Geschäftsreise gehen. Auf den hat sie es seit ersten Tag abgesehen. Zum Glück bin ich selbstständig und muss mir so einen Kollegenklüngel nicht antun.

Ich gehe ins Bad und putze mir die Zähne. Ob die Gefangenen ihren Mitinsassen Streiche spielen? Mit den Zahnbürsten das Klo putzen oder so? Bei dem Gedanken wird mir übel und ich spüle mir den Mund mit Fresh Minze aus. Vor der Tür höre ich schnelle Schritte. Lissi kann wohl nicht schlafen? Ich strecke den Kopf zur Tür hinaus. Nichts zu sehen? Ich muss mich verhört haben, rede ich mir ein.

Bevor ich in mein Zimmer gehe, schaue ich kurz bei Lissi rein. Sicher ist sicher. Ein langer Lichtschein vom Flur fällt in ihr Zimmer. Mein Schatten ist drei Meter lang. Lissis Bett ist zerwühlt, aber sie liegt nicht drin. Gibt`s doch nicht. Ich lausche. Nichts zu hören. Wach ich oder träum ich? Ich kneif mich in den Arm. Mist, das tut weh!

„Lissi, verdammt, wo steckst du?“, rufe ich.

Nichts rührt sich. Die anderen Zimmer liegen still und dunkel da. Ob Lissi schlafwandelt? Diese Phänomene können durch psychische Anspannung ausgelöst werden. Hatte ich als Kind auch mal. Als meine Mutter abgehauen ist und mich und meine Brüder bei Verwandten zurückließ. Aber darum geht’s ja gerade nicht. Wo kann Lissi bloß sein? Also die Wohnungstür ist verschlossen. Fest. Zweimal. Habe ich gerade gescheckt. Scheiße! Kann man einen Menschen in seiner eigenen Wohnung verlieren?

Im Wohnzimmer höre ich plötzlich Stimmen. Das unangenehme Gefühl in meinem Bauch zieht sich immer mehr zu einem dicken Knäul zusammen. Vorsichtig gehe ich zur Tür und drücke sie auf. Ich atme auf. Die flimmernden Schattenwürfe und die Stimmen kommen vom Fernseher. Alles kein Hexenwerk. Ist von allein angegangen. Kann vorkommen. Hab ich schon erlebt. Bei meiner Nachttischlampe. Wackelkontakt, kosmische Störungen, was weiß ich. Werde morgen beim Fernsehfritzen anrufen, der soll sich das Gerät mal anschauen. Vielleicht sollten wir gleich einen neuen kaufen. Röhrengeräte sind so was von out.
Wo ist die Fernbedienung? Habe ich wohl vorhin auf`s Sofa geworfen. Am besten ich ziehe den Stecker. Ist sicherer. Nicht das der durchschmort und abbrennt, während ich schlafe.

„Kathy! Kathy“

Das ist Lissi! Warum schreit die so? Ich tauche zwischen den Sofakissen auf, die Fernbedienung in der Hand.

„Lissi! Wo bist du?“

„Hier!“

Mein Blick fällt auf den Fernsehbildschirm. Das kann nicht sein! Unmöglich! Katrin steht im Schlafanzug in einer der Zellen im Hochsicherheitstrakt in dem die Todeskandidaten untergebracht sind. Sie lässt den bulligen Gefangenen, der mit einem tückischen Grinsen näher kommt, nicht aus den Augen. Das ist doch der Kerl, der 10 Frauen umgebracht hat, von denen sie wissen. Ein Irrer! Psychopath, Soziopath. Ich schätze, ich habe bei „Criminal Minds“ nicht aufgepasst. Was ist hier los!

„Bist du es wirklich?“

„Was denkst du?! Kannst du nicht gucken?“, schreit Lissi außer sich.

„Lissi, komm da raus. Sofort!“, brülle ich.

„Wie denn?“, schreit sie zurück.

„Keine Ahnung! Wie bist du darein gekommen?“

„Weiß auch nicht. Hol mich raus! Jetzt!“

Lissi fängt an zu heulen. Der Häftling lacht. Er sagt etwas, dass ich nicht verstehe. Scheiße, was kann ich tun?

„Soll ich ausschalten?“, schreie ich.

„Nein! Bloß nicht. Tu irgendwas!“

„Aber was?“

Die Panik lähmt mich. Ich stehe hilflos da und sehe, wie der Kerl Lissi in eine Ecke drängt und ihr die Kleider vom Leib reißt. Sie tritt und schlägt, schreit wie von Sinnen. Oh Gott, was kann ich tun? Ich dreh gleich durch.

„Ich rufe in dem Gefängnis an. Halte durch!“

Die denken bestimmt, da ist`ne Bekloppte am Telefon, sollte ich es überhaupt schaffen nach Amerika durchzukommen. Aber was Besseres fällt mir nicht ein. Ich stürze zum Telefon. Jemand packt mich am Shirt und reißt mich zurück.

„Du rufst nirgendwo an, Schätzchen“, höre ich eine bösartige Stimme an meinem Ohr. „ich will auch ein bisschen Spaß haben.“

 

Der Text entstand beim Freitagsschreiben. Die markierten Sätze sollten in den Text einfließen. Und das vorherrschende Gefühl im Text sollte „Entsetzen“ sein.

Read Full Post »

Heute gab es einen Bericht von Marianne von Werefkin auf Arte. Sie war eine russische Malerin, verliebte sich in einen Maler. Für ihn opferte sie sich über 10 Jahre auf. Stellte alles zurück, damit er der Maler werden konnte, der in ihm steckte. Sie ertrug eine Geliebte die zwei Kinder von ihm bekam, sie ertrug ihre selbst auferlegte Untätigkeit. Sperrte ihre Kreativität ein. Aus Pflichtgefühl. Aus Liebe.

Sie lernte einen Mann kennen, der sie verehrte. Er sagte ihr: Der Künstler ist nicht tot, machen sie sich einfach an die Arbeit. Danach machte sie sich an die Arbeit und die eingesperrte Kreativität explodierte. Sie malte sich alles von der Seele. Eine wahre Farbexplosion. Eigentlich bin ich eher den alten Meistern zu geneigt, aber die Bilder von Marianne haben mich tief beeindruckt. Echtes Gänsehautpotenzial.

Die Doku hat mich total erschüttert. Wie ist es möglich, dass man so gegen seine Natur handeln kann? Sich selbst einsperren? Andererseits habe ich mich auch selbst blockiert und es wurde erst besser nachdem ich meine Denkweise geändert habe. – Nicht werten, was ich schreibe, sondern freuen, dass ich schreibe. – Aber ich weiß, welche Qual es ist, seine Gedanken nicht ausdrücken zu können. Diesen Sturm im Kopf aushalten zu müssen, ohne ihn aufs Papier bannen zu können.

Seit ich mich entspanne und meinen Fokus auf das Schreiben an sich gelegt habe, mich nicht mehr zwinge DAS zu schreiben, sondern ETWAS zu schreiben, um einfach meiner Idee Ausdruck zu verleihen und meinen Kopf frei zu machen, seitdem ist das Arbeiten leicht geworden. Ich habe selten solche Leichtigkeit mit meinem Schreiben erlebt.

Ich habe keine Angst mehr, dass ich irgendetwas vergessen könnte. Ich schreibe auf, was mir ihm Kopf rum geht, mache mir etwaige Notizen, die ich dazu habe und lege den Text beruhigt ab. Dann gehe ich wieder an meine Hauptarbeit. Früher ging dann die Panik los – schreibe ich jetzt da oder da weiter, was zu erst, warum, ist das wichtig, ist das gut und all die „schönen“ anderen Dinge, die mir mein Kritiker so zuflüstert – heute nicht mehr. Der Kritiker kann mich mal gerne haben 🙂 ! Ich schreibe, weil ich es gut kann. Ich schreibe, weil es mich glücklich macht. Ich werde „die Fäden“ meiner Geschichten wiederfinden. Basta!

Ich habe mich damit abgefunden, dass ich nicht lange genug leben werde, um alles aufzuschreiben, was mir im Kopf rumgeht, aus jedem Fragment eine ganze Geschichte zu machen. Aber das ist OK. Ich sehe die Dinge einfach anders. Statt Frust zu schieben, und mich zu blockieren, freue ich mich einfach nur, dass da soviel ist, aus dem ich schöpfen kann. Es wird immer da sein. Und wenn ich mal keine Ideen mehr habe, dann kann ich mir meine Text-Fragmente anschauen und daran schreiben.

Als ich den Bericht sah, dachte ich, wie schrecklich irre es sein muss zehn Jahre dieses ungeheure Potenzial in sich zu verschließen. Kann man einen Fluss einsperren? Eine Weile. Irgendwann sprengt der Fluss die Mauern. Die Natur erobert sich ihr Terrain zurück. Immer. Zum Glück!

Manchmal bekomme ich beinahe Angst vor mir selbst, weil ich die Dinge plötzlich so klar sehe und mich nicht davor fürchte. Aber es ist nicht lebensbedrohlich klar zu sehen. Es hilft sich selbst zu erkennen. Das Schreiben hilft dabei, und Zufriedenheit. Zufrieden sein mit dem, was man tut und dem, was man ist. Die beste Möglichkeit Dinge zu verändern ist bei sich anzufangen. Will ich, dass mich jemand mag, dann sollte ich andere mögen. Will ich einen Roman schreiben, dann sollte ich stetig daran arbeiten und das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Will ich glücklich sein, dann sollte ich mich auf das konzentrieren, was mich glücklich macht.

Es kann so einfach sein, und scheint doch so schwer. Die Hektik des Alltags, die Notwendigkeit Geld zu verdienen, der Wunsch mehr Geld zu verdienen, die Freizeit mit super wichtigen Dingen vollzustopfen usw. Dabei ist es einfach nur schön, den Tag nicht nur zu nutzen – sondern den Tag zu lieben. Das Leben zu schätzen. Zeit. Es kann uns schnell ein Unglück ereilen. Ich habe es erlebt. Mein Bruder hatte noch so viel vor. Ich wünschte mir, er könnte mich sehen. Er würde sich freuen. Da bin ich sicher.

Wir (mein anderer Bruder und ich) haben uns damals geschworen – wir machen nur noch, was wir wollen und gut für uns ist – und so soll es sein. Nie wieder meine Ideen einsperren, mich selbst blockieren. Die Zeit, die blieb nutzen für das Schöne. Meine Traumwelten erschaffen aus Liebe.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: