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Posts Tagged ‘Dachgeschoss’

Lulu öffnete die Schublade ihrer Kommode und nahm die kostbaren Seidenstrümpfe heraus. Vorsichtig zog sie sie über ihre schlanken Beine und knüpfte den Strumpfhalter an den verstärkten Rand. Danach stellte sie sich mit dem Rücken zu dem großen Ankleidespiegel und prüfte die Naht. Sie lief gerade über ihre Waden die Schenkel hinauf. Perfekt. Dann warf sie sich das hauchzarte Seidenkleid über, das ihre üppigen Kurven hervorragend zu Geltung brachte. Es ließ Fantasie kaum Spielraum. Lulu schlüpfte in die handschuhweichen Wildlederpumps und betrachtete ein letztes Mal ihr Spiegelbild. Sie war von sich selbst entzückt. Lulus jugendliches Gesicht strahlte Natürlichkeit und Unschuld aus, die ihr geschmeidiger Körper Lügen strafte.

Der alte Lord Yardley hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass es nicht ihr Schaden sein würde, wenn sie ihm ihre Gunst schenkte. Und Lulu war sehr interessiert seine Großzügigkeit zu genießen. Heute Abend fraß er ihr aus der Hand. Sie erinnerte sich an ein Sprichwort, das sinngemäß bedeutete, dass man mit seinen Pfunden wuchern sollte und ihr Talent war ihre Verführungskunst, die sie im Laufe der Zeit zur Meisterschaft gebracht hatte.

Das bezahlte Taxi hupte und Lulu stieg die steile Treppe aus dem Dachgeschoss hinunter. Als der Fahrer sie sah, sprang er eilfertig aus dem Auto und riss die hintere Seitentür auf.
„Bitte Miss!“

Er starrte sie unverhohlen an. Lulu lächelte. Sie war an die Blicke gewöhnt. Im Grunde waren Männer leicht zu durchschauen. Ein volles Dekolleté, Taille, praller Po und lange Beine. Dazu ein naives Lächeln und schon hingen sie am Haken. Frau durfte nur nicht zeigen, dass sie es wusste. Männer mochten es nicht, wenn eine Frau ihnen überlegen war, also behielt Lulu es besser für sich.

Der Taxifahrer fädelte sich in den Verkehr ein. Immer wieder blickte er in den Rückspiegel. Was für eine Frau. Eine Haut wie frischer Schnee und die Rundungen, die sich unter ihrem Kleid abzeichneten, machten ihn atemlos. Sie wollte ins „Chez Albert“. Es war der eleganteste Nachtclub der Stadt. Er passte zu ihr. Diese Frau spielte in einer anderen Liga. Ein unangenehmes Gefühl von Ohnmacht füllte seinen Bauch. Niemals würde er es sich leisten können so ein Luxusgeschöpf zu besitzen.
Als er vor dem Club hielt, öffnete einer der livrierten Pagen die Wagentür und verwehrte ihm einen letzten Blick auf sie zu werfen.

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