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Thema: Dialog II

„Wie willst du ihm beibringen, dass du ihn nicht mehr liebst?“

Ich zuckte mit den Schultern und sah Sandy ratlos an.

„Wie soll man einem Menschen beibringen, dass man ihn nicht mehr liebt, obwohl im Grunde nichts passiert ist, dass dies hervorgerufen hat?“

Sie seufzte, sah aus dem Fenster des kleinen Cafes auf die regennasse Straße und murmelte:

„Doch, Lea, die Zeit. Die Zeit ist passiert.“

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In dem Café

„Hoch-über-der-Stadt“,

Nahe dem Turm

Mit dem goldenen Zifferblatt

 

Saß ein Liebespaar,

Hand in Hand,

Und er schwieg und er sah,

Und sie sah und verstand.

 

In dem Café

Hoch über der Stadt,

Wo es Wolken und

Sonne hat,

 

Ziehen die Wege fort

Über Land,

Pappeln stehen

Am Wegesrand,

 

Und die Welt ist

Wehend und weit!

Nahe dem Turm

Mit der goldenen Zeit

 

Saß ein Liebespaar,

Hand in Hand,

Und sie sah und sie schwieg –

Und er schwieg und verstand.

                                       J.R.Becher

 

Heute Morgen habe ich einen kleinen Abstecher zum Bücherflohmarkt gemacht und in einem Gedichtband – „Ich denke dein“ – dieses hübsche Gedicht gefunden.

 

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Aufgabe 1: Schreibe eine Liste mit Stichworten, die dich an den gestrigen Tag erinnern:

Bücherei, Laugenstange Camembert, Fluss, Quelle, römisches Moasik, Statuen, Park, Brunnen, Fontäne, Enten, Cafe, Lesung, Vernissage, Treppe, Müdigkeit, Katze, Ring, ein Wort gibt das andere, demokratische Abstimmung, rotes Auto, es muss rot sein, Traurigkeit, Erschöpfung, Kurort, Drogerie, kühl, blonde Frau im engen rosa Top, Geruch von Bratwurst, hier stehe ich richtig, Allegria, Brief einwerfen, Umweg, Geld leihen, alte Liebe, neue Problem, hier habe ich nichts verloren, ich hatte noch kein Konzept, ich kenne viele Maler,

Aufgabe 2: Schreibe einen Text, mit einem oder mehreren Details aus der Liste.

„Es muss das Rote sein!“

Noras Stimme klang leicht hytserisch. Sie drehte sich vor dem großen Spiegel und schüttelte den Kopf. Es war die zehnte Robe, die sie anprobierte.

„Hätte ich das Rote nur gleich gekauft, als ich es im Schaufenster sah!“

Die Verkäuferin sah mich ratlos an, besagtes Kleid war für eine andere Dame reserviert worden. Ich zuckte bedauernd mit den Schultern. Es brauchte nur noch den einen kleinen Tropfen, bis sich Nora in eine ihrer selbstgebastelten Krisen hineingesteigert hätte.

„Nora, ich bitte dich“, sagte ich streng, „du weißt genau, dass Frederick verheiratet ist. Er wird seine Frau mitbringen – glaubst du wirklich, es wäre gut dermaßen aufzufallen?“

Ich nahm einen Schluck Kaffee und schlug die Beine übereinander. Frederick war ihre große Liebe – gewesen. Eigentlich. Leider hatte der Umstand, dass er vor kurzem heiratete, nicht gerade ein Grund ihn aus Noras Gedanken zu verbannen. Sie sah mich mit verständnislosem Blick an.

„Das ist mir egal! Diese Tussi, die er seine Frau nennt, ist zwanzig Jahre jünger!“, geräuschvoll zog sie den Vorhang der Umkleidekabine zu, „ich werde auffallen! Er soll sehen, was er für dieses Kücken weggeworfen hat.“

Ich verkniff mir zu sagen, dass sie damals sehr unzufrieden mit der Beziehung gewesen war. O-Ton: „Wenn er nicht aufhört sich wie ein Single zu benehmen, kann er gehen.“ Und dass das Kücken, das erste von dreien war, bis er das vierte heiratete.

„Ich habe dein Seufzen gehört!“, ertönte Noras dumpfe Stimme hinter dem Behang.

„Das kannst du gar nicht“, erwiderte ich, „es war nur in meinen Gedanken.“

„Siehst du, ich wusste es!“, sie zog den Vorhang auf, „so kann ich nicht gehen!“

Nora trat aus der Umkleidekabine. Das figurbetonte dunkelblaue Kleid, mit tiefem Rückenausschnitt und Schlitz sah fantastisch an ihr aus. Sie hatte die Figur eines Modells und manchmal auch die Allüren.

„Du siehst noch in einem Sack besser aus, als alle Frauen die ich kenne“, stellte ich neidlos fest.

„Du musst so was sagen, du bist meine Freundin“, sagte sie und zog kritisch die Augenbrauen zusammen.

„Wenn es dich glücklich macht, dass zu denken, bitte. Ich hindere dich nicht dran.“

Ich nahm ein Keks von dem kleinen Silbertablett und steckte es genüsslich in den Mund. Mit Nora in dieser Situation zu diskutieren brachte überhaupt nichts. Das musste ich aussitzen.

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„Hast du das gesehen?“

„Nein? Was?“

Ich blickte irritiert aus dem Fenster des Cafes und sah Autos und Menschen hinterher, die in einem nicht enden wollenden Strom an uns vorbei rauschten.

„Da war Matthias Schweighöfer!“, Sannes Stimme schnappte fast über. Sie sprang auf und griff nach ihrer Tasche. „Kannst du meinen Kaffee mitbezahlen? Ich muss hinterher, vielleicht krieg ich ein Autogramm. Wir treffen uns nachher im Hotel.“

Und weg war sie. Ich schüttelte den Kopf. Berlinale! Toll! Genau die richtige Zeit Berlin einen Besuch abzustatten. Wenn die Stadt überfüllt und die Promidichte mindestens 200 Prozent höher war, als sowieso schon. Aber was tut man nicht alles für eine Freundin?

Immerhin hatte ich nun Zeit in Ruhe zu lesen und etwas zu schreiben. Trotz Sannes Prominenten-Hatz hatte ich schon einiges von Berlin gesehen. Das Wetter war herrlich und am Nachmittag wollte ich zum Wannsee hinausfahren. Sanne war für die nächsten Stunden beschäftigt und würde mich bestimmt nicht vermissen.

„Entschuldigen sie“, sagte eine angenehme Stimme und ich sah auf, „darf ich mich zu ihnen setzen? Leider ist alles besetzt und ich habe gesehen, dass der Platz gerade frei geworden ist.“

Zwei blaue Augen strahlten und ein sinnlicher Mund lächelte mich aus einem markanten Gesicht an. Ich nickte und machte eine generöse Geste.

„Gerne. Im Moment ist geht es in Berlin ziemlich verrückt zu. Ich bin eigentlich zur falschen Zeit hier.“

Er setzte sich und winkte dem Kellner.

„Darf ich sie zu einem Kaffee und einem Stück Kuchen einladen? Damit sie nicht einen gar so schlechten Eindruck meiner Heimatstadt haben.“

Ich errötete.

„Danke schön, sehr gerne. Es tut mir leid, wenn sie denken ich hätte eine schlechte Meinung von Berlin, aber ich gebe zu, ich stürze mich nicht so gerne in hysterische Menschenmassen.“

Er lachte.

„Zwei Latte Macchiato“, bestellte er, „und zwei Stück Käsekuchen.“ Dann wandte er sich wieder an mich, „ihre Freundin schon. Ich bin übrigens Tom.“

„Freut mich sehr, Tom. Mein Name ist Lea. Ja, Sanne liebt die Promis. Einmal über den roten Teppich“, ich grinste, „am liebsten mit Brad Pitt. Aber ich fürchte, da kratzt Angelina ihr die Augen aus.“

„Das befürchte ich auch“, Tom schmunzelte, „und was haben sie noch vor, nachdem sie schnöde für Matthias Schweighöfer im Stich gelassen wurden?“

Der Kellner servierte den Kaffee und den Kuchen.

„Ich hatte an den Wannsee gedacht, bei dem fantastischen Wetter.“

„Eine gute Wahl. Wäre es vermessen sie zu fragen, ob ich sie begleiten darf?“

Tom nippte an seinem Kaffee, ohne den Blick von mir abzuwenden. Ich errötete wieder. Sannes dramatischer Abgang hatte mir einen Gentleman beschert.

„Das würde mich sehr freuen.“

„Ich verspreche ihnen, sie werden es nicht bereuen.“

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Großreinemachen und gute Vorsätze müssen sich nicht ausschließen – können sie aber. Wenn das Reinmachen zu den Vorsätzen gehört, super – wenn nicht – kann auch super sein, muss es aber nicht. Das Großreinemachen gehörte Ende 2015 nicht zu meinen guten Vorsätzen, es schlich sich eher so peu a peu ein.

Drei Tage an der See – Wolken, eisiger Wind, ungestüme Wellen und Einsamkeit.

Eck. Dünen 2

Angenehme Einsamkeit in einer wunderschönen roten Backsteinkirche,

Nicolai Kirche 6

in der es nach Tanne duftete, einem liebvoll eingerichteten Heimatmuseum,

Eckernförde, Museum am Markt 1

das einen Dichter und Philosophen sein eigen nennt, und in gemütlichen Cafes mit aromatischem Kaffee und leckerem Gebäck.

Cafe Heldt innen

Abends saß ich in einem heimeligen Gästezimmer, mit meinem neuen Buch, das ich mir als Reiseandenken gekauft hatte, meinem Laptop, meiner Musik und einem Zeitungsartikel in dem es um: „Neue Visionen deines Lebens“ ging und meinen Gedanken.

Kiel, Unterkunft 7

Seit über zehn Jahre schreibe ich. Es ist ein besonderer Teil meines Lebens. Schreiben macht mich glücklich. Ich schreibe jeden Tag und gerne. Aber es gibt auch andere Sachen, die ich gerne tue und die ich vernachlässigt habe. Eine davon ist Zeit zu haben, ohne Druck im Nacken. Zu lesen und mich in den Stoff zu vertiefen, nähen, häkeln, spazieren gehen, fotografieren, Ideen nachgehen, Notizen machen – einfach mal so – ohne zu wissen wohin es führt.

Natürlich gibt es die Idee zu einem neuen Roman. Notizen, einige Skizzen, Personen, den Ort. Und doch – es ist das erste Mal, seit langem, dass ich es nicht eilig habe. Angenehm. Aufatmen. Es wird geschrieben, wenn es so sein soll. Keine Eile, nichts überstürzen. Leben. Leben um zu schreiben. Es wird Zeit die Dinge anders anzugehen.

Konstantin Paustowski schrieb: „Die Fähigkeit, das Leben als etwas ständig Neues zu empfinden, ist jener fruchtbare Boden, auf dem die Kunst erblüht und reift.“

Ich will nicht schreiben müssen. Ich möchte schreiben wollen. Das kommt wieder. Ich kenne die Phasen. Doch diese Phase ist frei gewählt. Ich will mich ausklinken, will sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen. Ich will mich nicht quälen, um meine Fähigkeiten als Schriftstellerin unter Beweis zu stellen oder mich abwatschen zu lassen. Ich die meiste Zeit meines Lebens in der Pflicht und gerade jetzt ist es an der Zeit nicht in der Pflicht zu sein oder nur, wenn ich es für richtig halte.

Wenn es Zeit ist, möchte ich schreiben wollen. Bis dahin will ich leben, mich mit dem Strom dahin gleiten lassen und einfach ich sein.

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Leo streifte ziellos durch die Stadt, ließ sich treiben. Betrachtete die Menschen, die Häuser, Parks. Es war seine Art sich einem fremden Ort zu nähern. Zufällig entdeckte er das kleine Café im Hinterhof eines imposanten Altbaus. Er bestellte einen Cappuccino und genoss den warmen Spätsommertag im Schatten einer Magnolie. Erst las er eine Weile in dem neuen Bestseller von Dan Brown, doch er konnte sich nicht konzentrieren. Leo wurde das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Unauffällig ließ er den Blick schweifen, konnte aber niemand entdecken.

Er klappte das Buch zu. Hob den Blick. Auf der Dachterrasse des Hinterhauses stand jemand. Eine Frau. Sie betrachtete ihn interessiert. Als sie bemerkte, dass Leo sie entdeckt hatte, lächelte sie ihm zu. Ihre langen blonden Haare glänzten in der Sonne und die schlanke Gestalt wurde nur von einem dünnen Pareo verhüllt, den sie über der Brust geknotet hatte.

Sie hob die Hand und gab Leo einen Wink. Sein Herz schlug schneller, als sie langsam den Knoten löste, sich umdrehte und langsam zurück in die Wohnung ging. Leo konnte einen Blick auf einen nahtlos gebräunten Po werfen. Bevor sie ganz verschwand, wandte sie noch einmal den Kopf und lockte ihn mit einem Finger. Leo warf alle Bedenken über Bord und stand auf. So eine Gelegenheit durfte er sich nicht entgehen lassen. Er zog den Ehering vom Finger und steckte ihn ihn die Hosentasche.

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Am letzten Wochenende durfte ich einen lieben Blog-Kollegen und wunderbaren Künstler Michael Ludwig bei seiner Premierenausstellung persönlich kennenlernen. Ihr seht uns vor einer der Ausstellungswände. Die ausdrucksstarken Bilder sprechen für sich. Interessante Titel ergänzen die Gemälde, die alle eine eigene Geschichte erzählen, je nach Fantasie des Betrachters.

Michael und Caro

Seit ich Michaels  Schmuckarbeiten das erste Mal gesehen habe, bin ich ein großer Fan. Es ist faszinierend was für detailreiche Kreationen er aus Lavezstein, Alabaster, Muscheln und Kristallen (und mehr) entwickelt. Denjenigen, für die das Material in der Schmuckfertigung ungewohnt und neu ist, traut euch. Die Ringe sind angenehm zu tragen, das glatte Material fühlt sich gut an und nach kurzer Gewöhnung merkt man kaum, dass man ihn am Finger hat.

Ring

Dieser tolle Ring aus Michaels Händen war sogar mit mir auf dem Laufsteg. Und meine Sammlung seiner Arbeiten wurde um ein weiteres Stück erweitert, dass ich bei der Vernissage erwerben durfte. Michaels Bilder haben ihre eigene Magie. Ich habe das Bild gesehen und wusste, das passt zu mir.

Das Gemälde trägt den Titel „Nachtwäsche“ und besteht aus dem Bild und einem dazugehörigen Schmuckstück. Es steht eine Armlänge von meinem Arbeitsplatz am PC entfernt. Inzwischen habe ich mich schon durch zwei Bilder von Michael zu Texten inspirieren lassen, ich bin sicher, es kommen noch einige dazu.

Nachtwäsche

Der Clou an diesem Kunstwerk ist, dass man nach Belieben Schmuck und Bild trennen kann, um den Schmuck zu tragen (oder das Kunstwerk im Original zu belassen) und je nach Gusto ein anderes Schmuckstück hinzufügen.

Der Ausstellungsort liegt im Herzen Kölns. Weidengasse 56, nähe Hansering und ist ein sehr gemütliches Café mit dem klangvollen Namen: Westflügel, das kleine Lokal. Der Kaffee ist hervorragend und es gibt vegane Spezialitäten. Sehr zu empfehlen!

Die Ausstellung läuft bis zum 8.November 2015. (Montag Ruhetag, Dienstag bis Samstag 9:00 – 19:30 Uhr, Sonntag 9:00 – 17:00 Uhr)

Ich möchte euch den Besuch im Westflügel sehr empfehlen. Genießt einen Kaffee, lasst eure Blicke schweifen und euch inspirieren. Jedes Stück ist ein Unikat.

Wer keine Möglichkeit hat, aus Zeit oder Entfernungsgründen, kann sich auf Michaels Website umschauen und seine Arbeiten bewundern.

Malerei trifft Schmuck, Künstler Michael Ludwig

 

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Sonntag, 12.07.2015

Ein herrlicher Morgen, den ich eigentlich in meinem Lieblingscafé verbringen wollte – mich mal wieder ein bisschen wie Hemingway fühlen. Stattdessen sitze ich auf dem Balkon, was gewiss seinen Reiz hat, bei diesem fantastischen Wetter, mit Kaffee, Büchern und Laptop und pflege meine Erkältung. Eingemummelt, mit laufender Nase und einem Kopf voll Watte.

Dabei hatte ich viel vor. Zwei Texte für Ausschreibungen „erledigen“, eine Charakterstudie erstellen – von einem zugegeben sehr skurrilen Herrn, dem ich bei einer bekannten Supermarktkette begegnete. Solche Gelegenheiten darf sich ein Autor nicht entgehen lassen.

Außerdem wollte ich einen eloquenten, vor Witz sprühenden Text über „das liederliche Leben eines Schriftstellers“ verfassen – im Café wäre das ein Leichtes gewesen – aber mit triefender Nase, gläsernen Augen und im Schlabberlook stellt dies eine schier nicht zu bewältigenden Aufgabe dar.

Dafür singt Marvin Gay „Hey, what`s going on“ – das wüsste ich auch zu gerne.

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Sie steht vor dem Brautmodengeschäft. Sieht sich das Traumkleid aus Tüll und Perlenstickerei an. Drinnen berät eine Verkäuferin im dunkeln Kostüm vier Frauen. Sie sind ausgelassen, trinken Sekt.

Bei ihrer ersten Hochzeit hatte sie nicht genug Geld. Sie war jung. Gerade Neunzehn.

Bei der zweiten Eheschließung fand sie es nicht mehr passend. Sie war keine jungfräuliche Braut. Fand es Quatsch, dass Paare in der letzten Nacht vor der Hochzeit getrennt schliefen, obwohl sie seit Jahren durch die Betten turnten.

Beim dritten Mal war es nur für sie. Ihre Kinder waren dabei und zwei Trauzeugen. Es war ein warmer Tag im August. Die Standesbeamtin hielt eine schöne Rede. Persönlich. Er sah sie an, hatte Tränen in den Augen. Für ihn war es der Wunsch nach einer eigenen Familie. Für sie, endlich anzukommen. Später am Abend saßen sie in dem kleinen Café. Eine Liveband spielte. Er hielt sie im Arm. Vertraut, sicher, liebevoll.

Sie steht vor dem Brautmodengeschäft. Erinnert sich, als wäre es gestern gewesen. Sie sieht sich das Traumkleid aus Tüll und Perlenstickerei an. Spiegelt sich darin. Lächelt. Dann geht sie nach Hause.

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Diese Geschichte ist aus meinem Textordner: Second Life – die Textepisoden darin entstammen allen möglichen Epochen:  von 1824 bis 2012. Es kommen stetig welche dazu. Lesen, fallen lassen und Spaß haben *g*.

Oxford – Episode 1.

Mai 2009, Café Rosario

„Was schreiben sie?“
Erstaunt sehe ich von meinem Laptop auf und blicke in zwei kühle blaue Augen.
„Bitte?“
Er setzt sich mir gegenüber und winkt der Kellnerin. Lässig schlägt er die langen Beine über, die in einer teuren Anzughose stecken.
„Eine heiße Schokolade für die Lady“, bestellt er ohne mich gefragt zu haben.
Ein bisschen unverschämt der Mann, auch wenn er heiß wie die Schokolade ist.
„Sie sind so vertieft. Ich beobachte sie schon eine ganze Weile und sie haben nicht ein Mal aufgesehen oder mit der Wimper gezuckt.“
„Mir war nicht klar, dass ich dies hätte tun sollen“, erwidere ich angriffslustig. „Und sie sind?“
„James Harris. Oxford Police Department.“
Ein spöttisches Grinsen huscht über sein kantiges Gesicht. Er hat eine Narbe unter dem Auge und eine am Kinn, was ihn noch interessanter erscheinen lässt. Die Kellnerin bringt die Schokolade.
„So, ich muss los“, James erhebt sich, beugt sich zu mir herunter und flüstert mir ins Ohr, „wir sehen uns Lea. Schreiben sie schön.“
Dann geht er. Fährt sich lässig durch seine widerspenstigen blonden Haare.
„Woher wissen sie meinen Namen?“, rufe ich ihm hinter her.
James dreht sich nicht um. Ich habe den Verdacht, dass er nicht will, dass ich sein freches Grinsen sehe.

Ein paar Tage später im Café Rosario:

„Wie ich sehe sind sie fleißig“, höre ich James provozierende Stimme.
Ich nicke der Kellnerin zu. Was er kann, kann ich schon lange. Recherche ist eine meiner Stärken.
„Wie ich sehe sind sie heute nicht im Dienst, Mister Harris.“
Ich ziehe eine Augenbraue hoch und versuche ihm einen hochmütigen Blick zu zuwerfen. Aber er ist einfach besser. Sein Lächeln ist dermaßen selbstbewusst-überheblich, dass ich die Fäuste unter dem Tisch balle. Die Kellnerin stellte ihm einen Kaffee hin.
„So schwarz wie ihre Seele“, sage ich und lächele ihn herausfordernd an.
„Was wissen sie über meine Seele?“
Das sie vermutlich keine haben, liegt mir auf der Zunge, aber ich nehme an, dass die Frage rein rhetorisch ist. Ich wendet mich meinem Text zu. James muss nicht merken, dass mir unter seinem intensiven Blick das Herz in die unteren Regionen meines Körpers rutscht. Plötzlich spüre ich, wie seine Hand über meinen Oberschenkel gleitet. Ich halte den Atem an. Jetzt ist es angebracht meine Empörung kundzutun.
„Danke für den Kaffee“, flüstert er mir ins Ohr, bevor ich ein Wort hervorbringe, „morgen Abend acht Uhr. Ich hole sie ab.“
Ich schnappe nach Luft. Was bildet der sich ein?! Wie kommt er darauf, dass ich was von ihm wollen könnte? Und wenn, dann bestimmt nicht auf die Tour. Arroganter Kerl! Der hält sich wohl für Unwiderstehlich. Das erregte Ziehen in meiner Bauchgegend ignoriere ich. Als ich mich endlich wieder im Griff habe, ist er schon verschwunden.

Einen Tag später, 20 Uhr:

Es klingel aufdringlich. Ich öffne die Tür. James lehnt lässig im Türrahmen. Dunkler Anzug, schwarzes Hemd, Krawatte. In meinem Schlabberlook fühle ich mich jetzt doch fehl am Platz.
„Hey, noch nicht fertig?“
Sein Blick gleitet mit einer Selbstverständlichkeit über meinen Körper, als hätten wir jahrelang Sex miteinander gehabt.
„Wie kommen sie darauf, dass sie mir sagen können, was ich zutun und zu lassen habe!“, begehre ich auf.
James schiebt mich sanft in den Flur und schließt die Wohnungstür.
„Weil ich es kann“, er blickt auf mich herunter, „ich weiß, dass du mich willst, so wie ich dich will.“
„Nein!“
Wie kommt er darauf? Ich will weg von ihm. Drehe mich um. James fasst nach meinem Handgelenk, zieht mich zurück. Ich verliere das Gleichgewicht, falle gegen seine breite Brust.
„Lass mich los“, keuche ich.
„Willst du das wirklich?“
Seine Stimme vibriert dunkel und verführerisch. Trifft den Nerv in meinem Inneren. Lust schwappt in meinen Körper. Seine Lippen gleiten über meinen Hals. Atemlos lasse ich seine Hände auf Wanderschaft gehen. Geübt streift er mir Shirt und Hose ab. Oh, Gott ich will ihn.
„Extra für mich?“
Ich weiß, dass James auf die schwarzen Dessous anspielt. Zu spät. Verraten habe ich mich sowieso schon.
„Ja“, flüstere ich.
Hastig löse ich seine Krawatte, knöpfe mit zitternden Fingern sein Hemd auf, zerre es ihm vom Körper. Seine metallene Gürtelschnalle drückt sich kalt an meinen Bauch. Darunter fühle ich seine harte Erektion. Gierig will ich ihn von seinen Beinkleidern befreien. James greift nach meinen Händen.
„Nicht so hastig“, ich höre den leisen Spott in seiner Stimme und sehe auf, „du willst dich doch nicht um dein Vergnügen bringen.“
Eine Minute später stehe ich nackt im Flur. Er kniet vor mir, küsst meine Scham. Das halte ich nicht aus. Meine Finger wühlen sich durch seine Haare. Sein Mund wird fordernder. Ich spreize die Beine. Seine Hände umfassen meinen Po, schieben mein Becken näher an seine heißen Lippen. Seine Zunge! Meine Gedanken versacken. Mehr, ja mehr. Hab ich es ausgesprochen? James zieht mich auf den Boden. Ich höre das Geräusch seines Reißverschluss. Fühle seinen steifen Schwanz, der sich quälend langsam in meine Möse schiebt.
„Bitte fick mich“, flehe ich James an.
Er schweigt. Bewegt sich langsam, immer tiefer. Ich hebe mein Becken. Noch tiefer, mehr, schneller. Es geht in meinem Stöhnen unter. Ich reiße meine Augen auf. Treffe seinen Blick. Verlangen. Gier. Keine Fragen. Meine Lider werden schwer.
„Sie mich an!“
Sein Befehl törnt mich an. Ich richte meinen Blick wieder auf ihn. James trifft direkt ins Zentrum meiner Lust. Gleichgültigkeit ist keine Option. Er lässt nicht los. Fesselt meinen Blick an seinen Willen. Leidenschaft, maßloses Begehren. Sind es meine Lüste, die ich in ihm gespiegelt sehe? James ansteigender Rhythmus reißt mich fort. Hart und tief. Die Welle türmt sich auf. Mein Inneres bricht auf. Meine Möse umklammert seinen Schwanz. Meine Finger schlagen sich in seine Schultern. Ein Schrei! Meiner? Noch ein eiserner Stoß. Heiße Lava ergießt sich in meinen Vulkan. Zwei Körper. Schweißgebadet. Ineinander verschlungen. Atem und Säfte vermischt.
James löst sich von mir. Hilft mir beim Aufstehen. Mein Körper fühlt die Einsamkeit ohne ihn. Es darf nicht vorbei sein!
„Geh nicht“, höre ich meine fremd gewordene Stimme.
Sein typisch spöttisches Lächeln umspielt seine Lippen.
„Wie kommst du darauf? Ich bin doch gerade erst gekommen.“

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