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Posts Tagged ‘Bühne’

Ich beginne diesen Text mit einem großen Augenzwinkern, denn obwohl ich dieses Jahr ein halbes Jahrhundert vollende, fühle ich mich nicht gerade mit einem Bein im Grab 😉 . Klar, die Knochen knacken manchmal, aber das ist nicht gerade ein Altersphänomen. Im Gegenteil empfinde ich, dass die innere Gelassenheit ein großer Vorteil ist. Ich vermeide es, zu hetzen oder unter Druck zu kommen. So bleibt genug Zeit für Freunde, Familie, natürlich das Schreiben … oder einfach mal nichts tun. Es könnte auch sein, dass ich nicht das Gefühl habe, mir etwas beweisen zu müssen. Ich liebe, was ich tue. Im Beruf arbeite ich im sozialen Bereich, was ich als sehr zufriedenstellend empfinde und in meiner Berufung – zu schreiben und andere mit meiner Begeisterung dafür anzustecken – kommt dann noch das Sahnehäubchen obendrauf.

Heute will ich nicht mehr schnell irgendwohin, auch wenn ich es liebe schnell Auto zu fahren. Die Zeit ist begrenzt, und zu versuchen sie mit irgendwelchen hektischen Aktivitäten vollzustopfen, fügt meiner Zeit keine hinzu. Es könnte sogar sein, dass der Stress einem vor der Zeit die Luft abdrückt. Aber das soll nicht heißen,  ich würde lahm in meiner Sofaecke hängen. Nein, ich hab da eine Liste, von der ich noch einiges zu erledigen gedenke.

Da wäre  ganz oben:

1. einen tollen Fantasyroman zu schreiben und bei einem großen Verlag zu veröffentlichen ( also bei Interesse bitte melden! Einer ist fertig, der andere in Arbeit.)

2. ein halbes Jahr in einem kleinen Haus hinter dem Deich zu leben und zu schreiben –  könnte auch gerne länger sein 🙂

3. meine Spanischkenntnisse auffrischen (!!!)

4. in London ein Shakespeare-Stück im Theater zu sehen (oh Himmel, das wäre soooo cool!)

5. die britischen Inseln zu bereisen

6. eine Städtereise nach Barcelona (eine tolle Stadt) – Spanien überhaupt

7. einen Hund aus dem Tierheim holen (aber dazu müsste ich mehr Zeit haben )

…. auf der Liste gibt es natürlich noch mehr Punkte, die sind nicht so spektakulär und schneller zu erfüllen… einen Punkt, der nicht auf der Liste stand, kann ich jetzt dazu schreiben und gleichzeitig abhaken:

Einmal als Model über den Laufsteg gehen. *ggg*

Eine interessante Erfahrung. Dreiundfünfzig Modelle, die entweder ihre eigenen Kreationen vorführen oder ein Model „geleast“ haben, so wie mich. Als meine Tochter mir von dem „Schwarz-Weiß“-Kreativ-Wettbewerb erzählte, sagte ich: Das ist toll. Und sie: Ich mach mit, wenn du mein Model bist. Ich: klar.

Freitag war der große Tag. Auf zur Handwerkskammer und die Kreation vor fünf Juroren (Schneidermeister) vorführen. Die Räumlichkeiten waren voll junger Leute mit tollen Klamotten, dazwischen ein Handwerksmeister mit Instruktionen zur Choreografie. Ich hing an seinen Lippen und dachte, hoffentlich kann ich mir das alles merken. Beim Schaulauf stellte sich heraus, dass ich es mir gemerkt hatte. Meine Tochter zeigte Daumen hoch. Ich war erleichtert. Schließlich wollte ich, dass sie stolz auf mich ist. Ich glaube, ich war die Einzige, die entspannt war. So viel Nervosität in einem Raum habe ich noch nie erlebt. Bei der Lesung, vor knapp einer Woche kamen wir dicht dran, aber nur ganz knapp 🙂 . Mir hat das Wahnsinnsspaß gemacht. Model sein und die Lesung natürlich.

In vier Wochen geht es auf die große Bühne: 500 Leute im Saal und ich bei einer richtigen Modenschau mit Choreografie und so. O-Ton: Ich will euch alle in Laufschuhen sehen. Da kam ich mir tatsächlich vor wie bei Next-Topmodel *lacht* – ich hätte allerdings lieber Jorge Gonzalez, als Laufsteg-Trainer, der ist lockerer und witzig.  Meine Oma hätte zwei Sprichwörter dafür: „Man wird so alt wie ne Kuh und lernt immer noch dazu“ – und – „man kann es eher abwarten als ablaufen“. Tja, Oma hatte Recht. Sie war eben eine weise Frau.

So kann ich einen Punkt auf meine Liste hinzufügen, von dem ich vorher gar nicht wusste, dass ich das Mal machen wollte. Gleichzeitig kann ich diesen Punkt gleich wieder abhaken. Vermutlich wird es meine einzige Modelerfahrung bleiben, aber es war toll und ich hatte so viel Spaß.

Durch dieses Erlebnis habe ich festgestellt, dass es Sachen gibt, die ich noch tun sollte, und von denen ich bist jetzt nichts wusste. Meiner Liste gibt es also noch einiges hinzuzufügen.

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