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Posts Tagged ‘Brise’

Mit der Nacht und dem Schlaf kam der Traum.

Er fing harmlos an. Ich sah, wie ich im Bett lag und schlief. Ein sanfter Mond hing am Himmel vor meinem Fenster. Eine leichte Brise bewegte die dünnen Vorhänge aus Voile vor dem halbgeöffneten Fenster. Ich betrachtete die Szene aus einer Ecke meines Zimmers. Es war eine Weile still, dann hörte ich die Töne einer Melodie mit dem Wind ins Zimmer wehen. Ich lauschte. Eine gefällige kleine Weise, die mich an etwas erinnerte. Ich versuchte die Erinnerung auszugraben, aber es wollte mich nicht gelingen, das Bild zu erkennen, dass ich damit verband. Dann, ohne dass ich wusste welches der Anlass war, kippte mein Gefühl um. Eine dunkle Ahnung kroch mir den Rücken hinauf und klammerte sich wie eine Krallenhand in meinen Nacken. Ich wollte schreien. Mein schlafendes Ich warnen. Kein Ton kam über meine Lippen.

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Schreibe einen Brief an einen fiktiven Charakter.

Lieber Ishmael,

wenn ich das Meer sehe, denke ich an dich. Ich sitze im feinen weißen Sand, schaue den Wellen zu, die ans Ufer rollen und den Segelschiffen, die in der Westerschelde mit einander wetteifern. Ab und zu kreuzt ein Containerschiff die Fahrrinne und entfernt sich gemächlich, bis es hinter der Horizontlinie verschwunden ist.

Ich liebe es dort zu sitzen und dem ewigen Rauschen des Meeres zu lauschen, unter einem hellblauen Himmel. Mein Herz schlägt höher und mein größter Wunsch ist es, nie wieder gehen zu müssen. Jeden Morgen über den Deich zu steigen und es wiederzusehen. Mein Meer. Meine Sehnsucht. Ich weiß, sie wird nie gestillt – denn ich muss wieder gehen. Fort, dorthin wo Berge meinen Blick einschränken, das Grau des Alltags mich einholt und mit festem Griff packt.

Das war bestimmt nicht dein Problem, als du mit Kaptän Ahab unterwegs warst und in seinen Hass auf den weißen Wal verwickelt wurdest. Du suchtest ein Abenteuer, eine weiße Insel mit Palmen, exotischen Schönheiten und jungen Frauen mit bronzefarbener Haut, die dich in Fantasien entführten, die du dir niemals hättest träumen lassen.

Nie hättest du gedacht, welchen Schrecken du ausgesetzt sein könntest. Der brüllende Ozean, der alles frisst, was wagemutig genug ist, ihm zu trotzen. Einem riesigen Meerungeheuer, dass kaum so furchtbar sein konnte, wie der Mann, der seine Manschaft wohlbehalten zurück in den Heimathafen bringen sollte. Du sahst deine Kameraden streben, erlebtest den Wahnsinn des Hasses an deiner eigenen unschuldigen Seele. Du musst unter einem Glückstern geboren sein, dass du diese schreckliche Katastrophe überlebt hast und davon erzählen konntest.

Wir, deine atemlosen Zuhörer wissen, dass die Geschichte eine Allegorie ist, aus der wir lernen könnten. Den Groll loslassen und vergeben, sich nicht vom Hass verzehren lassen. Doch wie wir Menschen sind, nicken wir heute betroffen mit dem Kopf, und haben es morgen vergessen.

Ich sitze im warmen Sand. Meine Zehen boren sich in die feinen Körnchen. Es riecht nach Salz, Sonne und der besonderen Essenz, die dem Meer eigen ist. Ich schaue den Möwen zu, die in der warmen Brise über dem Meer schaukeln und meine Haut streichelt.

Ich stelle mir vor, du sitzt neben mir. Wir reden nicht. Du verstehst mich und ich verstehe dich. Auf die eine oder andere Weise hat uns das Leben Narben zu gefügt. Sie heilen. Manchmal schnell, manchmal nie. Und doch bestehen wir in diesem brüllenden Ozean, der unser Leben ist. Du nimmst meine Hand in deine, küsst mich auf die Wange. Alles wird gut, sagts du. Ich glaube dir. Du hast überlebt, also muss es so sein.

Ich bleibe noch ein bisschen sitzen, genieße diese kostbaren Momente, die nicht wiederkehren, schau dir nach, wie du mit der Brise entschwindest. Du hast ein Stück meines Herzens mitgenommen und mir dafür ein Stück deines Herzens dagelassen.

Ich danke dir, für deine Zuversicht und deinen Mut

C.

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In der Aufgabe 228 ging es um besondere Details, die uns während unseres letzten Urlaubs aufgefallen sind. In Weimar begegneten mir immer wieder Gartenhäuser, in allen Formen und Größen, in Schlössern und Privathäusern.

Das Gartenhaus

„Julie, wo bist du“, hörte ich Miss Gray, meine Gesellschaftsdame, vom Haus aus rufen, „wo steckt diese ungezogene Göre schon wieder!“

Ungezogene Göre, dachte ich, ich bin 19 Jahre alt. Wann werde ich dieses schreckliche Haus endlich verlassen können? Diese ganze Anstandsdamengeschichte war nur eine weitere Schickane meiner Stiefmutter. Ebenso, wie ihre Verbote auf Bälle zu gehen und mich mit meiner einzigen Freundin Madeleine zu treffen. Seit mein Vater diese Frau vor zwei Jahren geheiratet hat, ist mein Leben die Hölle. Gut, eine immer noch gut gepolsterte, hübsch tapezierte Hölle und ich musste nicht, wie Aschenputtel die Erbsen aus der Asche suchen, aber dennoch war es meine persönliche Hölle.

Vor einigen Wochen hatte ich ein Loch in der Mauer des Nachbargrundstücks entdeckt. In einem unbeobachteten Moment stahl ich mich hindurch. Ich war entzückt den Garten verwildert und menschenleer vorzufinden. Die Fallons wohnten inzwischen seit vier Jahren nicht mehr auf dem Anwesen, hatten aber einen Hausmeister zurückgelassen, mit dem Garten hatte er offenischtlich nichts zu tun.

Das Gartenhaus lag unweit der Mauer und wurde mein Versteck. Ich richtete es ein. Brachte nach und nach meine Bücher dorthin, meine Farben, Pinsel und Papier. Decken, Feuerholz für den kleinen Ofen, Kekse und Wasser. Ich liebte es dort zu sein. Wann immer es mir möglich war stahl ich mich davon. Das Loch tarnte ich wohlüberlegt und Miss Gray, die Angst vor Ungeziefer jeder Art hatte, vermied es weiter als irgendnötig in den Garten vorzudringen.

Das Wetter war herrlich. Ich hatte alle Fenster weitgeöffnet und saß über der Zeichung einer blauen Hortensienblüte, die ich im Garten gefunden hatte. Eine leichte Brise zog herein. Ich genoss es die Geräusche der rauschenden Blätter und das Zwitschern der Vögel zu hören. Es war herrlich friedlich, warum konnte es nicht jede Stunde des Tages so sein?

Es klopfte. Ich erschrak und warf beinahe das Glas mit der Hortensie herunter. Es klopfte erneut. Ich hielt den Atem an.

„Machen sie auf“, hörte ich eine freundliche Männerstimme, „ich habe sie durchs Fenster gesehen.“

Langsam stand ich auf und ging zur Tür. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit. Ich hoffte irgendwie wäre alles nur ein Traum, und wenn ich dir Tür öffnete, wäre niemand dort, doch das Gegenteil war keineswegs der Fall.

„Guten Tag, Miss Julie“, sagte der Herr vor meiner Tür und zog den Hut, „wie geht es ihnen?“

„Danke, sehr gut. Woher wissen sie meinen Namen?“

Der Herr lächelte.

„Nun, ihre Mutter rief sie so.“

Ich erwiderte sein Lächeln.

„Nein, meine Mutter starb vor fünf Jahren. Die nette Dame ist meine Anstandsdame.“

„Höre ich da eine gewisse Note von Sakasmus aus ihrer Stimme?“, der Herr mit den weißen Haaren und den lustigen blauen Augen schmunzelte.

„Ja, mein Herr, sie irren sich nicht. Darf ich fragen, wer sie sind?“

Er machte ein leichte Verbeugung.

„Stuart Fallon.“

„Oh, aber ich kenne Mister Fallon.“

Er nickte und ein melancholicher Ausdruck legte sich auf sein Gesicht.

„Natürlich. Mister Fallon war mein älterer Bruder.“

Ich trat zur Seite und machte ein einladende Handbewegung.

„Darf ich sie zu einem Glas Wasser und Keksen einladen?“

Mister Fallon lachte.

„Sehr gerne. Aber vielleicht erlauben sie mir, diese Einladung auf ein anderes Mal zu verlegen und sie für heute ins Greathouse einzuladen und den Fünfuhrtee mit mir zunehmen.“

Wird es ein nächstes Mal geben, dachte ich, wenn der neue Herr in das Anwesen zieht? Und als könnte Mister Fallon meine Gedanken lesen, sagte er:

„Machen sie sich keine Gedanken. Gegen eine geringe Pacht dürfen sie das Gartenhaus jederzeit benutzen.“

Mister Fallon musste meinen skeptischen Blick bemerkt haben, denn er fuhr schnell fort:

„Sie sollten dieses Angebot nicht missverstehen, die Gefälligkeit ist keineswegs unschicklicher Natur. Es sei denn, sie zählen den Nachmittagstee dazu.“

Ich schüttelte den Kopf und lachte.

„Nein, dass tue ich nicht.“

Dann nahm ich den mir angebotenen Arm und begleitete Mister Fallon ins Haus. Der alte Herr schien eine Verletztung erlitten zu haben, denn er humpelte und musste sich auf einen Stock stützen.

„Sollen wir eine Pause machen?“, fragte ich besorgt.

„Nein“, wehrte er ab, „es geht schon. Ein Sturz vom Pferd letztes Jahr. Alte Knochen heilen langsamer oder gar nicht mehr.“

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Abblättern, Blau, Schein, Spitze, Wald

Die blaue Farbe blätterte von den Fenster und Türrahmen des kleinen Holzhauses ab. Kein Wunder, dachte Jen, das Salz in der Luft, der Wind, die Feuchtigkeit leisteten ganze Arbeit. Trotz des Verfalls sah das Häuschen heimelig und einladend aus.

Es stand an der Landspitze von Havens Gate, umgeben von Dünen, Reedgras und der Unberechenbarkeit eines nördlichen Meeres. Wenn man die steile Holztreppe hinaufstieg und aus dem runden Giebelfenster blickte, konnte man einen Wald sehen, der sich je nach Wetterlage heftig mit den Winden bog oder anmutig in der Brise tanzte.

Ich stellte meinen Koffer auf der Veranda ab, setzte mich auf die oberste Stufe und blickte den weißen Wattewolken nach, die gemächlich über den azurblauen Julihimmel bummelten.

Es war lange her, dass ich in Großmutters Haus gewesen war. Nun endlich hatte mich ein ungenädiger Schicksalsschlag nach Hause gespült, wie die rosa Muscheln, die ich früher am Strand gesucht hatte. Winzige Raritäten, nicht größer als Marienkäfer und so zart wie Schmetterlingsflügel. Wie sanft ich sie auch behandelte, ich konnte nur wenige heil nach Hause bringen. Meine Kinderhände waren zu gierig und hastig für das dünne Gehäuse. Mir schien es hatte sich nicht sehr viel daran geändert. Und so kam ich mit gebrochenen Flügeln zurück.

 

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Da ist es. Mein Haus. Im Sonnenschein unter Birken. Die leichte Brise bringt den Duft des nahen Meeres und das Geschrei der Möwen mit. Ich öffne das Gartentor und betrete mein Exil. Endlich Ruhe vor dem Chaos der Welt. Kein Fernseher, Internet und mein Handy liegt im Schließfach am Bahnhof. Die nächsten vier Wochen gibt es nur mich, das Meer und das Schreiben.

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Neujahrssegen

Möge das Feuer der Kreativität in dir brennen und mögest du die Glut der Liebe immer wieder hoch auflodern lassen.

Mögest dein Weg so geschmeidig sein, wie ein sanft dahin fließender Fluss und magst du so beharrlich den Stein höhlen, wie ein steter Tropfen, um zu erreichen, was dir wichtig ist.

Mögen deine Sorgen mit dem Wind verwehen und dein Herz so leicht sein, wie eine Sommerbrise, damit du nie beschwert werdest.

Mögest du mit beiden Beinen fest verankert auf der Erde stehen, dann kann dich nichts aus der Bahn werfen.

Ich wünsche dir Liebe heiß, wie Feuer, sanft wie ein Frühlingsregen, leicht wie eine Feder und dauerhaft, wie Felsen.

Allen eine friedliche Zeit und ein erfolgreiches neues Jahr!

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Lea lag auf der Wiese. Der Duft des Grases legte sich wie ein zarter Schleier auf ihre Haut und die Pappeln am Wiesenrain flüsterten in der warmen Sommerbrise. Sie blickte zum Himmel empor. Imposante Wolkengebilde zogen über ihr hinweg. Lea dachte an David. Er stieg gerade in ein Flugzeug in die USA. – Ich hätte es ihm sagen sollen. –  Lea seufzte. – Drei Monate! Ob er zurückkommt? –

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