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Posts Tagged ‘Briefe’

… wenn ich wenigstens eine Blockade hätte! Nein, ich habe so viel im Kopf, tausend Ideen und keine Zeit.

Ich habe eine Zeitblockade. Doch woher nehmen? Ich stehe um sechs auf, um vor der Arbeit an meinem Manuskript zu arbeiten, zwischendurch überarbeite ich noch ein größeres Märchen. Und wenn ich könnte, dann würde ich am liebsten mit meinem neuen Roman beginnen – für den ich recherchiere und Notizen mache.

Raymond Chandler schrieb:

„Wichtig ist vor allem eins: der Berufsschriftsteller sollte einen bestimmten Zeitraum haben, sagen wir mindestens vier Stunden am Tag, wo er nichts anderes tut als schreiben. Er muss nicht unbedingt schreiben, und wenn ihm nicht danach ist, dann sollte er`s auch nicht versuchen. Er kann aus dem Fenster schauen oder einen Kopfstand machen oder sich auf dem Fußboden schlängeln, aber er soll nichts anderes tun, soll nicht lesen, Briefe schreiben, in Zeitschriften blättern oder Schecks ausfüllen. Entweder schreiben oder gar nichts.“

Ich will das auch!!!

Gut, nicht unbedingt Kopfstand machen oder auf dem Boden schlängeln, wobei das bei mir vielleicht auch nicht wirklich ästhetisch aussieht 🙂 , aber auf meinem Trampolin hüpfen und um den Tisch tanzen wäre eine nette Nebenbeschäftigung.

Es würde mir auf jeden Fall sehr gefallen mindestens vier Stunden am Tag Zeit zu haben, um zu schreiben und sonst gar nichts. Und ganz ohne schlechtes Gewissen!

Leider bin ich keine Berufsschriftstellerin und muss für meine Brötchen noch außerhalb meines Schreibplatzes arbeiten. So ist die Zeit sehr knapp bemessen und fehlt an allen Ecken und Enden.

Aber ein bisschen träumen schadet nicht. Ich kann mir ja schon mal vorstellen, wie es wäre wenn ….

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Gold, Tropfen, Glanz, steuern, Papier

Lea nahm die Feder und tauchte sie in die goldfarbene Tinte für ihre Unterschrift. Der Brief auf ihrer Schreibunterlage war lang. Eigentlich hatten es nur ein paar Zeilen werden sollen und nun lagen 5 Seiten engbeschriebenes Papier vor ihr. Mit einem eleganten Schwung setzte sie den Namen unter den Text, den ihr ihr Briefpartner gegeben hatte. Luciana, die Geliebte.

Sie seufzte. Niemals hatte sie gedacht, dass es einen Mann geben könnte, der ihre Fantasie und ihren Geist so beflügelte und doch war es geschehen. Leicht pustete sie auf die trocknende Tinte.

Lea öffnete eine der kleinen Schubladen ihres Sekretärs und entnahm ihr einen Briefumschlag. Seit sechs Wochen schrieb sie ihrem unbekannten Verehrer Briefe. Er musste ganz in ihrer Nähe sein, denn sonst wäre es unmöglich gewesen jeden Tag einen Brief zu tauschen. Aus seinen Worten sprach eine Kenntnis ihrer Lebensumstände und sogar ihrer innigsten Gedanken.

Und doch, sie hatte ihn bis jetzt nicht entdecken können. Selbst nicht, als sie sich ganz in der Nähe ihres geheimen Briefkastens auf die Lauer gelegt hatte.

Lea faltete die Seiten und schob sie vorsichtig in den Umschlag. Sie erinnerte sich an den ersten Brief, den er ihr schrieb. Sie fand ihn auf ihrem Nachttisch, mit der Anweisung ihre Antwort in dem kleinen Vogelhaus an der 1000 jährigen Linde zu deponieren.

Nie hatte ein Mann so wunderbare Dinge an sie geschrieben. Er war eloquent, aus seinen Zeilen sprach Lebenserfahrung, Intelligenz und Humor. Jeder Tag erstrahlte im Glanz seiner zauberhaften Worte. Er hauchte ihrem tristen Alltagseinerlei Träume und Fantasien ein, die Lea schon lange begraben glaubte. Seit ihre Eltern sie in die Einöde zu ihrer kranken Patentante geschickt hatten, von der sie sich einen großen Anteil eines riesigen Erbes erhofften, das Lea für sie sichern sollte. Wer er auch wahr, er kannte ihr Unglück und ihre Traurigkeit.

Lea verschloss den Umschlag, gab einen Tropfen Wachs auf die Spitze und drückte den Stempel in die Oberfläche. Der Abdruck ihres Anfangsbuchstaben L erschien in dem roten Siegelwachs. Sie hob den Brief an ihre Lippen und drückte einen Kuss auf das teure Papier. Morgen früh, bevor sie zu ihrer Tante gerufen wurde, würde sie den Brief zur Linde tragen.

Ihr Herz schlug heftig, bei dem Gedanken, welche süßen Geständnisse sie ihm gemacht und welche Wünsche sie an ihn gerichtet hatte. Lea wünschte sich nichts sehnlicher, als seinen Mund auf ihrem Mund zu fühlen, seine starken Arme, die sie umfingen und seine Hände, die sie liebkosten. Aus allen Zeilen ihres Briefes sprach Sehnsucht und Verlangen und Lea hoffte, er würde zu ihr kommen und ihr seine Zuneigung zeigen.

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Tintenfass, Bleistift, Duftkerze, Schere, Kaffeetasse, Federhalter, Lesezeichen, Kalender, Brille, Orchidee, Hexensteine, Tagebuch, Schal, Briefe, Notizbuch …

 

In meiner linken Hand fühlte ich die Hitze des Hexensteins. Ein Duft aus Sandelholz und Weihrauch hüllte mich ein. Ich konzentrierte mich völlig auf mein Vorhaben. Behutsam tauchte ich die silberne Feder in die nachtschwarze Tinte. Vorsichtig setzte ich die getränkte Spitze auf das feine Papier meines Notizbuches. Zaghaft schrieb ich das erste Wort. Scharf hoben sich die dunklen Buchstaben auf dem cremefarbenen Papier ab. Nichts ist für immer und doch kam es mir vor, als könnten meine Worte die Ewigkeit überstehen. Das zweite Wort wurde sichtbar, dass Dritte und so fort. Immer schneller glitt die Feder über das Papier. Füllte Seite um Seite.

Ich befand mich in einem Rausch und vermochte nicht aufzuwachen. Ich ging durch die Räume meiner Fantasie, während die Feder meine Geschichten aufschrieb. An nichts anderes konnte ich denken, weder Hunger noch Durst verspüren. Tage vergingen ungesehen, Nächte huschten an mir vorbei. Allein die Feder bannte Worte auf Papier. Anfangs nährte mich die Euphorie, aber je länger es dauerte, umso mehr zehrte sie mich aus. Gleichwohl vermochte ich mich nicht zu lösen. Nur noch ein Schatten meiner selbst verhallte irgendwo auf den gefüllten Seiten mein Leben, in dem Wunsch etwas Großes zu hinterlassen.

Ich erkannte, dass ich sterben würde. Mit der Feder in der Hand. Die Folge des unbedachten Wunsches, mich aus der Masse herauszuheben. Besonders zu sein. Mich auf den Blättern, die meinen Kosmos bedeuten, verewigt zu sein. Nicht zufrieden mit dem langweiligen, seichten Leben, dass die Welt mir bot. Nein, ich wollte hinaufsteigen in die höchste Höhe und hinab in die tiefste Tiefe. Wollte alles. Dass ich dafür alles geben musste, hatte ich nicht bedacht.

Es war zu spät. Die Tinte neigte sich dem Ende und die Feder war bereit den Schlusspunkt zu setzen. Ich spürte den Hexenstein in meiner Hand erkalten. Er brannte aus, so wie ich meine Lebenskraft verbrannt hatte, in dem Bestreben nie vergessen zu werden und damit unsterblich zu sein. Die Kunst ist eine fordernde Gebieterin. Es gibt nur Alles oder Nichts. Ich hatte meine Wahl getroffen und bezahlte den Preis. Ein Leben für Worte.

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Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,
in welchen meine Sinne sich vertiefen;
in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,
mein täglich Leben schon gelebt gefunden
und wie Legende weit und überwunden.

Aus ihnen kommt mir Wissen, dass ich Raum
zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe.
Und manchmal bin ich wie der Baum,
der, reif und rauschend, über einem Grabe
den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe
(um den sich seine warmen Wurzeln drängen)
verlor in Traurigkeiten und Gesängen.

R.M.Rilke , 1899

Wunderschön und passend zur Jahreszeit 😉 .

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Der Zug donnert mit ohrenbetäubender Geschwindigkeit über die Gleise. Die Schienen beben, der Felsspat zwischen den Bohlen schleudert nach oben. Ich sehe ihn immer näher kommen, kannt mich nicht rühren. Schweiß steht mir auf der Stirn, mein Herz rast. Ich muss springen. Von den Gleisen weg. Spring! Schreit die Stimme in meinem Kopf. Ich bin gelähmt. Nur noch wenige 100 Meter. Ich höre den Lokführer brüllen, die Bremsen kratzen auf dem Eisen, Funken stieben auf. Ich rieche das Feuer. Schließe die Augen.

Schreiend fahre ich hoch. Der Pyjama klebt auf der Haut. Immer wieder dieser schreckliche Traum. Ich krieche aus dem Bett. Ein kranker Mond scheint durch mein Fenster und wirft Schatten auf meine Decke. Ich schleiche zur Toilette. Vielleicht liegt es am Kaffee. Aber die Kanne war fast voll gewesen und ich hatte nicht wiederstehen können.

Wann hatte ich das schon gekonnt? Wiederstehen? Wollte ich das überhaupt? Das Urteil über mich war sowieso gefällt und was konnte ein zerbrechliches Geschöpf dagegen tun.

Meine Täuschungsabsicht war aufgeflogen und ich hatte Job, Freund und selbst Feind verloren. Ich folgte einem unsichtbaren Muster, dass ein launisches Schicksal für mich gestrickt hatte. Einsam und allein. Man konnte allein sein, ohne einsam zu sein. Ich war gnadenlos einsam und allein. Kein Mensch wagte es sich mir zu nähern oder Partei für mich zu ergreifen. War das mein Urteil für die Ewigkeit? Die Verräterin, die Ausgestoßene zu sein?

Diese nagenden, brennenden Gefühle, die in meinem Bauch aufsteigen sich durch meinen ganzen Körper ziehen und meine Gedanken immer wieder kreisen lassen. Was wäre, wenn ich ihn nie getroffen hätte? Was wäre, wenn ich an diesem Tag meine Mutter besucht hätte? Was wäre, wenn mein Freund bei mir gewesen wäre?

Er hatte mich gesehen, meine Zweifel, meine Sehnsucht, meine Unsicherheit und hatte mich für seine Machenschaften benutzt. Wir tanzten die ganze Nacht. Ich hatte das Gefühl weit fort von allem zu sein. In seinen Armen. Seine Lippen meinen ganz nah. Ich hatte nicht wiederstehen können und er hatte es gewusst.

Die Briefe kamen per Express und noch bevor ich sie öffnete, ahnte ich ihren Inhalt. Der Sturz war lang und er endet noch lange nicht.

Morgen beginnt der Prozess und ich werde ganz vorne stehen. Einsam. Im Blitzlichtgewitter der Fotografen, die endlich ihr Sommerloch stopfen können. Ich stürze und stürze, solange bis mich die Justiz durch jede Mangel getrieben hat, die ihr zur Verfügung steht und nichts mehr von mir übrig sein wird, als eine leere, hohle Hülle.

Er wird weit fort sein und einen anderen Schwan finden, dem er das Gefieder ausreißen kann. Einem, der ihm nicht wiederstehen kann.

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  1. Eindrücke von Übungen, Settings
  2. Fragen für die ich Antworten suche
  3. Textfragmente
  4. Beispiele
  5. Titel für mögliche Texte
  6. Notizen zu Gesprächen und Mails
  7. Gliederungen
  8. Ideen für Geschichten, Bücher, Artikel usw.
  9. Cluster
  10. Diagramme
  11. Beobachtungen
  12. Skizzen
  13. Zitate
  14. Zeitungsausschnitte
  15. Bücher, die man lesen möchte/sollte
  16. Aufgaben, die zu erledigen sind
  17. Zeitpläne
  18. Briefe
  19. Listen aller Art
  20. Gedichte
  21. Dialoge (mit dem inneren Zensor, meinen Figuren, mitgehörte Gespräche usw.)
  22. Träume
  23. Schreibübungen
  24. Bilder

Damit uns keine gute Idee, Inspiration usw. mehr durch die Lappen geht.

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