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Posts Tagged ‘Boxhorn’

Der Bus hielt. Sandra griff nach den Krücken und hievte sich von ihrem Sitzplatz hoch. Jemand stieß sie an. Sandra wankte und wäre beinahe hingefallen, hätten sie nicht zwei starke Arme aufgefangen.

„Hey, passen sie doch auf“, rief der Mann dem Rempelrowdy hinterher, „sie hätten die junge Frau beinahe umgestoßen.“

Der Junge drehte sich kurz um, zeigte den Stinkefinger und ging weiter.

„Ich würde beinahe sagen, die Jugend von heute, wenn ich nicht selber dazugehören würde“, sagte Sandra.

Ihr Retter lachte.

„Zum Glück sind nicht alle so gleichgültig.“

Sandra nickte.

„Eigentlich bin ich selbst schuld. Normalerweise würde ich um diese Uhrzeit nicht Bus fahren. Schon gar nicht in meinem angeschlagenen Zustand. Aber ich habe ein Vorstellungsgespräch. Das kann ich auf keinen Fall sausen lassen.“

Der Mann lächelte. Er erinnerte Sandra an ihren Vater. Dunkles Haar, graue Schläfen. Er trug Anzug, sah aus wie ein Bänker oder Versicherungsmann.

„Dann wünsche ich ihnen alles Gute!“

„Vielen Dank und Danke für ihre Hilfe“, sie rückte ihren Rucksack mit der Bewerbungsmappe zurecht und wendete sich dem imposanten Büroklotz zu, „wenn ich den Job kriege und wir uns wiedersehen, lade ich sie zu einem Kaffee ein.“

„Wie wäre es mit Tee?“

„Auch das“, Sandra grinste.

Er winkte einen Gruß zum Abschied und entschwand in die entgegengesetzte Richtung. Sandra gab sich einen Ruck und stelzte auf den Eingang des Hochhauses zu. Es gefiel ihr in keiner Weise in diesem lädierten Aufzug bei dem Firmenchef eines Megakonzerns aufzutauchen, aber mit einem gebrochenen Bein konnte sie nicht wirklich Businessmäßig aussehen.

Sandra hatte den Eingang beinahe erreicht, die warme Luft aus dem Foyer drang ihr schon entgegen, als sie ein nervöses Gebell neben sich hörte (Übersetzung: Hey, du, ich brauche einen Türöffner!). Sie drehte den Kopf und da stand er. Glänzendes brauner Fell, kurze Beine, lange Ohren mit einem roten Lederhalsband und einem Herz daran. Sandra liebte Hunde und ehe sie wusste, was sie tat, sagte sie:

„Na, du Süßer, wo gehörst du denn hin?“

Als Antwort auf die Frage kläffte er kurz (Übersetzung: „Jedenfalls nicht hier her!“). Sandra übersetzte:

„Du weißt nicht, wo dein Herrchen ist?“

Sandra sah sich nach einem Hundehalter um. Aber die Leute liefen vorbei, in Gedanken versunken, vermutlich schon halb im Büro. Keiner sah wie ein potenzieller Dackelbesitzer aus. Dafür rückte dieser ein Stück näher. Sandra balancierte zu ihm herunter und streichelte sein glänzendes Fell. Das gefiel ihm außerordentlich und er erwählte Sandra zu seiner Begleiterin. Der Dackel blieb ihr dicht auf den Fersen, als sie sich anschickte das Foyer zu betreten.

„Nein, das geht nicht“, flüsterte Sandra dem Dackel zu und erntete einen finsteren Blick von einem Security-Mann in Bodybuilderformat, Glatze und Schlagstock inbegriffen.

„Der Hund muss draußen bleiben!“, knurrte er.

Der Dackel ebenfalls. (Übersetzung: „Ich denk ja gar nicht dran! Ätsch!“)

„Ich weiß, das“, sagte Sandra, „aber er nicht!“

„Binden sie ihn draußen an!“

Sein Ton verschärfte sich und er kam näher, baute sich in voller Größe vor Sandra auf. Der Dackel trippelte zwischen Sandra und den Mann in Uniform und gab ein ungnädiges Wuffen von sich. (Übersetzung: „Lass meine Gesellschafterin in Ruhe! Sonst … .“)

„Wollen sie mir drohen? Mein Freund ist bei der Presse“, log Sandra, „soll morgen in der Zeitung stehen, Security des stadtgrößten Konzerns schlägt Behinderte?“

Irritiert sah er sie an. Sandra konnte sehen, wie hinter seiner hohen Stirn die Gedanken schwerfällig auf und ab schwappten. Er kam ihr wie eine menschliche Lavalampe vor. Blubb, Blubb, Blubb.

„Ist das eine Fangfrage oder was?“, versuchte er Zeit zugewinnen.

Sein Meister-Propper-Gesicht war inzwischen purpurrot. – Ob er platzt, wenn man eine Nadel in seine Wange sticht, überlegte Sandra. – Wütend über ihre Weigerung seinem Befehl zu folgen, tippte er Sandra mit spitzen Fingern fest gegen die Schulter.

Sandra wackelte, verlor eine Krücke, der Dackel-Guard kläffte einmal scharf (Übersetzung: „Jetzt reicht`s!“), und warf sich mit aller Kraft gegen den Feind. Er sprang hoch und schnappte nach dem Unterarm des Securitymannes. Sofort setzte Gebrüll ein. Der Muskelmann wirbelte herum und versuchte den Dackel abzuschütteln. Doch der Hund hielt fest und die scharfen Zähne bohrten sich weiter in sein Fleisch, je energischer er ihn entfernen wollte.

„Verstärkung! Sanitäter!“, schrie er.

Eine kleine Menschenmenge hatte sich um das turbulente Trio versammelt. Doch niemand kam dem Muskelprotz zu Hilfe. Einige machten Handyfotos oder nahmen die Dramödie auf. – Das kann ich mir sicher nachher auf YouTube ansehen. – Sandra nutzte die Gelegenheit und humpelte dem Aufzug zu. Was hatte die Sekretärin am Telefon gesagt? 26te Etage?

Vor dem Eingang ertönte ein nerviges Blaulicht. Endlich trafen die Sanitäter ein, die der Rezeptionist gerufen hatte.

„Würden sie bitte Platz machen“, riefen die beiden Jungs vom Roten Kreuz und versuchten sich einen Weg zu dem Opfer zu bahnen.

Die Türen des Lifts öffneten sich. Sandra trat ein. Sie drückte mit dem Fuß der Krücke auf die 26. In diesem Moment ließ der Dackel von dem Security-Mann ab. Er flog ein Stück durch die Luft, fiel, rappelte sich hoch, hoppelte in den Lift und setzte sich siegesgewiss neben Sandra.

„Hey, sie“, brüllte der Wachmann den Flüchtigen hinterher, „sofort stehen bleiben.“

Er wollte hinter her, aber die beiden Sanis hielten ihn fest. Sandra schwenkte eine Krücke, die Türen schlossen sich. Mit leisem Summen setzte sich der Fahrstuhl in Bewegung. Sandra sah sich und den Dackel in den Spiegeln des Lifts und musste grinsen.

„Na, Dackelito, dem haben wir es aber gezeigt.“

Der Lift hielt im siebten Stockwerk. Zwei Männer stiegen zu. Interessiert betrachten sie Sandra und den Hund, die ihrerseits die beiden Neuankömmlinge musterten. Der Kleinere, dunkle Haare, drei-Tage-Bart stieß seinen Begleiter an. Sie grinsten.

„Das ist aber ein kleiner Behinderten-Hund“, sagte der große Blonde mit den himmelblauen Augen.

„Ich habe ja auch nur eine kleine Behinderung“, erwiderte Sandra und grinste zurück.

Das werteten die beiden Herren als Startschuss zum Flirten.

„Wo soll es denn hingehen?“, fragte der Dunkelhaarige.

„In die sechsundzwanzig. Vorstellungsgespräch.“

Die beiden warfen sich einen bedeutungsvollen Blick zu.

„Oh, dann viel Glück.“

„Das hört sich nicht besonders ermutigend an.“

„Nur nicht ins Boxhorn jagen lassen, sie haben doch ihre Bulldogge dabei“, sagte der große Blonde.

Dackelito fühlte sich angesprochen und kläffte. (Übersetzung: „Ich nehm es mit jedem auf!“). Ein Piepton erklang. Der Kleine zog sein Smartphone aus der Tasche, schaute aufs Display und lachte.

„Lass mal sehen“, der Blonde nahm ihm das Handy aus der Hand und sah schmunzelnd auf den Minibildschirm, „Sie sind der Star des Hauses.“

Er hielt Sandra das Handy hin. Es zeigte einen Schnappschuss von Meister Proper, der wutschnaubend versuchte den Dackel loszuwerden.

„Oh, Oh“, sagte Sandra.

Der Lift hielt in der 24. Die beiden verabschiedeten sich von Sandra und wünschten ihr Glück. Bevor die Türen zu gingen, kam der Blonde zurück, stellte sich auf die Kontaktschwelle und strahlte Sandra an.

„Vielleicht rufen sie mich an und wir feiern. Im schlimmsten Fall weinen sie sich an meiner Schulter aus.“

Bevor Sandra antworten konnte, drückte er ihr seine Visitenkarte in die Hand, hauchte verwegen einen Kuss auf ihre Wange und eilte seinem Kollegen hinterher. Dackelito kratzte sich mit der Hinterpfote hinter den langen Ohren. (Übersetzung: „Na so was.“)

„Na so was!“, Sandra war platt, „ganz schön frech.“

Ein verklärtes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. Wieder hielt der Lift. Diesmal auf der 26. Die Türen glitten auf. Sandra blickte auf eine riesige Uhr, Marke Hauptbahnhof, über einem sterilen Tresen, auf dem eine weiße Orchidee blühte. Sie war pünktlich, hatte sogar noch zehn Minuten Zeit. – Ob die Orchidee echt ist, überlegte Sandra, könnte sein. – Die ältere Dame hinter dem Tresen musterte sie streng.

„Setzen sie sich. Herr Bernhard empfängt sie gleich“, sagte sie mit schnarrender Stimme.

– Was für eine schlechtgelaunte alte Schachtel! – Sandra ließ sich gegenüber auf der weißen Plastikbank mit den verchromten Füßen nieder. Dackelito benahm sich tadellos. Er sprang neben Sandra auf den Sitz, sah sich interessiert um und machte keinen Mucks. – Als würde er zum Vorstellungsgespräch gehen. – Bei dem Versuch ihre Krücken zu sichern, rutschten sie weg und fielen geräuschvoll zu Boden.

Der strafende Blick der Empfangsdame verursachte Sandra Unbehagen. – Und sie hat nicht mal den Hund gesehen. Wer weiß, was dann los ist. Durchziehen oder gleich wieder gehen? – Sandra hatte sich geschworen nie wieder in einer Firma zu arbeiten, in der schlechte Schwingungen herrschten. Weiteres Grübeln erübrigte sich. Sie hörte eine sonore Männerstimme:

„Die Nächste!“

Die Empfangsdame bedeutete ihr mit einer Kopfbewegung – Mädchen steh auf, beweg dich. – Sandra brachte sich wieder in den aufrechten Stand. – Die hat mich schon abgeschrieben. Ich bin nicht mal eine paar Worte wert. – Eine Dame im eleganten Kostümchen rauschte hocherhobenen Hauptes an ihr vorbei, Richtung Fahrstuhl. Sie würdigte Sandra und den Empfangsdrachen keines Blickes. Dackelito sprang von der Bank.

„Bleib lieber hier“, raunte Sandra ihm zu, „wenn dich der Drache sieht, bist du dran. Die kann Feuerspucken.“

Dackelito legte den Kopf schief und sah Sandra aus seinen tiefbraunen Augen an. (Übersetzung: „Ich glaube, du verstehst da was falsch.“) Dann schoss er wie ein Blitz davon, um die Ecke des Tresens, in die Richtung aus der die Stimme gekommen war. Sandra schüttelte den Kopf und seufzte. Dann setzte sie sich in Bewegung. – Jetzt ist es eh schon egal. – Sandra musste ihre ganze Finesse aufbringen, um die schwere Glastür, trotz ihres Handicaps, zu öffnen. Herr Bernhard, im eleganten dunklen Anzug, stand nur da und warf ihr einen finsteren Blick zu.

„Tut mir leid“, erklärte Sandra, „nächste Woche bin ich wieder fit. Dann ist der Gips weg.“

Er murmelte etwas vor sich hin, das Sandra nicht verstand. Sie erblickte Dackelito. Der saß aufrecht und stolz, wie Bolle, auf dem großen Ledersessel hinter dem Schreibtisch. Trotz der Spannung im Raum, konnte Sandra ein Lachen nur mit Mühe unterdrücken.

„Komm darunter“, mahnte sie den Hund.

„Das wird er nicht tun“, stellte Herr Bernhard trocken fest.

„Warum nicht?“, fragte Sandra.

„Heiner sitzt immer da, wenn er im Büro ist.“

„Heiner!“, stieß Sandra hervor.

Sie kniff die Lippen zusammen, biss sich auf die Zunge, um nicht laut loszuprusten. Der Hund sprang vom Chefsessel herunter. Er setzte sich neben Sandra und schaute mit Unschuldsblick zu ihr auf. (Übersetzung: „Ich bin der liebste Hund der ganzen Welt!“)

„Eine Idee meiner Tochter“, klärte Herr Bernhard Sandra auf und schmunzelte. „Sie hat ihn mir geschenkt, damit ich Gesellschaft habe.“

Ehe er weitersprechen konnte, stürzte Herr Security herein und wollte sich mit einem Hechtsprung auf Heiner stürzen. Sandra hob die Krücke und traf direkt auf seine Brust. Er prallte ab und sie zurück. Herr Bernhard hatte gute Reflexe und fing die strauchelnde Sandra auf. Heiner sprang mit heiserem Bellen (Übersetzung: Ha! Blödmann! Mich kriegst du nicht.“) um den Wachmann herum, der nicht so viel Glück hatte. – Er hätte die beiden Rot-Kreuz-Jungs gleich mit bringen sollen -dachte Sandra schadenfroh, als sie sah, dass er nicht mehr aufstehen konnte.

„Mein Bein“, jammerte er.

Heiner kläffte lauter. (Übersetzung: Rühr dich ja nicht! Ich kann auch anders!) – Wie viel Tohuwabohu so ein kleines Tier doch anrichten kann. –

„Ruhe!“, rief Herr Bernhard.

Sofort wurde Heiner still und setzte sich ganz brav neben Sandra.

„Was soll denn das Theater“, fuhr er den Wachmann an, „können sie nicht klopfen?!“

„Aber der Hund …“ nölte der Gefallene.

„Gehört mir!“

Herr Bernhard rief die Sanitäter. Diesmal erreichten sie den Ort des Geschehens schneller. Sie waren gerade erst einen Block weit weg, als sie den Notruf erhielten.
Als es endlich wieder still im Büro geworden war, sah Herr Bernhard Sandra mit prüfendem Blick an, dann sagte er wohlwollend:

„Sie haben den Job.“

„Danke …“

Herr Bernhard unterbrach Sandra energisch.

„Unter einer Bedingung!“

Sandra sah ihn erwartungsvoll an.

„Sie kümmern sich darum, dass der Hund genug Auslauf hat und meine Security-Leute nicht zu Kleinholz verarbeitet. Dafür dürfen sie sich während der Arbeitszeit jederzeit freinehmen.“

Sandra nickte begeistert. – Toller Job. – Heiner wuffte kurz. (Übersetzung: „Tolle Betreuerin.“)

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Der Text entstand nach einem Bild, das einen Gerichtssaal zeigte und unter der Überschrift: der Zeuge oder die Schuldfrage stand.

So steht es also nun fest. Die letzten Stunden vor der Verhandlung nehmen ihren Lauf. Ich habe heute versucht meine Gedanken abzulenken(einige Seiten für meine Schreibkurse gestaltet)und so ruhig zubleiben, wie es mir möglich ist. Ich habe mir eingeredet, ich wäre gut vorbereitet, was ich in der Tat bin, aber das hindert mein Unterbewusstsein nicht daran auf Abwege zu gehen.

Im Allgemeinen bin ich bei solchen Dingen die Panik in Person. Diesmal erstaunlicherweise nicht so extrem. Zumindest was die gedankliche Achterbahnfahrt betrifft. Das äußert sich diesmal eher körperlich. Heute kamen die Übelkeit und der Kopfschmerz zurück. Ich trag es mit Fassung, die zwei kenn ich ja nun schon seit ein paar Wochen. Ich will nicht sagen, ich hätte sie vermisst, aber ich halt es aus.

Ich will nichts schwarz malen und keine großen Erwartungen hegen. Das ist das Beste. Je weniger man will, umso weniger kann man verlieren, oder enttäuscht werden, wenn man es nicht bekommt.

Die Frage, die mir im Kopf herumgeht ist: was habe ich zu verlieren. Nichts, was nicht schon verloren wäre. Und alles was mir zugestanden wird, ist ein Zuckerstückchen für mich. Wie groß das ausfällt? Wir werden sehen.

Eine andere Sache, die ich mich frage und die sich erst morgen beantwortet: wie sieht der Richter die ganze Sache? Wer ist im Recht? Wer nicht? Und wie viel Energie wird die Gegenseite aufwenden, um die ungeliebte Klägerin ins Boxhorn zu jagen?

Während ich hier sitze und schreibe, wundere ich mich wirklich über meine innere Ruhe. Gut, es ist kein Geheimnis, aber ich habe in den letzten Wochen Diana Coopers Weisheitskarten* gelesen. Da stehen ein paar schlaue Sachen drin:

 Klarheit

Erlauben sie es ihrer inneren Weisheit, den Lärm ihrer Gedanken zu durchdringen. Ein stiller klarer Verstand kann alles von einer höheren Warte aus sehen. So wird es ihnen möglich, ihr Leben realistischer einzuschätzen. Die Wahrheit ist immer einfach.

Hat man eine klare Vision, kann man die richtigen Entscheidungen treffen.

Nachhaltigkeit

Verschwenden sie ihre Lebenskraft nicht, in dem sie sich Sorgen machen, sich Stress aufbürden, oder zornig werden. Kultiviere einen positiven Geist, damit sie selbst wieder ins Gleichgewicht kommen.

Integrität

Wenn sie sich selbst immer treu bleiben, erlangen sie mühelos eine natürliche Autorität. Andere Menschen spüren Ihre Ehrlichkeit und reagieren entsprechend darauf.

Halten sie ungeachtet der äußeren Umstände unbedingt an ihren Prinzipien fest. Letztendlich werden sich Aufrichtigkeit und Integrität immer durchsetzen.

„Wir machen nichts, was wir nicht wollen.“

Die Lebensregel, die uns Frank hinterlassen hat. Leider auf eine schreckliche Art und Weise. Ich hätte es mir so sehr anders gewünscht, aber manche Dinge kann man nicht beeinflussen, aber man kann aus ihnen lernen und sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Wir sollten aus den Ereignissen unseres Lebens lernen, damit es nicht nutzlos gewesen ist. Im Übrigen wird man sonst immer wieder mit diesen Dingen konfrontiert. Es wird nicht aufhören, bis wir unsere Handlungsweise ändern. Das liegt an uns.

Perspektiven

Ihre Reaktion auf eine Situation hängt ganz von ihrer Sicht ab. … Wenn sie die Dinge von einer höheren Warte aus betrachten, gewinnen sie einen besseren Überblick und erkennen verschiedene Optionen besser.

Loslassen

Dem Verhaftetsein an eine Person, ein Ziel oder an Sicherheit im Allgemeinen liegen Angst und das Verlangen zugrunde, das Leben zu Kontrollieren.

Ihr Loslassen ermöglicht es dem Universum, perfekte Umstände zu erschaffen. Loslassen ist der Schlüssel.

(Außerdem kann man nichts Materielles mitnehmen, wenn man geht.)

Risiko

Jede Form des Wachstums birgt gewisse Risiken. Wenn sie sich scheuen, Risiken einzugehen, werden sie nie über die Grenzen des ihnen Vertrauten hinausgelangen.

Verzweiflung und Angst führen lediglich zu unbesonnenen Entscheidungen, deshalb sollten sie stets ruhig, gelassen und rücksichtsvoll bleiben.

Fragen sie sich, was auf dem Spiel steht und riskieren sie nur das, was ihnen gehört. Bedenken sie, das Sicherheit eine Illusion ist. Handeln sie offen, weise und ehrlich. Akzeptieren sie das Ergebnis leichten Herzens, dann wird alles gut sein.

Authentizität

Seien sie stets aufrichtig und authentisch, damit ihre Mitmenschen ihre Integrität spüren und ihnen vertrauen.

Das Universum wird ihnen Türen und Möglichkeiten öffnen, die sie sich nicht einmal in ihren kühnsten Träumen vorstellen können.

Präsenz

Die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft ist noch nicht da. Aber die Gedanken, Worte und Handlungen dieses Augenblicks wirken sich entscheidend auf die nächsten Momente ihres Lebens aus. Jedes positive Gefühl, das sie jetzt haben, erzeugt die positiven Eigenschaften, die sie in der Zukunft brauchen.

Selbstdisziplin

Wenn sie genügend Selbstdisziplin entwickelt haben, können sie darauf vertrauen, dass sie in jeder Situation angemessen reagieren werden. Dies ist eine notwendige Voraussetzung, um inneren Frieden zu finden.

Wenn andere sich ereifern und die Ruhe verlieren, kann sie sich zurückhalten und ihre Würde bewahren.

Erfolg

Erfolg und Misserfolg sind nichts weiter als Etiketten, die uns blenden und entweder zu Überheblichkeit oder Verzweiflung führen. Triumphe können von kurzer Dauer sein, aber Enttäuschung kann uns zum Segen gereichen, wenn wir uns selbst nicht dafür verurteilen.

Genießen sie ihre Erfahrungen und schauen sie auf den positiven Aspekt einer jeden Situation.

Erwartungen

Erwartungen sind unglaublich mächtige magnetische Kräfte, die auf zellulärer Ebene wirken, um etwas ins Leben zu rufen. Erwartungen ermöglichen es ihren Absichten Realität zu werden. Aber bedenken sie bitte, dass ihr Fokus sowohl positiv als auch negativ sein kann.

Macht

Wer Ruhe, Selbstvertrauen und Selbstsicherheit ausstrahlt, der besitzt eine natürliche Macht… Wer Macht über sein Leben erlangt hat, akzeptiert die Dinge wie sie sind, schiebt niemandem und nichts die Schuld zu und sieht auch nicht zurück. Stattdessen lebt er weise in der Gegenwart und handelt mitfühlend und entschieden.

Dankbarkeit

Suchen sie nach dem Positiven in jedem Menschen und jeder Situation und üben sie sich in Dankbarkeit.

Wenn sie für das dankbar sind, was sie bereits haben, können sie auch großzügiger und gütiger sein.

Güte

Sind sie gütig und liebevoll, fühlen sich die Menschen in ihrer Umgebung wohl.

Handelt nur ein einziger Mensch mit Güte, kann er Umstände und Menschen verwandeln, weil er den Samen des Friedens in ihre Herzen und Seelen sät.

Arbeit

Wenn sie sich ihren Lebensunterhalt freudig und auf integere Weise verdienen, dient alles, was sie tun, der ganzen Menschheit.

Harmonie

Sie sind der Dirigent ihres Lebens und ihre Beziehungen sind das Orchester. … Überprüfen sie, ob sie sich mit den wichtigen Menschen in ihrem Leben in Harmonie befinden. Überprüfen sie auch, ob sie mit sich im Einklang mit sich selbst sind.

Gegenseitiger Vorteil

Ein weiser Mensch wird nach Lösungen suchen, bei denen alle Beteiligten etwas gewinnen können. Das mag bedeuten, dass man manchmal darauf verzichten muss, seine Interessen um jeden Preis durchzusetzen. Dafür ziehen dann alle Beteiligten Nutzen aus der Situation.

Der gute Wille, den sie jetzt an den Tag legen, wird sich positiv auf ihre Zukunft auswirken.

Handeln

Bedenken sie, dass es ihre eigenen Entscheidungen sind, die definieren, was aus ihnen wird und welchen Ruf sie haben.

Treffen sie jetzt Entscheidungen, die von Klarheit, Integrität und Mitgefühl getragen werden. Es geht darum, weise und im Interesse aller zu handeln.

Wenn man so auf sich selbst zurückgeworfen ist, um sich mit sich und seiner „Schuld“ auseinanderzusetzen, dann hat man einige Zeit zu lesen und zu prüfen, – wie mein Bruder immer sagt – , bin ich bescheuert oder die anderen. Denke nur ich so, oder sehen andere auch das Problem an der Sache.

Ok, um es kurz zu machen. Ich bin nicht die einzige, die das Problem an der Sache erkennt. Aber es hat schon was von David und Goliath sich gegen jemand zu stellen, der ein dickes Bankkonto und einen Gottkomplex hat. Oder sagen wir einen Hauch von Größenwahn.

Es macht mir etwas Sorgen, dass ich nichts von diesen Eigenschaften, wie Selbstüberschätzung und Überheblichkeit/ Arroganz, für mich beanspruchen kann oder will. Ich kenne meine Grenzen und bin eher der Typ, der für Harmonie auch etwas hinnimmt, was mir nicht gefällt. Meine Schmerzgrenze, einem anderen „eins auszuwischen“, ist recht hoch. Allerdings hat Goliath die Grenze weit überschritten. Nicht nur meine, sondern die vieler anderer auch. Und da schreit mein Gerechtigkeitssinn: Jetzt reicht`s. Ich muss den Mund aufmachen und die Wahrheit sagen. „Keine Feigheit vor dem Feind“. Meine Oma wäre stolz auf mich, wenn sie wüsste, dass ich mir die ungerechte Behandlung nicht gefallen lasse.

Ich werde mir also die kleinen Steine von David ausleihen und die Schleuder und dann versuche ich genau dasselbe, was der gute David vor ein paar tausend Jahren geschafft hat, Goliath direkt vor die Stirn zu treffen, damit es endlich etwas mehr Gerechtigkeit gibt.

*Die zitierten Texte aus den Weisheitskarten sind Auszüge.

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