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Posts Tagged ‘Begeisterung’

Mein Liebster,

lange Zeit war ich in einen Schutzmantel gehüllt. Ließ niemand meine Tränen, meine Trauer sehen. Zu oft wurde ich verletzt, mein Herz und meine Seele trugen unzählige Narben. Auch wenn ich dir zurückhaltend und schüchtern vorkomme, es ist nur ein Rest Vorsicht und Unglaube, dass ich diese Gefühle erlebe. Ich weiß nicht was geschehen ist, wann genau dieser Moment eintrat, als du begonnen hast meine Mauer einzureißen. Doch was ich weiß ist, dass sich die Dinge verändert haben.

Der Tag ist heller, die Nacht geheimnisvoller. Die Freude ist größer, der Schmerz stärker. Ich fühle mich stark, während ich in deiner Nähe schwach werde – Wachs in deiner Hand. Wenn du mich auf deine besondere Weise anschaust, spüre ich den leidenschaftlichen Herzschlag, den ich so lange vermisste. Deine Hand in meiner fühlt sich so vertraut und richtig an, als wäre es nie anders gewesen.

Deine Begeisterung und deine Leidenschaft für die Dinge des Lebens zu sehen, erfüllt mich mit Freude und steckt mich an gemeinsam mit dir auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich verstehe deinen Humor und liebe es mit dir zu lachen. Wenn deine Finger und deine Lippen meine Haut berühren, erwacht eine Sehnsucht in meinem Inneren, die nach Erfüllung – Vereinigung sucht.

Ich habe Angst davor dich zu lieben, weil ich meinen Schutz aufgeben muss. Ich will dich lieben und kann es nur ganz tun, mich dir völlig öffnen und hingeben, mit allem was ich habe und bin. Du hast die Tür aufgebrochen und wenn ich über diese Schwelle gehe, gibt es kein Zurück. Nur noch dich und mich.

Deine Geliebte

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In einem Artikel über Schriftsteller (von Marcus Johanus) las ich gestern: „Autoren sind anders als andere Menschen. Sie sind z. B. glücklich, wenn sie mit einem Laptop auf den Knien unbeachtet in einer Ecke sitzen können – und das für Stunden.“

Ja, der schreibende Mensch ist anders, als andere Menschen und er ist es gerne. Wer einmal Blut geleckt hat und vom Schreiben infiziert wurde, ist für die „normale“ Welt verdorben. Das Ganze grenzt manchmal an eine Obsession oder sieht für andere so aus – weil sie nicht nachvollziehen können, was im Kopf eines Schriftstellers vor sich geht. Ein „normaler“ Mensch denkt: Der setzt sich hin und schreibt eben mal ein Buch.

Genau das ist es nicht. Keiner von uns setzt sich eben mal so hin und klopft ein Buch in die Tasten seines Laptops. Davon abgesehen, dass ein Schriftsteller unter einer Schreibblockade leidet, wie ein waidwundes Tier – lebt er auf, sobald „es läuft“. Wenn die Ideen aufs Papier zu fließen beginnen. Die Charaktere der Geschichte anfangen zu leben. Denn das tun sie. Ein Schriftsteller lebt mit ihnen, er unterhält sich mit ihnen, lernt sie kennen, liebt sie, hasst sie, leidet mit ihnen oder stößt ihnen ein Messer ins Herz, um danach die ganze Nacht darüber nachzugrübeln, ob er das Richtige getan hat.
Schreiben ist meine große Liebe. Sie lässt mein Herz bluten, wenn ich keine Worte finde. Sie ist mein Heilmittel. Sie sagt, was ich nicht über die Lippen bringe. Sie tröstet mich. Sie inspiriert mich. Sie regt mich an und auf. Sie macht mich stärker.

Ich begann mit dem Schreiben, um mir das Leben schön zu schreiben, weil „das da draußen“ mich frustriert hat. Doch nach den ersten Versuchen, bei denen ich heute die Hände über dem Kopf zusammenschlage, wie die meisten Schreibenden, wurde das Schreiben eine eigenständige Sache. Ich schreibe mir das Leben zwar immer noch schön, aufregend, abenteuerlich usw., aber ich schreibe, weil ich es tun muss. Kein wenn, kein aber.

In meinem Kopf bewegt sich immer eine Geschichte, alles ist Inspiration. Ich beobachte meine Umwelt, Menschen, Beziehungen … nicht mit schadenfroher Neugier, sondern weil es mich interessiert – wie funktionieren die Dinge? Was muss geschehen, damit etwas anderes passiert? Wer sagt was und was passiert dann?
Meine Freundin sagte einmal: Du hast zu allem sofort eine Geschichte. Das war das größte Kompliment, das mir ein/e andere/r Schreiber/in gemacht hat! Ich bin nicht die beste Schreiberin, da bin ich demütig – aber ich glaube, ich bin eine gute Geschichtenerzählerin und ich liebe das Schreiben. Von ganzem Herzen und voller Begeisterung. Ich versuche dem Schreiben mit jeder Zeile besser gerecht zu werden, und dazu zu lernen. Diese Liebe hat mit den Jahren nie nachgelassen, sondern ist immer größer und stärker geworden. Ein Leben ohne das Schreiben kann ich mir nicht mehr vorstellen.

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… ist, dass es nicht so weiter gehen kann. Im Moment ändert sich alles. Unsere Familiengröße, meine Arbeit, meine Mobilität. Profan eigentlich, aber trotzdem ein wichtiger Faktor. Ich liebe Autofahren und jetzt habe ich mein eigenes winziges Auto. OK, es ist eigentlich ein Opi, aber ein rüstiger. Aquamarin mit 54 PS und 80.000 gelaufenen Kilometern. Wenn ich nicht auf den Spritverbrauch (Kosten) aufpassen müsste, würde ich ihn mit Sicherheit schon einige Kilometer bewegt haben. Bis jetzt steht er nur im Hof und wartet auf seinen Einsatz. Sein Name ist Morris Green und ich mag ihn. Er hat ein Radio, Verbandskasten, Warndreieck und einen Einkaufskorb im Kofferraum.

Ich bin überzeugt, dass wir beide eine gute Zeit haben werden. Und obwohl ich mir keine Illusionen mache – ich komme mir vor wie ein Teenager. Dabei habe ich meinen Führerschein erst mit 31 gemacht und mein letztes eigenes Auto hatte ich vor 8 Jahren. Vielleicht ist es das? Ein kleines Stück Freiheit. Ich muss zwar mit dem Sprit haushalten, aber wenn ich wollte, könnte ich hinfahren, wohin immer ich will.

Nach langer Suche ändert sich auch mein Status von arbeitssuchend in angestellt. Ich bin froh, endlich wieder was zum Familienkapital beitragen zu können und bin ziemlich aufgeregt, ob ich mir auch wirklich das ausgesucht habe, dass zu mir passt und mit dem ich glücklich werden kann. Denn da ist noch etwas …

… das Schreiben. In letzter Zeit unglücklicher Weise zu sehr in den Hintergrund getreten. Ich weiß eins und das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche (hätte meine Oma gesagt), ich will schreiben und das nicht nur als Lückenbüßerbetätigung einer gelangweilten Hausfrau. Das bin ich wirklich nicht, gelangweilt. Ich muss eher aufpassen, dass ich mich mit meinen ganzen Aktivitäten nicht übernehme. Aber da mein Mann kein Krösus ist und ich keine reiche Erbin und mein Bestseller auf sich warten lässt, muss ich arbeiten, um schreiben zu können. Schließlich will auch ein Schriftsteller etwas essen und Kaffee trinken ;-), und ab und an sind ein paar neue Schuhe nicht schlecht oder ein interessantes Buch. Dazu soll alles mit rechten Dingen zu gehen – Steuer, Sozialabgaben und so weiter … . Ein Wissen, das sich ein Normalsterblicher mühsam aneignen muss. Denn mal ehrlich, wer steigt durch den ganzen Paragrafendschungel durch, wenn er nicht gerade vom Fach ist? In den Zeiten allgemeiner Teuerung, wachsender Vorschriften und Mount-Everest-artigen Papierbergen eine Herausforderung.

Aber zurück zum Eigentlichen: Schreiben ist, was ich will. Darüber muss ich nicht nachdenken, das ist Fakt und Tatsache ist, dass sich alles diesem Ziel unterordnen muss. Wenn man erkannt hat, was für eine Bestimmung man im Leben hat, dann muss man dies tun. Mag meine Schreiberei gut oder schlecht sein, das ist im Grunde nicht wichtig (auch wenn ich mich redlich mühe), wichtig ist, dass mich Schreiben zufrieden macht und dass ich mit meiner Begeisterung und meinem Wissen andere für das Schreiben interessieren kann. Das ist der Punkt. Meine Begeisterung weitergeben und anderen ein Mittel zu zeigen, das ihnen im Leben einen Nutzen bringt. Ihre Kreativität zu entdecken, sich selbst zu erkennen, die Geschichten aus sich heraus zulassen, wortgewandter zu werden … .

„Nichts ist so sicher, wie die Veränderung.“ Nur eins wird sich nicht ändern: mein Wunsch zu schreiben.

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