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Posts Tagged ‘Angsthase’

„Ich habe mich noch nie vor Gespenstern gefürchtet.“

Anthony ging zielstrebig auf die Kellertür zu.

„Nein, warte“, rief Dean, „nicht! Was, wenn dort wirklich ein Geist ist?“

„Quatsch!“, Anthonys Stimme klang ärgerlich, „du bist ein Angsthase. Das ist vielleicht eine Katze oder eine Maus.“ Er legte die Hand auf die Türklinke. „In solchen alten Häusern knackt und knarzt es eben, sagt mein Vater.“

Dean stand unschlüssig auf der Schwelle der Haustür und sah zu wie Anthony die Klinke der Kellertür herunterdrückte. Er fühlte eine scheußliche Enge in seinem Hals, konnte kaum schlucken und ein kalter Schauer jagte ihm eine Gänsehaut über den Rücken.

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„Komm, lass uns gehen!“ Jenny zupfte mich am Ärmel. „Bitte, so etwas geht nie gut aus.“

Ich lachte.

„Sei kein Angsthase! Was soll passieren? Sie schmeißen uns vom Grundstück oder rufen Mum und Dad an.“

Seit Monaten schlich ich an der geheimnisvollen Tür vorbei und malte mir aus, welche Wunderdinge sich dahinter verbargen. Es wurde Zeit das Geheimnis zu lüften. Wenn nicht jetzt, wann dann?

„Nein, tu das nicht“, jammerte Jenny und hängte sich mit ihrem ganzen Gewicht an meinen Arm.

Ich schüttelte sie ungnädig ab.

„Du musst ja nicht mitgehen. Lauf heim und geh petzen.“

Jenny schniefte leise und wischte sich ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln. Ich reichte ihr ein Taschentuch.

„Entschuldige, aber ich muss das tun. Entweder du kommst mit oder du gehst nach Hause.“

Ich konnte ihr den Zwiespalt ansehen. Sie zögerte noch einen Moment und sah mich flehend an. Dann drehte sie sich um und rannte davon. – Es ist besser so. Wenn sie jemand schnappen, dann reicht es ja, wenn ich es bin. – Ich atmete einmal tief durch, dann lehnte ich mich gegen die Tür. Lautlos schwang sie auf.

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Tagebucheintrag, 4.4.2014

Ich habe Angst. Das Haus ist mehr als unheimlich. Am Tag ist es geradeso zu ertragen, aber in der Nacht ist es angefüllt mit merkwürdigen Geräuschen, die ich nicht zuordnen kann. Dabei bin ich eigentlich kein Angsthase und habe mich nie für abergläubisch gehalten. Vielleicht liegt es an den vielen Zimmern, in denen ich mich immer noch verlaufe und den skurrilen Hausbewohnern. Sie sind zuvorkommend und aufmerksam, manchmal etwas zu sehr – alles etwas oldschool. Andererseits grenzt ihre Aufmerksamkeit schon an Beobachtung, um nicht bespitzeln zu sagen. Oder meine Nerven liegen einfach nur blank.

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