Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Anfang’

Nur noch ein paar Schritte und ich hole mir zurück, was seit Generationen meiner Familie gehörte. Ich verberge mich im Schatten. Lausche. Es ist still. Der Hausdiener macht seinen Rundgang erst in einer Stunde. Bis dahin bin ich weit fort.

Wolken schieben sich vor den Mond, tauchen den Raum in Dunkelheit. Lautlos gehe ich zu dem Schaukasten auf der anderen Seite des Raumes. Da ist er! In der Dunkelheit kann ich nur seine Form erkennen. Oft stand ich hier, dem Familienschatz zum Greifen nah, ohne ihn erreichen zu können. Mit einem Draht öffne ich das Schloss der Vitrine.

Lächerlich, dass es keine Sicherheitsvorrichtungen gibt. Der Kompass ist mehr wert, als alle anderen Gegenstände in diesem Zimmer, ja in diesem Schloss. Wenn die van Buren wüssten, welcher Zauber dem Kompass innewohnt, könnten sie Königreiche damit erwerben.

Ich bin gekommen, dies zu verhindern. Meine Familie wurde zu Wächtern des Kompasses ernannt, auch wenn ich die letzte unseres Clans bin, werde ich nicht zu lassen, dass böse Menschen den Kompass für ihre abscheulichen Pläne benutzen. Die van Buren werden für den Frevel bezahlen. Durch ihren Verrat Blut klebt an ihren Händen und ich werde ihr Richter sein.

Ich hebe den Kompass aus dem Kasten. Zum Schutz trage ich doppelt genähte Lederhandschuhe trotzdem spüre ich seine Kälte. Vorsichtig wickele ich ihn in ein unbehandeltes Seidentuch und stecke ihn in die Innentasche meiner Jacke. Es wurde aus einem einzigen Faden gewoben. Ich schließe den Deckel der Vitrine.

Da ein Geräusch. Ich halte den Atem an. Lausche. Ich bin nicht mehr allein. Sie sind zu zweit. Bis zur Tür sind es nur zehn lange Schritte. Ich atme einmal tief durch, balle meine Hände zu Fäusten. Jetzt! Ich drehe mich um, hebe die Hände und ziehe die Fäuste ruckartig nach außen. Sie geben den Mechanismus und meine Handgelenke frei. Zwei scharfe Dolche suchen sich den Weg in die Körper der Angreifer. Einer der beiden schreit laut auf. Treffer! Ich laufe los.

„Ich bin verletzt!“, keucht ein Mann, „pack dir den Dieb, Connor und keine Gnade!“

Ich höre schwere Schritte. Sehe die Silhouette eines großen Mannes an mir vorbei hasten. Als es wieder still ist, steige ich aus dem großen Wäscheschrank, in den Connor mich als Kind so oft eingesperrt hat.

Seelenruhig gehe ich in die Bibliothek und öffne die Tür des Geheimgangs. Als sie sich wieder hinter mir schließ, muss ich lächeln. Dies ist erst der Anfang! Ich mache euch van Burens das Ende so schmerzhaft wie möglich.

Read Full Post »

Mia hatte das Gefühl jemand würde ihr inwendig die Haut abziehen. Alles in ihrem Körper fühlte sich wund an. Sie hatte den Eindruck ihr Herz würde sich zu einem unbeweglichen, harten Klumpen verkleben und ihre Seele schrumpfte zu einem zerknitterten, unkenntlichen Etwas zusammen.

Es war also nur darum gegangen. Sie bedeutete ihm nichts. Er hatte sie genommen und benutzt. Das Gefühl aus ihr herausgesaugt. Darum war er ihr die ganzen Jahre ausgewichen, wenn sie ihn fragte, warum liebst du mich.

Er sagte die Worte, aber es waren nur Laute ohne Bedeutung. Mia glaubte ihm, wollte ihm glauben, nun verkehrte sich das Ganze ins Gegenteil. Dabei hatte sie sich damals geschworen, nie wieder würde sie einen Mann so sehr lieben, dass er ihr wehtun konnte. Es war ihr nicht gelungen.

Lieben konnte Mia nur ganz. Mit allem, was sie ausmachte. Sie hielt nichts zurück. Gab ihre Wünsche und Sehnsüchte preis, ihren Körper, ihre Kraft, ihre Fantasie. Nun ließ er sie zurück. Er hatte etwas Neues gefunden, das ihn nährte.

Alles in ihr begehrte auf. Übelkeit kroch durch ihren Bauch, hinauf in ihre Speiseröhre und ihren Rachen. Der Schmerz erfasste jede Zelle, jeden Gedanken. Ihr Kopf glühte und ihr Körper erzitterte unter einem Schüttelfrost.

Mia wollte nur noch schlafen, schlafen, nichts mehr denken, nichts mehr fühlen. Sie sehnte die Dunkelheit herbei, aber sie kam nicht. Wenn es kein Ende gab, stand sie wieder am Anfang. Sie wusste nicht wie, aber sie musste überleben.

Read Full Post »

Das Jahr

Das Jahr ist vorüber

Die Träume geträumt

Die Tränen geweint

Die Wege gegangen

 

Wir stehen am Ende

Und doch, ein Anfang

 

Schließ die Augen

Sieh die neuen Träume

Sieh die Tränen

Die sich in Lachen wandeln

Sieh die neuen Wege

Die du gehen wirst

 

Öffne die Augen

Schau mich an

Ich reich dir meine Hand

Lass uns ein Stück gemeinsam gehen.

 

Dieses Gedicht ist besonders meiner Familie gewidmet und guten Freunden. Vor einer Woche ist mein Bruder verstorben. Zwischen uns liegt nur ein Altersunterschied von einem Jahr. Wir haben viel miteinander erlebt. In unserem Gedächtnis wird er so bleiben, wie er war: fröhlich, humorvoll, nie nachtragend, fleißig, ehrgeizig, begeisterungsfähig, mit Sinn für die Familie. Das letzte Jahr war sehr schwer für ihn und ein winziger Trost ist, dass er jetzt Ruhe gefunden hat und dass die Schmerzen ein Ende haben. Mein Bruder ging nie den Weg des geringsten Widerstandes. Er trat für das ein, was er als richtig empfand.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein Spruch von Christian Morgenstern ein: „Wenn man sich selber treu bleiben will, kann man nicht immer anderen treu bleiben.“ Das entspricht seinem Rat, den er mir einmal gegeben hat: „denk darüber nach, was du willst und dann handle danach“. Ich habe mir vorgenommen viel öfter daran zu denken und zutun, was ich für richtig halte und mich nicht von anderen oder den Konventionen abhalten zu lassen meinen Weg zu gehen.

Im Gedenken an die lieben Menschen, die von uns gegangen sind. Und für alle, die wir in ein neues Jahr gehen: Liebe, Gesundheit und ein friedliches Jahr 2013.

Read Full Post »

Aus dem Radio drang Musik in das Wageninnere. Die Klänge vereinten die beiden Menschen in ungefährlichem Schweigen. Sie hingen ihren Gedanken nach. Lea versuchte sich auf die Straße zu konzentrieren. Normalerweise gelang ihr das mühelos, aber der herrliche Frühlingstag füllte ihren Kopf mit anderen Gedanken, die sie am liebsten sofort in eine Geschichte verwandelt hätte.

Schreiben wäre jetzt schön. Einfach schreiben. Fenster auf. Sonne und Luft herein lassen.

Sätze flossen durch ihren Kopf. Absätze. Sie formte, änderte, verdichtete, verwarf, nur um sie in einem neuen Gedankengang wieder auferstehen zu lassen.

Liebe, immer wieder diese verfluchte, komplizierte Liebe. Gibt es denn nichts anderes? Gut, Liebe und Tod. – Auch nicht besser! Am Ende läuft es doch immer wieder auf dasselbe raus: Ohne Liebe geht nichts. – Das ist Jacks Schuld.

Heute Morgen war er wieder durch ihre Träume gegeistert und hatte sie in Aufruhr versetzt.

Immer wieder Jack. Dabei ist er nur eine Figur aus einem Film. Was hat der Mann nur an sich, dass ich auf ihn anspringe, wie eine Zecke und mich so festbeiße, dass er sogar vor meinen Träumen keinen Halt macht?

„Wild, Wild, one“, tönte Iggy Pop aufreizend aus dem Lautsprecher. Seine tiefe, gefühlvolle Stimme fuhr Lea in den Bauch und versetzte sie in lustvolle Vibrationen.

Wild sein, das wäre toll. – Ich bin viel zu brav.

Sie warf ihrem Beifahrer einen hastigen Seitenblick zu. Er hieß David, hatte sie auf ihrem Adresszettel gelesen, und ein Augenschmaus, das war selten. Lea atmete seinen Duft ein. Ihr lief das Wasser im Mund zusammen.

Er riecht gut. Beinahe lecker. Als würde die ganze Wohnung nach frisch gebackenem Schokokuchen duften. – Es sollten viel mehr Männer so gut riechen. „The New Fragrance For Man – David Brownie – von Bossy”. Vielleicht sollten Frauen nach Steak riechen, wenn sie Männer aufreißen wollen?

Sie musste lächeln. Bei der Begrüßung, am Auto heute Morgen, hatte David ihr einen angenehm, erfreuten Blick zu geworfen und als sie sein Gepäck einladen wollte, strikt abgelehnt.

„Kommt gar nicht in Frage! Wäre ja noch schöner!“

Ohne Probleme hatte er seine Taschen im Kofferraum verfrachtet. Geschmeidig und lässig, jeder Zentimeter selbstbewusst und mit einer knackigen Rückenansicht.

Warum der wohl bei uns zur Reha war? Er sieht überhaupt nicht versehrt aus.

Leas Blick blieb an seinem ebenmäßigen Gesicht hängen. David war der dunkle Typ, Sonnyboy mit Restgeheimnis.

Oh, Gott. Kitsch as Kitsch can. Du solltest es besser wissen, als Schriftstellerin. – Er würde eine gute Figur als Vampir abgeben. – Kuck auf die Straße!

Der Kofferraum schnappte zu. Lea beklagte es selten auf der Rückfahrt keinen Fahrgast zu haben. Heute, ohne Davids kribbelnde Gesellschaft, bedauerte sie es doch. Sie wollte ihm gerade die Hand zum Abschied reichen, als er fragte:

„Müssen sie gleich weiter? Oder darf ich ihnen noch einen Kaffee anbieten?“

Davids Stimme hatte eine rote Melodie, die sich in Leas Sinne schmeichelte. Barry Whites Soulsexstimme. Das war es. Ihr Herz entzündete sich.

Wild sein! Jetzt! Das kommt nie wieder.

Der Gedanke rannte ihr wie Opium durch den Kopf und betäubte ihre letzten Skrupel.

„Ja“, sagte sie. Es klang wie eine Frage.

David hielt ihr die Tür auf. Die Wohnung war gemütlich. Bilder, Pflanzen, ein weiches Sofa mit Kissen. Ein vollgestopftes Bücherregal fiel Lea sofort ins Auge. Eilig flogen ihre Blicke über die Buchrücken. Garcia-Marquez, Shakespeare, Lasker-Schüler, Hesse, Rilke, Kästner, Hohlbein, Kunstbände. Lea beruhigte sich. Die meisten Bücher besaß sie selbst. Letzte Zweifel an David verflogen. Das war ein gutes Omen.

„Der Kaffee ist fertig.“ David stellte zwei Kaffeetassen auf den Couchtisch. „Milch und Zucker?“

„Milch, danke.“

Ihre Finger berührten sich, als David Lea die Tasse reichte.

Fehlt nur das Zischen und Funken sprühen, dachte Lea.

Sie lagen Seite an Seite. Ihre Blicke berührten sich. Tauchten ineinander, streichelten, liebkosten, verschmolzen.  Silberne Fische im Strom.

Lea sah David atemlos an. Jede Linie seines Gesichts war ihr vertraut. Tausendfach erinnerte es sie an die sehnsuchtsvollen Nächte, in denen sie Jacks Gesicht vor sich gesehen hatte. David war Jack.

„Ich will dich.“

Seine Stimme rieb über Leas Haut. Warm und fest. Ihre Sinne und ihr Körper öffneten sich für ihn. Füllten ihre vereinsamten Herzkammern mit glühender Lust.

„Ich will dich jetzt.“

Davids Stimme brach die letzte Brücke ihres alten Lebens ab. Die Zeit blieb stehen, verging, hielt an. David wurde ihr Schöpfer. Seine Lippen, seine Hände, sein Körper erschafften einen neuen Menschen. Lea war nicht länger eine Hülle, sondern ein Gefäß. Ihre Gefühle waren keine Illusion aus schlaflosen Nächten, sondern greifbare Wirklichkeit. David verwandelte Lea mit loderndem Feuer und sengender Hitze aus Lust und unbändigem Verlangen. Mit donnerndem Strom und plätscherndem Regen. Mit lieblicher Brise und brüllendem Sturm, der sie zerfetzte und neu zusammensetzte. Dem heißen Atem der Wüste und der kalten Stille des Eises. Leas Körper schrie vor Begierde nach mehr. David entfesselte das Meer für sie. Hoch aufgepeitscht, begrub seine Leidenschaft alles unter sich. Er riss Lea in seinen Abgrund der Sinnlichkeit, bis sie im Rausch jeden Halt verlor. David nahm Leas Sehnsüchte und ersetzt sie durch seine.

„David?“, flüsterte sie atemlos.

„Ich bin hier. Du gehörst mir.“

Seine sanfte Stimme drang Lea bis ins Blut und zeigte ihr den Weg.

„Ja, ich weiß. Ich habe es immer gewusst.“

David lachte leise, dann zog er Lea in den nächsten hemmungslosen Strudel.

Lea lag in Davids Armen. Ihr Atem ein erschöpftes Keuchen. Sein Verlangen hatte alles genommen, ihre Gier alle Grenzen gesprengt. Ihre bedenkenlose Unersättlichkeit hatte alle Hemmnisse abgebrannt.

Wild, Wild one.

Die Worte flackerten in Neonfarben hinter ihren geschlossenen Augenlidern auf und ab. Wild war sie gewesen, wie noch nie in ihrem Leben. Kein Kitsch, kein Klischee auf Papier. Einfach sie und die Lust, die sie spürte. David, der ihren Körper in Besitz nahm, sie zum Fließen brachte, ihr seinen Rhythmus gab, sie zu diesem ekstatischen Tanz verführt und eine ungeahnte Lust verschafft hatte. Er beherrschte das Spiel meisterlich. Das war Leben zum Anfassen. David betrachte sie mit dunklen Augen. Lea hatte ihn genauso überrascht, wie sie sich selbst.

Weggefegt habe ich ihn. Alles aus ihm rausgeholt. Ihn fertig gemacht.

Lea lachte leise. Sie hatte das Gefühl, David immer noch hart und tief in sich zu spüren. Ein letztes Mal fuhren ihre Finger über Davids warme Haut. Unauslöschlich in ihr Leben gebrochen, hatte er wilde Samen auf ihre Zurückhaltung gesät. Melancholie sprang sie an.

„Ich muss gehen.“

Lea griff nach ihren Sachen, wollte sich anziehen.

„Born to be wild.“

Davids Worte hakten sich in Leas Gedanken. Energisch zog er sie zurück in seine Arme.

Geboren um wild zu sein.

Die Saat zerstörte Leas Widerstand. Das Ende war ein Anfang.

Read Full Post »

….sagt man. Zumindest die Dichter der Romantik. Ob die damals noch zaubern konnten? Gut, ich gebe zu, allem Anfang wohnt ein Zauber oder eine Faszination inne, wie man heute in den modernen Zeiten sagen würde. Oder kennen sie einen Wissenschaftler, der zugeben würde, das Verliebtheit etwas mit übernatürlichen Kräften zu tun hätte? Ich nicht. Und irgendwie drängt sich mir auch der Verdacht auf, dass die Halbgötter in Weiß noch nicht einmal das Wort Faszination gelten lassen wollen, obwohl sich das doch sehr schön professionell anhört.

Nichts ahnend sitze ich vor dem Fernseher, zappte mich durch das Land und findet mich plötzlich in einer Doku über die chemischen Gegebenheiten des Verliebens wieder. Besonders anregend, wenn man gerade selbst wild verliebt ist und denkt, das ist Mister Right!

Endlich wurde mein Warten belohnt, da erklärt der nette Herr TV – Doktor welche bezaubernden chemischen Botenstoffe unser Hirn und unser Körper ausschüttet, warum wir uns deswegen verlieben und warum das meistens nicht der/die Richtige ist, sondern eine Laune der Evolution.(Ein Mann, der Potent ist zum Kinder zeugen. Passiert meistens zur Zeit des Eisprungs. Dann der Mann zum Heiraten. Passiert meistens, wenn das Dilemma (Kuckucks-Kinder Syndrom) schon passiert ist). Alles nur eine Frage der richtigen Säfte? (Nein, bitte nicht!!! Warum beraubt ihr mich dieser Illusionen?)

Dann ein anderer Kanal: Arte. Ähnliches Thema: Arrangierte Ehen in Indien. Am liebsten würde ich sofort weiter schalten, aber die bunten exotischen Bilder halten mich fest und ich denke, nur mal schauen(Denkt man das nicht immer? Es ist zu schrecklich um hinzusehen, aber wir können unsere Blicke nicht abwenden).

Die Erklärung, dass die Eltern die Kinder am besten kennen und deswegen auch, was die Partnerwahl betrifft, den besten Durchblick haben, lässt mich auflachen (zugegebenermaßen bitter, aber immerhin lache ich heute darüber, es gab Zeiten da habe ich deswegen geweint. Ist doch schon mal ein Fortschritt!). Ob das so sicher ist? Mit Blick auf meine eigenen Eltern, die sich schon mehrmals erfolglos in der Partnerwahl versucht haben und in ziemlich verkorksten Beziehungen fest hängen, kann ich da nur sagen: good luck!(Und da ich auch schon ein paar Mal (ja leider paar kleingeschrieben und nicht Paar großgeschrieben) daneben gegriffen habe, werde ich mich tunlichst hüten meinen Kindern zu sagen, welcher Partner der oder die Richtige ist!!! Versprochen!)

Etwas später, anderer Sender: Öffentlich Rechtliche: One Night Stand oder nicht. Dabei eine flotte Nonne, die offensiv die anwesenden Talkmänner anflirtet. Sie behauptet, sie würde sich zurück ziehen, wenn sie merkt, dass ein Mann mehr von ihr will. Aber so wie ich das sehe, ist sie in dem Ausdruck ihrer Weiblichkeit nicht sehr zurückhaltend. Erst scharf machen und dann zieren? Nicht gerade die feine römische Art, oder? (Andererseits wurde in den letzten 2000 Jahren nirgendwo so begeistert das Gebot der Keuschheit übertreten, wie in der römisch katholischen Kirche. Bei den Indern ging’s auch heiß her, aber die haben das wenigstens genossen und nicht unter dem Deckmantel der Heimlichkeit getan.)

Ich seufze so tief, dass bei meinen Nachbarn die Kronleuchter wackeln müssten. Wo bitte, bleibt da der Zauber? Frühling, Mai, Küsse, Liebesschwüre, stundenlange zärtliche Telefongespräche, Gedichte, Liebesbriefe, Blumen usw. Ich mache noch einen Versuch: Privatsender. Nackte Busen, obszöne Tanzerei, abstoßende Worte, g*** Männer, die zuviel Alkohol intus haben und die Frauen gierig mit den Augen ausziehen.

Reporter: „Warum kommen sie hier her?“

Typ: „Weil`s geil ist.“

Es fehlte nur noch, der greift sich in den Schritt. Kurz und schmerzlos, aber bei dem Alkoholpegel ist nicht mehr drin. Sein Blut hat die Hirnregionen schon verlassen.

Reporter: „Warum tanzen sie Strip?“

Frau: „Weil es Spaß macht(kicher, kicher).“

Ob die einen sinnvollen Satz raus bekommt, oder ob sie bei der Verteilung der Synapsen gerade nicht anwesend war? (Sorry, Mädels, ich war jung und brauchte das Geld)

Reporter: „Gehen sie auch mit einem Mann ins Bett, wenn er ihnen genug Geld bietet?“

Frau: „Nein, nur gucken, nicht anfassen (kicher, kicher).“

Wer`s glaubt wird selig, wer nicht, kommt auch in den Himmel (und ich zuerst, kicher, kicher). Enttäuscht und entnervt will ich aufgeben.

Meine Tochter ruft von neben an: „Ma, schalt mal bei Kabel ein!“

Ma: „Wieso?“

Tochter: „Da läuft ein schöner Film (sie lacht).“

Ma: „Welcher?“

Tochter: „Unser Lieblingsfilm. „Während du schliefst“!“ Ich drücke den kleinen Knopf. Jack und Lucy sehen sich in die Augen. Alles um sie herum versinkt, es gibt nur noch die Zwei. Ich versinke auch, schmelze dahin, in Hollywoods Hochglanz Bildern. Denke an den Mann, den ich liebe, bekomme Herzklopfen und sehne mich nach seiner Nähe. Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Hollywood sei Dank!

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: