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Posts Tagged ‘365-Tage-Projekt’

Denke an einen deiner letzten Urlaube. Gab es ein besonderes Detail – ein Haus, eine Person, ein Fundstück, einen Ort, eine Gefühl – das dich besonders berührt hat?

Das ist die eigentliche Aufgabe für die Nummer 228 meines 365-Tage-Projekts. Eine Aufgabe, die mir sehr gut gefällt, da ich auf meinen letzten Kurzreisen so viel gesehen, gelesen, fotografiert habe, dass es für eine Menge Geschichten reichen würde. Zurzeit habe ich allerdings einfach zu wenig Zeit mich dieser Aufgabe intensiver zu widmen. Im Moment sitze ich jeden Tag einige Stunden an meinem zweiten Buch und schreibe. Zum Glück hatte ich mir im Vorfeld viele Notizen gemacht.

Dazu habe ich ein Angebot der Familienbildungsstätte Wetterau bekommen, aufgrund des Interesses in der KreativNacht, einen Einführungsabend zum „Kreativen Schreiben“ zu gestalten. Also einen kleinen Vortrag, dazu eine Lesung aus den Kurstexten (die im Lauf der Jahre entstanden sind) und eine Schnupperstunde für kreatives Schreiben. Eine gute Gelegenheit dem Stigma, das dem Schreiben anhaftet, den Schrecken zu nehmen.

Demnächst werde ich mich mit meiner Verlegerin treffen und ihr ein paar weitere interessante Ideen unterbreiten. Wenn ich sie dafür begeistern kann, was ich hoffe, werde ich in den nächsten Monaten mit Projekten ausgelastet sein.

Allerdings werde ich die Aufgaben für mein Projekt weiter posten und so gut es geht, die Texte dazu schreiben. So ist auch die Nummer 228  nur verschoben und nicht aufgehoben. Um einen kleinen Teil der Aufgabe anzugehen, erfolgt hier meine Liste (sicherlich nicht vollständig) über welche Punkte ich schreiben könnte. Das macht es etwas einfacher bei passender Gelegenheit direkt anzufangen.

Liste Weimar:

  1. Goethe-Haus:  Schreibzimmer, Bibliothek, Garten, Skulpturen, Medusa
  2. Schiller-Haus: Schreibzimmer, Porträts, Liebe zu zwei Frauen, über Schillers Schreibgewohnheiten (sehr interessant!)
  3. Schloss Tiefurt: Grotte, Musentempel, Teepavillon, lauschige Plätze
  4. geatmete Geschichte
  5. verfallene Häuser, Verfall
  6. Friedhof
  7. losgelöst von allen Dingen
  8. verschollen im Nirgendwo
  9. plötzliche Wintereinbrüche
  10. Schloss Belvedere: Labyrinth, geheime Gänge und Türen
  11. Opferstätte im Moor, Pferde als Grabbeigaben
  12. usw …

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Sicher haben einige von euch bemerkt, dass ich lange nichts auf meinem Blog veröffentlicht habe. Dafür gibt es eine Menge „gute“ Gründe. Ich habe in den letzten Wochen gefühlte 1000 Seiten Tagebuch geschrieben, um meine Gefühle wegzuschreiben. Immer mit dem Gedanken im Kopf, wann geh es weiter? Wann kommt endlich wieder die Lust eine Geschichte zu schreiben? Ich bin mir nicht sicher, dass sie schon wieder da ist, auch wenn die verschiedenen Ideen arbeiten.

Ein Gedanke, der mich aus meiner Erschöpfung aufgescheucht hat, kam gestern von meiner mittleren Tochter. Sie ist 21 und schreibt. Es ging um das Thema Freizeitbeschäftigung. Auf meinen Kommentar, dass sie ja auch in ihrer Freizeit schreibe, sagte sie: „Das Schreiben ist für mich keine Freizeitbeschäftigung. Ich muss das tun. Ohne geht es nicht.“ Eine Aussage, die ich genauso sehe.

Und so hier meine Überlegungen zu meinem 365-Tage-Projekt (nein, ich habe es nicht aufgegeben, nur etwas verschoben) über Tier und Farbe.

Wenn ich in diesem Moment ein Tier wäre, dann ein Chamäleon. Zugegeben schön finde ich es nicht gerade (ich wäre gerne ein süßes Felltier mit großen Knopfaugen), aber es ist faszinierend, wie es die Farbe wechseln kann. Und da mein innerer Zustand zurzeit zu dunkelgrau neigt, wäre ich ein dunkelgraues Chamäleon auf einem kahlen Felsen. Ich habe den Eindruck die Anziehungskraft des Felsens ist so stark, dass ich mich nicht vorwärts bewegen kann. Mir ist klar, ich kann nicht einfach liegen bleiben. Irgendwann werde ich auf diesem Felsen vertrocknen. Die Elastizität meiner Haut lässt nach und eines schönen Tages, in einer weit entfernten Zukunft, wird man mich als Fossil auf diesem Stein finden. Eine Vorstellung, die mir überhaupt nicht gefällt. Es ist also notwendig diesen Ort zu verlassen, damit ich endlich wieder eine andere Farbe annehmen kann. Frühlingsgrün würde mir gefallen, mit einigen Tupfern weiß, lila, rot, gelb, rosa.

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„Warum?“
„Ich weiß es nicht.“
„Du hättest es mir sagen können!“
„Nein, hätte ich nicht.“
„Wieso? Ich dachte, wir wollten immer ehrlich sein!“
„Ja. Trotzdem. Jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt, dann sah ich dich an und schwieg doch. – Und was nun?“
„Ich weiß es nicht.“

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Nur einen Kuss. Ich sehe deinen wundervollen Mund. Die leicht geschwungenen Rundungen deiner Oberlippe, deine sinnlich volle Unterlippe. Er zieht meinen Blick magnetisch an. Ich kann an nichts anderes denken, mir nichts anderes vorstellen, wünschen. Nur einmal. Nur einen Kuss. Dich einmal küssen. Dir mit diesem Kuss alles sagen, was ich fühle und du würdest niemals wieder eine andere Frau küssen wollen.

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Für Alfred Walther Heymel, Dezember 1907, Rilke

Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten,
gleiten leise doch in uns hinein,
aber wir verwandeln alle Zeiten;
denn wir sehnen uns zu sein…

Blick von meinem Schreibtisch aus

Blick von meinem Schreibtisch aus

Tage wie dieser – mit unglaublich blauem Himmel, weißen Wattewolken, frisch gereinigter Luft, nach einem nächtlichen Donnerwetter, am PC sitzen und schreiben, die unangenehmen Dinge alle erledigt, Wohlfühlmusik im Hintergrund und eine Tasse Milchkaffee – gibt es Besseres? Einfach sein. Nur gerade im Hier und Jetzt. Dahingleiten, in den Tag hineingleiten. Ohne Hektik tun, was sich ergibt. Gedanken und Träumen nachhängen. Einfach sein, ohne sein zu müssen. Ich möchte diesen Moment festhalten. Er ist flüchtig, wie das Glück. Doch in mir hat er einen leuchtenden Abdruck hinterlassen.

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In einem Artikel über Schriftsteller (von Marcus Johanus) las ich gestern: „Autoren sind anders als andere Menschen. Sie sind z. B. glücklich, wenn sie mit einem Laptop auf den Knien unbeachtet in einer Ecke sitzen können – und das für Stunden.“

Ja, der schreibende Mensch ist anders, als andere Menschen und er ist es gerne. Wer einmal Blut geleckt hat und vom Schreiben infiziert wurde, ist für die „normale“ Welt verdorben. Das Ganze grenzt manchmal an eine Obsession oder sieht für andere so aus – weil sie nicht nachvollziehen können, was im Kopf eines Schriftstellers vor sich geht. Ein „normaler“ Mensch denkt: Der setzt sich hin und schreibt eben mal ein Buch.

Genau das ist es nicht. Keiner von uns setzt sich eben mal so hin und klopft ein Buch in die Tasten seines Laptops. Davon abgesehen, dass ein Schriftsteller unter einer Schreibblockade leidet, wie ein waidwundes Tier – lebt er auf, sobald „es läuft“. Wenn die Ideen aufs Papier zu fließen beginnen. Die Charaktere der Geschichte anfangen zu leben. Denn das tun sie. Ein Schriftsteller lebt mit ihnen, er unterhält sich mit ihnen, lernt sie kennen, liebt sie, hasst sie, leidet mit ihnen oder stößt ihnen ein Messer ins Herz, um danach die ganze Nacht darüber nachzugrübeln, ob er das Richtige getan hat.
Schreiben ist meine große Liebe. Sie lässt mein Herz bluten, wenn ich keine Worte finde. Sie ist mein Heilmittel. Sie sagt, was ich nicht über die Lippen bringe. Sie tröstet mich. Sie inspiriert mich. Sie regt mich an und auf. Sie macht mich stärker.

Ich begann mit dem Schreiben, um mir das Leben schön zu schreiben, weil „das da draußen“ mich frustriert hat. Doch nach den ersten Versuchen, bei denen ich heute die Hände über dem Kopf zusammenschlage, wie die meisten Schreibenden, wurde das Schreiben eine eigenständige Sache. Ich schreibe mir das Leben zwar immer noch schön, aufregend, abenteuerlich usw., aber ich schreibe, weil ich es tun muss. Kein wenn, kein aber.

In meinem Kopf bewegt sich immer eine Geschichte, alles ist Inspiration. Ich beobachte meine Umwelt, Menschen, Beziehungen … nicht mit schadenfroher Neugier, sondern weil es mich interessiert – wie funktionieren die Dinge? Was muss geschehen, damit etwas anderes passiert? Wer sagt was und was passiert dann?
Meine Freundin sagte einmal: Du hast zu allem sofort eine Geschichte. Das war das größte Kompliment, das mir ein/e andere/r Schreiber/in gemacht hat! Ich bin nicht die beste Schreiberin, da bin ich demütig – aber ich glaube, ich bin eine gute Geschichtenerzählerin und ich liebe das Schreiben. Von ganzem Herzen und voller Begeisterung. Ich versuche dem Schreiben mit jeder Zeile besser gerecht zu werden, und dazu zu lernen. Diese Liebe hat mit den Jahren nie nachgelassen, sondern ist immer größer und stärker geworden. Ein Leben ohne das Schreiben kann ich mir nicht mehr vorstellen.

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„Sie scheitern, wenn sie mit dem Schreiben aufhören.“
Ray Bradbury

In den letzten Wochen habe ich intensiv darüber nachgedacht, mit dem Schreiben aufzuhören. Ich gebe es nicht gerne zu, aber es ist so. Denn in mir ist die Angst „nicht zu gefallen“. Und jeder Text, den ich schreibe und zum Lesen freigebe, macht mir eine Heidenangst. Was werden die Leser denken? – „Die hat einen Vogel, das ist doch Blödsinn, und gut ist es auch nicht.“ Klar können sie das denken, müssen sie aber nicht.

Allerdings habe ich in zwei sehr harsche Kritiken einstecken müssen. Das heißt, sie waren mit jeder Menge negativer Adjektive gespickt, die überhaupt nichts mit konstruktiver Kritik gemein haben, wie ich sie verstehe. Dumm – wenn sie erst mal durch die Netzhaut ins Gehirn gelangen, setzen sie sich nur zu gerne fest und nagen an deinem Selbstbewusstsein herum. Ich habe versucht nicht darüber nachzugrübeln, was in etwa so erfolgreich war, wie nicht an den blauen Elefanten zu denken.

In meinem Gedankenkarussell erinnerte ich mich an einen Satz, der mir schon in anderen Situationen geholfen hat: Warum gibst du diesen Menschen so viel Macht?

Ja, warum eigentlich? Warum lass ich zu, dass mir fremde Menschen mit abwertenden Kommentaren die Lust am Schreiben verleiden? Einem anderen eins „überzubraten“ ist einfach. Jemand weiterzubringen erfordert echtes Interesse. Ich bin Herrscher über mein Leben. Ob anderen gefällt, was ich schreibe oder nicht, ist Geschmacksache. Außerdem bin ich nicht selbstherrlich und dem Gedanken verfallen, alles richtig zu machen. Ich bin gerne breit Verbesserungsvorschläge zu überdenken und anzunehmen. Es gibt keinen Grund diesen Menschen Macht über mein Leben und mein Schreiben zu geben.

Tatsächlich hat das Ganze dazu geführt, dass ich mir meinen eigenen kleinen „Kreativitätsratgeber“ geschrieben und zwei neue Projekte gestartet habe. Erstens mein persönliches 365-Tage-Projekt – kein Tag ohne Text – und zweitens „Schreibschwester“ (könnte auch Schreibbruder oder Schreibpartner heißen). Eine Freundin von mir arbeitet auch seit Längerem an einem Roman, der vernachlässigt wurde. Wir haben uns zusammengetan und feste Termine verabredet, an denen wir ein bestimmtes Pensum erreicht haben wollen.

Das 365-Tage-Projekt ist so eine Art „Tages-warm-up“. Ich habe jeden Tag ein Erfolgserlebnis – kein Tag ohne Text – und gleichzeitig komme ich ins Schreiben. Und wir zwei „Schreibschwestern“ haben uns am letzten Freitag getroffen und tatsächlich: die Szene, an der ich mich so sehr festgebissen hatte, dass ich hängen blieb, ist (roh) im Kasten. Bis zum nächsten Freitag wollen wir die Texte dann „vorlesefertig“ haben. In erster Fassung.

Das erinnert mich an einen Postkartentext: „Aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Natürlich schreibt ein Schriftsteller, um gelesen zu werden. Aber ich schreibe auch, weil es mir ein Bedürfnis ist. Ob es gelesen wird oder nicht, daran kann ich nicht viel drehen, aber ob ich schreibe oder nicht, das ist allein meine Sache und ich werde keinem anderen Menschen die Macht darüber einräumen. Es reicht, dass ich mit meinen eigenen Dämonen zu kämpfen habe. Hinfallen ist keine Schande und aufstehen kann mühsam sein, aber es lohnt sich. Wir haben erst verloren, wenn wir aufgeben.

Eins habe ich in den Jahren meiner Lebensachterbahn gelernt: Bange machen gilt nicht! Negative Dinge passieren, es kommt darauf an, wie wir damit umgehen. (Shit happens. But life goes on. 🙂 ) Das Leben geht weiter und wer weiß …

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