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Archive for the ‘Aufgaben’ Category

So kostbar wie die Luft zum Atmen.

Zu oft nutzlos vergeudet.

Erst geschätzt, wenn sie zu Ende geht.

Unendlich und doch nie einzuholen.

Rinnt sie durch die Finger wie Sand?

Ich halte meine Taschen auf.

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Mein Herz gleicht einer Karte.

Tausend Falten eingekerbt in Jahren.

Wege oft gegangen, andere nie beschritten.

Manche konnten es lesen, andere nicht.

Es liegt offen da, hat sich nicht versteckt.

Leg deinen Finger auf meinen Sehnsuchtsort.

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Wir stehen am Scheideweg.

Ich reiche dir meine Hand: Komm.

Du zögerst, bleibst stehen und schaust dich um.

Vergangenes kehrt nicht zurück, lass los.

Das Leben fließt stetig nach vorn, ahndet jede verpasste Gelegenheit.

Unsere Wege müssen sich trennen, weil ich mich wandeln und du nicht wachsen willst.

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Möglichkeiten über Möglichkeiten stehen uns offen.

Was tun, wohin gehen, was nehmen?

Wollen alles.

Bekommen nichts, weil wir uns nicht entscheiden können.

Am Ende steht dann nur:

Was wäre gewesen wenn…

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Es gab tausend Chancen, die wir nicht ergriffen.

Wir begegneten dem Unbekannten, und vermochten nicht die Hände danach auszustrecken.

Uns fehlte der Mut, wir ließen zu, dass uns die Angst lähmte.

So breitet sich die Zukunft vor uns aus, glatt, langweilig, absehbar.

Eine ungefaltete Karte, frisch aus dem Druck, die keinen Reisenden begleiten wird.

Wir liegen am Wegrand, Steinen gleich, über denen die Zeit ungenutzt verstreicht.

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Das Unbekannte lockt mit tausend Farben, Düften, Bildern.

Mein Herz tanzt im Sommerwind mit den Träumen um die Wette.

Immer weiter den Regenbogen entlang, der Unendlichkeit entgegen.

Glück besteht im Augenblick.

Willst du wissen, wie es geht?

Komm.

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Zukunft ist jetzt.

Verschoben ist sie schon Vergangenheit.

Zerronnen ehe sie gelebt werden kann.

Schneller als der Regen fällt, wird sie vergilbte Erinnerung im Album unseres Lebens.

Was dann bleibt ist nur noch ein letzter Atemzug.

Leben ist in diesem Augenblick.

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Die Texte entstanden aus einer Aufgabe heraus. Schreibe eine schwarze, weiße, graue Geschichte. 🙂

Grau

Die Welt ist ein Ort aus Grau. Durch Asche verschmutzte Luft schluckt jede Farbe und legt sich als undurchlässige Schicht über Haus, Baum, Tier und Mensch. Der Wechsel zwischen Nacht und Tag findet zwischen Schwarz, dunklem Grau, hellerem Grau statt.

Ich bilde mir manchmal ein, ich sähe ein Stück blauen Himmel. Obwohl ich weiß, dass es nicht möglich, nur ein Déjà-vu aus einer anderen, besseren Welt ist. Ich sehne, ja verzehre mich, nach diesem Blick auf das azurblau eines Sommerhimmels.

Das Blau verfolgt mich bis in meine Träume. In dieser lichtlosen, menschenfeindlichen Umgebung, in der es kein Lächeln, keine süßen Blumendüfte, keine Schönheit zu geben scheint, sind es die Träume, die mich am Leben halten.

Weiß

Vor mir liegt eine Welt aus weißen dicken Flocken, die schläfrig vom Himmel fallen und sich wie eine sanfte Decke auf die kahlen Felder und die blattlosen Bäume legt. Es ist früh am Morgen. Ich stehe am Fenster meiner Kindheit und sehe fasziniert hinaus. Im Licht der Straßenlaterne glitzern die silberweißen Eissterne wie Diamantstaub. Ich halte den Atem an, kann die Stille beinahe fühlen. Sie breitet sich in mir aus, immer weiter, tiefer. Ich bekomme Angst, dass sie mich verschluckt und ich nie wieder ein Wort sprechen kann.

Plötzlich höre ich einen hellen Ton. Dann noch einen. Erst leise, dann lauter. Aus den einzelnen Tönen wird eine wundersame Flötenweise. Ein Märchen aus Melodien.

Suchend schaue ich mich nach dem virtuosen Spieler um. Ich kann ihn nicht entdecken. Eilig schlüpfte ich in meine Winterjacke und Stiefel. Ich öffnete die Haustür. Da steht er. Nur ein paar Armlängen von mir entfernt. Noch nie begegnete mir ein schönerer Mann. Ich blicke ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Er sieht aus wie ein Engel oder so, wie ich mir einen Engel vorstelle. Als er meine Verwunderung bemerkt, hält er im Spiel inne und lacht. Es klingt wie Perlen, die auf Marmorboden fallen.

Schwarz

Es war ein Tag im Sonnenschein. Mai. Ich saß im Cafe und las „Stolz und Vorurteil“. Er kam an meinen Tisch und stellte sich vor. Aidan. Sein Lächeln versüßte mir den Tag, die Woche, zehn Jahre. Jeder Tag Sonnenschein. Ab und zu ein Wölkchen, aber sein Lächeln pustete sie immer fort.

„Kommst du Liebes?“
Sara sieht mich fragend an. Ich nicke und stehe auf. Jede Bewegung fühlt sich steif und verkrampft an. Ich trete aus der Haustür. Es ist ein Tag im Sonnenschein.

Die Tür eines Autos öffnet sich vor mir. Ich steige ein. Sie klappt zu.
Die Autotür öffnet sich. Ich steige aus. Sie klappt zu.

Der Kies knirscht unter schwarzen Schuhen. Meinen Schuhen. In ihnen stecken Füße in schwarzen Strümpfen. In einem schwarzen Kleid ein Körper, den tiefste Finsternis ausfüllt. Mein Körper.

Ich bin verloren. Verirrt in der Dunkelheit. Ich finde keinen Gedanken. Kein Gefühl. Ich kann kaum atmen. Schlägt mein Herz? Wo ist der Schmerz, wenn ich ihn brauche?

Ich höre Worte. Der Sarg senkt sich in die Grube. Ich starre hinab. Erdklumpen donnern auf den Deckel. Es hallt in meinen Ohren, wird vom Nichts in mir gefressen. Ich drücke Hände. Mehr Hände. Mehr Worte.

Keine Worte dieser Welt können Aidans Lächeln ersetzen. Kein Mitleid dieser Welt bringt mir Aidan zurück. Mit ihm erlosch mein Licht.

An einem Tag im Sonnenschein.

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Der Anfangssatz lautete: Sam war sich nicht sicher, ob es ein gutes Zeichen oder das Zeichen einer kommenden Katastrophe war, aber er wusste, …

… dass gleich etwas Aufregendes geschehen würde. Er hatte es im Gefühl. Diese leise Vorahnung, die sich mit einem erregenden Kribbeln im Bauch ankündigte. Bis jetzt hatte er noch nie daneben gelegen. Sam lauschte. Eine Tür wurde aufgerissen, schlug zu. Dann hastete Misses Miller, Archers Sekretärin, schnellen Schrittes den Korridor entlang. Das Geräusch ihrer Pumps war schon von Weitem zu hören. Ein rhythmisches Klappern, vergleichbar dem spanischer Kastagnetten. Der Karren, mit dem der Hausbote die Post auslieferte, erinnerte Sam immer an einen alten Regionalzug, dessen Räder nicht ganz rund liefen und bei jeder Umdrehung einen dumpfen Ton von sich gaben.

„Hallo, Misses Miller“, Sam hatte sich von seinem Drehstuhl erhoben. Im Türrahmen blieb er stehen, „ist was passiert?“

„Ja. Schrecklich“, stieß sie im Vorbeilaufen atemlos aus.

„Was denn?!“, rief Sam hinter ihr her.

„Jetzt nicht. Später!“, wehrte sie mit einer Handbewegung ab und lief weiter.

Für einen kurzen Moment überlegte Sam, ob er ihr folgen sollte. Er bezwang sich. Nur nicht auffallen, sagte er sich. Nachdenklich ließ er sich wieder in seinem Bürostuhl nieder. Langsam drehte er sich um seine eigene Achse. Wer wusste am meisten und am schnellsten über alles bescheid? Misses Miller war mit Betsy aus der Buchhaltung befreundet. Die zwei gönnten sich nach der Arbeit oft noch einen Drink im Pub auf der anderen Straßenseite. Sam hatte sie ein paar Mal dort gesehen. Er griff zum Telefon wählte die 232. Das Freizeichen ertönte. Sam wartete. Betsy nahm nicht ab. Nach dem zehnten oder zwölften Tuten legte er auf.

Was soll`s, dachte er, früher oder später werde ich mitkriegen, was los ist. Er drehte sich wieder. Seine grauen Aktenschränke gelangten in sein Blickfeld. Dann die Tür zu seinem Büro, mit dem Poster gesuchter Krimineller und dem Aufruf, sich mit sachdienlichen Hinweisen bei der Polizei zu melden. Sein Kleiderständer, die Regale mit den Gesetzestexten, die Ecke mit der Kaffeemaschine, über der ein hässlicher Druck hing, den er von seinem Vorgänger übernommen hatte, dann das breite Fenster mit den senffarbenen Vorhängen.

Als er die komplette Runde gedreht hatte, hielt es ihn nicht mehr. Verdammt! Auffällig oder nicht, ich muss wissen, was vor sich geht. Er sprang auf, verließ sein Büro und folgte Misses Millers Spur. Hätte er geahnt, was ihn am Ende seines Weges erwartete, er hätte sein Büro niemals verlassen.

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„Morgen werde ich es tun!“, Sandra warf das Buch auf den Tisch, „mir reicht es jetzt endgültig.“

Natascha sah von ihrer Handarbeit auf. Ihre Schwester hatte zwar ein temperamentvolles Gemüt, aber so aufgebracht erlebte sie sie selten.

„Du darfst mich ruhig fragen, was los ist!“

Sandra baute sich vor Natascha auf und sah sie erwartungsvoll an.

„Und was ist los?“, seufzte Natascha.

„Was denkst du?“

Natascha verdrehte die Augen.

„Von Rätselraten hast du nichts gesagt.“

„Dieser unmögliche Kerl hat mich versetzt! Schon wieder!“

„Mit dem unmöglichen Kerl meinst du Ray oder?“

Natascha wendete sich wieder ihrer Strickarbeit zu.

„Ja, wen denn sonst?“

„Nun, da wäre John Wyman, John Houston, Richard Manor und wie heißt deine neuste Errungenschaft? Luke Ash oder so?“

„Lucas Ashton“, verbesserte Sandra und ging zum Fenster.

„Also bei fünf Kerlen kann man schon durcheinander kommen“, stellte Natascha spöttisch fest.

Sie freute sich, dass Ray Sandra versetzt hatte. Endlich lehnte sich einer ihrer Verehrer gegen sie auf und tanzte nicht nach ihrer Pfeife.

„Wenn man ein Mauerblümchen ist, wie du, mag das sein. Ich habe alles im Griff.“

Sandra zerrte den Vorhang zur Seite. Natascha mit ihren guten Ratschlägen konnte ihr gestohlen bleiben.

„Du wolltest wohl sagen, du hast alle im Griff.“

Sandra sah wortlos aus dem Fenster. Natürlich hatte sie ihre Verehrer im Griff. Auch Ray würde noch lernen sich nach ihren Wünschen zu richten.

 

Der Schreibanlass für diese Szene war „Morgen“.

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