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Archive for the ‘Dies und Das’ Category

Hier noch ein Text von einem mir bisher unbekannten Autor:

Ich fühlte mich nun viel besser und war voller Hoffnungen. Ich spürte den Kuss immer noch auf meinen Lippen, als wäre er ein körperlicher Gegenstand; ich hütete ihn sorgsam und bewahrte ihn wie einen Schatz an Entzücken, was für einen Verliebten das erste Süße Erlebnis ist. Der Kuss wird nämlich von dem schönsten aller Körperorgane gezeugt; denn der Mund ist das Organ der Sprache, und die Sprache ist der Schatten der Seele. Die Vereinigung zweier Münder lässt köstliches Wonnegefühl in die Brust hinabströmen und zieht die Seelen zu den Küssen empor. Ich kann mich nicht erinnern, jemals zuvor ein derartiges Glück empfunden zu haben; damals erfuhr ich zum ersten Mal, dass nichts einem Liebeskuss an Glückseligkeit gleichkommt.

Aus: Leukippe und Kleitophon

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Hier die ersten Seiten meines Bilder – Buch – Projekts. Die Idee hatte ich schon länger – eine Geschichte mit Bildern, die die Szenerie der Story zeigt, wie bei einem Bilderbuch für Kinder – nur eben für Erwachsene. Dazu gibt es Gedichte, die ich besonders mag – und kleine Briefchen, selbst Gemaltes und collagenartige Hintergründe. Die Größe ist DIN – A 3. Das ist mal was ganz anderes und macht unheimlich viel Spaß. So kann ich schreiben, malen und collagieren miteinander verbinden.

Die Geschichte heißt im Arbeitstitel: Jade und das alte Haus

Erste Seite - Bilder-Buch-Projekt

Erste Seite – Bilder-Buch-Projekt

Zweite Seite

Zweite Seite

Dritte Seite

Dritte Seite

Vierte Seite

Vierte Seite

 

Für die Collagen habe ich Bilder ausgedruckt, Zeitschriften aller Art geplündert, alte Zeichungen, Geschenkpapiere usw zusammengetragen. Außerdem habe ich auf dem Bücherflohmarkt ein paar günstige Bücher erstanden, die ich ebenfalls für die Collagen verwenden will und zu diesem Zweck auseinander nehmen muss. Und auch wenn ich diese Bücher im Regal habe, blutet mir das Herz einen Schnitt in die Seiten zu machen. Ich denke, ist ja nicht verloren, sondern für eine „gute“ Sache – ein Buch lässt Seiten für ein anderes, aber wohl ist mir trotzdem nicht dabei. Tja, Bücher und ich 😉 .

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Zutaten für ca.45 Stück:

3 Eier

250g Honig(cremiger)

1 Apfel

400g gemahlene Mandeln

100g Mehl

1 Msp. Zimt

Etwas Vanille Aroma

250g Mandelstifte

 

Zubereitung:

1. Eier und Honig schaumig rühren

2. Apfel schälen, fein raspeln, den Saft ausdrücken

3. Mit den gemahlenen Mandeln, dem Mehl, den Gewürzen unter die Eimasse geben.

4. Teig gut verkneten (Handrührer, sonst bitte Hände bemehlen)

5. Aus dem Teig mit bemehlten Händen kleine Kugeln formen.

6. Die Kugeln in den Mandelstiften wälzen.

7. Auf ein Backblech(mit Backpapier ausgelegt) setzen.

8. Bei 180 Grad (Umluft 160 Grad) goldgelb backen.

9. Circa 15 bis 25 Min. Kommt auf die Größe der Kugeln an.

Also mal nachschauen 🙂

Zubereitungszeit ca 40 Minuten.

Sie sind so lecker, wie sich das Rezept anhört. Schnell gemacht…!
Für den Fall, dass jemand noch ganz dringend ein sehr einfaches Rezept sucht!

PS.: Auch ein hübsches Geschenk für Kollegen und Freunde. In einem hübschen Tütchen.

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Abc-Darium – Was ich mag

Äpfel, die grünen

Beeren und Bären, rot und braun

Champignons in Sahnesoßen

Donnerstage im Ganzen und Großen

Eidechsen, die kleinen

Fische, die nicht weinen

Gelbe Narzissen

Handelsübliche Kissen

Indien a la Bollywood

Jäger so wie Robin Hood

Kiesel glatt und rund

Larry den blauen Hund

Meine Kinder alle vier

Neongrünes Essgeschirr

Oder lieber ganz in rot

Pasta und Tomatenbrot

Quellen die sprudeln

Radios die dudeln

Sahne und Vanilleeis

Torten, Kaffee heiß

Unsere süße kleine Katze

Verkratzt das Sofa mit der Tatze

Wogende Wellen jederzeit

Xanthippes buntes Hochzeitskleid

Ying und Yang im Kreis

Zischt es: ach wie gut das niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.

ABC-Dialog – Die Beichte

C.: Also mein Kind, was hast du zu sagen?

B.: Bitte, bitte, nicht böse werden.

C.: Carpe diem, komm zur Sache, ich habe viel zu tun.

B.: Don Alfons, ich habe dem jungen Bauern Karl von neben an schöne Augen gemacht.

C.: Elli, mein Kind, der Junge ist mit einer anderen verlobt.

B.: Freitagabend war er es aber nicht.

C.: Gut, aber jetzt ist er es und du solltest dich von ihm fern halten.

B.: Himmlisch war`s, ich habe die Englein singen hören.

C.: In welchen Tönen…?

B.: Jubiliert hat alles in mir, als er mich ergriffen hat.

C.: Kind, so schlimm, was kann man tun?

B.: Lieber Vater, hätte ich etwas tun müssen?

C.: Meine Güte, wie unbeholfen du bist, aber ich könnte es dir zeigen.

B.: Nur zu, ich wäre ihnen so dankbar, denn ich möchte keinen Fehler machen.

C.: Oh, dann lass uns gleich mit der Lektion beginnen.

B.: Pater was soll ich tun.

C.: Quäle dich nicht, meine Tochter, überlass alles mir.

B.: Rein ist meine Seele, Gott ist mein Zeuge.

C.: So soll es sein, alles dienet der Erleuchtung.

B.: Tut ihr mir auch nicht weh, Hochwürden?

C.: Unter diesen Umständen, zu deiner Buße, wird es sich vielleicht nicht vermeiden lassen.

B.: Vater, mir wird so seltsam…

C.: Wunder des Herrn sind immer unergründlich.

B.: Xaver, Heiliger, das hat noch nicht mal der Karl  geschafft.

C.: Yang und Ying, ich höre es läuten.

B.: Zum heiligen Bimbam, sag Vater, wann soll ich wiederkommen?

ABC – Geschichte

Am Mittwoch lief mir ein schöner Mann über den Weg.

Beinahe wäre ich gestolpert, als ich mich nach ihm umsah.

Claire, dachte ich, das solltest du lassen.

Doch er war schnell und hielt mich fest.

Ein Blick in seine dunklen Augen genügte und ich war verzaubert.

Für ihn wollte ich die Ozeane überqueren.

Gold und Silber geben, wenn er nur mir allein gehörte.

Himmel und Hölle in Bewegung versetzen.

In dieser Sekunde war ich die glücklichste Frau der Welt.

Jedoch es dauerte nicht lange und er ließ mich los.

Küssen sie mich, rief ich voller Sehnsucht und griff nach seiner Hand.

Lächelnd sah er auf meinen Mund.

Magische Lippen, flüsterte er.

Niemals habe ich solche Gefühle erlebt, dachte ich, als er seinen Mund auf meinen legte und ihn ausgiebig kostete.

Oh, mein Herz, sagte er, und schloss die Augen.

Pure Verzweiflung durchflutete mein Innerstes.

Qualen, die ich nicht beschreiben kann, stürzten über mich herein.

Sorge dich nicht, beruhigte er mich, dass wird nie wieder passieren.

Rettungssanitäter taten alles Nötig und belebten ihn wieder..

Treu musst du nur sein und darfst mich niemals verlassen.

Unmöglich, sagte ich, ich werde immer an deiner Seite sein.

Viel Geliebte, du bist die Erfüllung meines Lebens.

Worauf habe ich mich da nur eingelassen, schoss es mir durch den Kopf.

Xander hatte mich gefangen und ich war in seine Honigfalle gegangen.

Yoga würde mir dabei wohl nicht helfen.

Zärtlich sah er mich an und lächelte triumphierend.

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Inspiration

Inspiration existiert.

Sie muss dich nur bei der Arbeit finden.

 

Picasso

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Der Motor schnurrt, wie eine Katze unter meinen Händen. Die Armaturen leuchten blau-rot. Die Musik dröhnt und bläst mir die ständig kreisenden Gedanken aus dem Gehirn. Ich trete aufs Gaspedal und der Wagen gleitet über die Autobahn. Wie ein Wind, der langsam auffrischt und sich aufschwingt, immer höher und höher, tanzend und jubelnd. Der übermütig die losen Blätter von den Bäumen reißt. Tosend die Wellen auftürmt. Die Vögel tragend auf den Aufwinden. Die Segel blähend und Drachen steigend. Ich fühle die Geschwindigkeit, den Wind in den Haaren. Zerzaust trotze ich dem Sturm.

„Schneller, schneller“, schreit das Kind in mir.

„Du beherrscht den Dämon“, flüstert der Rennfahrer mir zu.

Ich muss lachen und drossele die Geschwindigkeit.

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Gewitterluft. Der Tag hat sich aufgeladen mit Hitze und Dunst. Schwül und süß von den Teerosen, die neben dem Weg unter einem schützenden Blätterdach wuchern. Als würde die massige Atmosphäre den Duft aus den Blüten pressen und sich mit dem Aroma vollsaugen. Betäubend, auf gewisse Weise betörend. Ich pflücke eine Rose, rieche an ihr. Ihr Duft ist verflogen. Es wird Regentropfen mit Teerosengeschmack geben.

Die gelben Löwenmähnen haben sich in Kolonien winziger Fallschirme verwandelt. Spinnwebzarte Gebilde, die auf unsichtbaren Luftzügen die Welt erobern.

Die Ruhe vor dem Sturm atmet Stille. Ich atme das Aroma feuchter Erde und sterbender Blüten. Aus dem Vergehen entsteht neues Leben.

Mein Herz wehrt sich dagegen dich gehen zu lassen. Doch nur aus Abschied kann wiedersehen werden.

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Aus dem Radio drang Musik in das Wageninnere. Die Klänge vereinten die beiden Menschen in ungefährlichem Schweigen. Sie hingen ihren Gedanken nach. Lea versuchte sich auf die Straße zu konzentrieren. Normalerweise gelang ihr das mühelos, aber der herrliche Frühlingstag füllte ihren Kopf mit anderen Gedanken, die sie am liebsten sofort in eine Geschichte verwandelt hätte.

Schreiben wäre jetzt schön. Einfach schreiben. Fenster auf. Sonne und Luft herein lassen.

Sätze flossen durch ihren Kopf. Absätze. Sie formte, änderte, verdichtete, verwarf, nur um sie in einem neuen Gedankengang wieder auferstehen zu lassen.

Liebe, immer wieder diese verfluchte, komplizierte Liebe. Gibt es denn nichts anderes? Gut, Liebe und Tod. – Auch nicht besser! Am Ende läuft es doch immer wieder auf dasselbe raus: Ohne Liebe geht nichts. – Das ist Jacks Schuld.

Heute Morgen war er wieder durch ihre Träume gegeistert und hatte sie in Aufruhr versetzt.

Immer wieder Jack. Dabei ist er nur eine Figur aus einem Film. Was hat der Mann nur an sich, dass ich auf ihn anspringe, wie eine Zecke und mich so festbeiße, dass er sogar vor meinen Träumen keinen Halt macht?

„Wild, Wild, one“, tönte Iggy Pop aufreizend aus dem Lautsprecher. Seine tiefe, gefühlvolle Stimme fuhr Lea in den Bauch und versetzte sie in lustvolle Vibrationen.

Wild sein, das wäre toll. – Ich bin viel zu brav.

Sie warf ihrem Beifahrer einen hastigen Seitenblick zu. Er hieß David, hatte sie auf ihrem Adresszettel gelesen, und ein Augenschmaus, das war selten. Lea atmete seinen Duft ein. Ihr lief das Wasser im Mund zusammen.

Er riecht gut. Beinahe lecker. Als würde die ganze Wohnung nach frisch gebackenem Schokokuchen duften. – Es sollten viel mehr Männer so gut riechen. „The New Fragrance For Man – David Brownie – von Bossy”. Vielleicht sollten Frauen nach Steak riechen, wenn sie Männer aufreißen wollen?

Sie musste lächeln. Bei der Begrüßung, am Auto heute Morgen, hatte David ihr einen angenehm, erfreuten Blick zu geworfen und als sie sein Gepäck einladen wollte, strikt abgelehnt.

„Kommt gar nicht in Frage! Wäre ja noch schöner!“

Ohne Probleme hatte er seine Taschen im Kofferraum verfrachtet. Geschmeidig und lässig, jeder Zentimeter selbstbewusst und mit einer knackigen Rückenansicht.

Warum der wohl bei uns zur Reha war? Er sieht überhaupt nicht versehrt aus.

Leas Blick blieb an seinem ebenmäßigen Gesicht hängen. David war der dunkle Typ, Sonnyboy mit Restgeheimnis.

Oh, Gott. Kitsch as Kitsch can. Du solltest es besser wissen, als Schriftstellerin. – Er würde eine gute Figur als Vampir abgeben. – Kuck auf die Straße!

Der Kofferraum schnappte zu. Lea beklagte es selten auf der Rückfahrt keinen Fahrgast zu haben. Heute, ohne Davids kribbelnde Gesellschaft, bedauerte sie es doch. Sie wollte ihm gerade die Hand zum Abschied reichen, als er fragte:

„Müssen sie gleich weiter? Oder darf ich ihnen noch einen Kaffee anbieten?“

Davids Stimme hatte eine rote Melodie, die sich in Leas Sinne schmeichelte. Barry Whites Soulsexstimme. Das war es. Ihr Herz entzündete sich.

Wild sein! Jetzt! Das kommt nie wieder.

Der Gedanke rannte ihr wie Opium durch den Kopf und betäubte ihre letzten Skrupel.

„Ja“, sagte sie. Es klang wie eine Frage.

David hielt ihr die Tür auf. Die Wohnung war gemütlich. Bilder, Pflanzen, ein weiches Sofa mit Kissen. Ein vollgestopftes Bücherregal fiel Lea sofort ins Auge. Eilig flogen ihre Blicke über die Buchrücken. Garcia-Marquez, Shakespeare, Lasker-Schüler, Hesse, Rilke, Kästner, Hohlbein, Kunstbände. Lea beruhigte sich. Die meisten Bücher besaß sie selbst. Letzte Zweifel an David verflogen. Das war ein gutes Omen.

„Der Kaffee ist fertig.“ David stellte zwei Kaffeetassen auf den Couchtisch. „Milch und Zucker?“

„Milch, danke.“

Ihre Finger berührten sich, als David Lea die Tasse reichte.

Fehlt nur das Zischen und Funken sprühen, dachte Lea.

Sie lagen Seite an Seite. Ihre Blicke berührten sich. Tauchten ineinander, streichelten, liebkosten, verschmolzen.  Silberne Fische im Strom.

Lea sah David atemlos an. Jede Linie seines Gesichts war ihr vertraut. Tausendfach erinnerte es sie an die sehnsuchtsvollen Nächte, in denen sie Jacks Gesicht vor sich gesehen hatte. David war Jack.

„Ich will dich.“

Seine Stimme rieb über Leas Haut. Warm und fest. Ihre Sinne und ihr Körper öffneten sich für ihn. Füllten ihre vereinsamten Herzkammern mit glühender Lust.

„Ich will dich jetzt.“

Davids Stimme brach die letzte Brücke ihres alten Lebens ab. Die Zeit blieb stehen, verging, hielt an. David wurde ihr Schöpfer. Seine Lippen, seine Hände, sein Körper erschafften einen neuen Menschen. Lea war nicht länger eine Hülle, sondern ein Gefäß. Ihre Gefühle waren keine Illusion aus schlaflosen Nächten, sondern greifbare Wirklichkeit. David verwandelte Lea mit loderndem Feuer und sengender Hitze aus Lust und unbändigem Verlangen. Mit donnerndem Strom und plätscherndem Regen. Mit lieblicher Brise und brüllendem Sturm, der sie zerfetzte und neu zusammensetzte. Dem heißen Atem der Wüste und der kalten Stille des Eises. Leas Körper schrie vor Begierde nach mehr. David entfesselte das Meer für sie. Hoch aufgepeitscht, begrub seine Leidenschaft alles unter sich. Er riss Lea in seinen Abgrund der Sinnlichkeit, bis sie im Rausch jeden Halt verlor. David nahm Leas Sehnsüchte und ersetzt sie durch seine.

„David?“, flüsterte sie atemlos.

„Ich bin hier. Du gehörst mir.“

Seine sanfte Stimme drang Lea bis ins Blut und zeigte ihr den Weg.

„Ja, ich weiß. Ich habe es immer gewusst.“

David lachte leise, dann zog er Lea in den nächsten hemmungslosen Strudel.

Lea lag in Davids Armen. Ihr Atem ein erschöpftes Keuchen. Sein Verlangen hatte alles genommen, ihre Gier alle Grenzen gesprengt. Ihre bedenkenlose Unersättlichkeit hatte alle Hemmnisse abgebrannt.

Wild, Wild one.

Die Worte flackerten in Neonfarben hinter ihren geschlossenen Augenlidern auf und ab. Wild war sie gewesen, wie noch nie in ihrem Leben. Kein Kitsch, kein Klischee auf Papier. Einfach sie und die Lust, die sie spürte. David, der ihren Körper in Besitz nahm, sie zum Fließen brachte, ihr seinen Rhythmus gab, sie zu diesem ekstatischen Tanz verführt und eine ungeahnte Lust verschafft hatte. Er beherrschte das Spiel meisterlich. Das war Leben zum Anfassen. David betrachte sie mit dunklen Augen. Lea hatte ihn genauso überrascht, wie sie sich selbst.

Weggefegt habe ich ihn. Alles aus ihm rausgeholt. Ihn fertig gemacht.

Lea lachte leise. Sie hatte das Gefühl, David immer noch hart und tief in sich zu spüren. Ein letztes Mal fuhren ihre Finger über Davids warme Haut. Unauslöschlich in ihr Leben gebrochen, hatte er wilde Samen auf ihre Zurückhaltung gesät. Melancholie sprang sie an.

„Ich muss gehen.“

Lea griff nach ihren Sachen, wollte sich anziehen.

„Born to be wild.“

Davids Worte hakten sich in Leas Gedanken. Energisch zog er sie zurück in seine Arme.

Geboren um wild zu sein.

Die Saat zerstörte Leas Widerstand. Das Ende war ein Anfang.

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Stellen dir den Himmel vor. Wie ist es dort? Lebt man auf den Wolken? Ist alles Friede, Freude, Eierkuchen?

Himmel…wie soll man den beschreiben? Blau, grau, klar, wolkig, Regen, Schneegestöber, Sturmböen. Klar, dass soll es nicht sein. Der Aufgabensteller denkt, ich sollte mich an der philosophischen Frage versuchen, wie ich mir ein Leben nach dem Tod vorstelle. Wieso? Ich lebe doch noch. Woher soll ich wissen, was hinter los ist. Wüsste ich es, wäre ich ein Geist, eine Seele oder ein ziemlich toter Körper. Wie sagte die Frau in dem Film: ganz schön tot(?), wo ist bitte der Unterschied zwischen tot und ganz schön tot?  Kann man schön tot sein? Na, für die Erben ist das vielleicht schön.

Aber ich schweife ab. Zurück zum Himmel. Da ich noch lebe stelle ich mir den Himmel so vor, wie die verbesserte Version der Erde. Alles ist toll. Grün, sauber, warm, sonnig. Zumindest auf den ersten Blick. Was sich hinter den Kulissen abspielt, da kann ich nur raten. Damit da oben alles besser wäre, müssten sich die Dahingeschiedenen gut benehmen und diese ganzen charakterlichen Unebenheiten sollte es besser auch nicht mehr geben. Und da komme ich zu der Frage: wie soll das gehen, bitte schön?

Da bist du tot, kommst in den Himmel und neben deinem Himmelsbungalow wohnt Herr Müller von neben an. Gut, seine alte Töle (sorry, Hund natürlich), die konnte er nicht mitnehmen, die lebt im Hundehimmel neben an und wird endlich nicht mehr mit Menschenfutter fettgefüttert, aber sein lautes Organ und die Rechthaberei, die sind Müller geblieben und wenn der morgens um fünf schon die Klampfe zupft, dann könntest du ihm an die Gurgel gehen, darfst aber nicht, denn du bist im Himmel und das „um-die-Ecke-bringen“ blöder Nachbarn ist verboten.

Also das mit dem Friede, Freude, Eierkuchen (gibt’s da Eierkuchen? Eier? Kuchen?) ist fraglich, wenn man bedenkt, dass es eine Zeit gab, als selbst die Engel den Aufstand probten. Wie sollte das mit den ganzen Menschen gehen und wer kommt da überhaupt hin? Vielleicht kommt ja der alte Müller von neben an in den Himmel, weil er sich immer um seinen Hund kümmerte und ich nicht, weil ich Fliegen hasse und sie gerne mit der Klatsche erledige, a la das tapfere Schneiderlein… Das wäre unfair, aber an dem Tag meines Ablebens hat gerade kein Engel Dienst, der für meinen Widerwillen Verständnis hat und so lande ich in der Hölle, als Fliegenkiller. Gibt’s die Hölle? Wenn es den Himmel gibt, müsste es auch das Gegengewicht geben. Die Fragen, die mir dabei durch den Kopf gehen sprengen, glaube ich, den Rahmen der Aufgabe.

–   Wer bestimmt die Modalitäten?

–   Holt Luzifer auch Leute, die nicht in die Hölle gehören?

–   Kann man dem Teufel seine Seele verkaufen?

–   Ist die Hölle heiß oder nur für die Katholiken?

–   Warum braucht der Teufel die Hölle, wenn er die Erde schon hat? Immerhin heißt es, man wäre im Himmel an einem besseren Ort und hier ist es gerade nicht so toll, mit Kriegen, korrupten Politiker und Sturmtief Joachim.

Eins steht zumindest fest: ich habe nicht vor, diesen Fragen in den nächsten 40 Jahren auf den Grund zu gehen.

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Schmutzabweisend – Mensch

Pflegeleicht – Liebe

 

Erstaunlich wie schmutzabweisende Menschen eine pflegeleichte Liebe leben. Nichts kann ihnen etwas anhaben. Alles perlt an ihnen ab. Böse Gedanken, Versuchungen, der Dreck, den die Intriganten auf sie werfen. Sie sind imprägniert gegen Gerüchte und Angriffe auf ihre Treue.

Sie sind wie ihre Liebe: Pflegeleichtes Gewebe, 100 % Polyester, imprägniert gegen Flecken, bügelfrei, waschen bei 30 Grad, Colorwaschmittel, Trockner geeignet, Made in China oder war es Taiwan?

Es gibt keine Abweichungen des Materials. Glatt, wie Eis und genauso kalt. Keine Risse, Löcher oder Flecken. Die Motten beißen sich an ihnen die Zähne aus. Ein Geruch von Zedernholz und Lavendel umweht sie, um jedem Verdacht der Abnormität entgegen zu treten. Nur wer genauer hinsieht kann sehen, dass alles nur synthetisch ist.

Ich brauche eine Schere, ein Messer, beißende Lauge. Sie müssen zerschnitten und gelöst werden. Die Farbe muss verwaschen und die Struktur aufgebrochen werden. Gib dich meiner Pflege hin und du wirst erfahren was Liebe wirklich ist, nimm ein bisschen Sand und Erde und tauch deine Füße hinein und du wirst erkennen, wie weise der Schmutz sein kann.

 

Haftpflichtversichert – Sehnsucht

Vollautomatisiert – Hoffnung

 

„Wir bieten ihnen an: versichern sie ihre Sehnsucht! Wir übernehmen volle Haftung, sollte sie die Sehnsucht überfallen und ihre Gefühle in Mitleidenschaft ziehen. Einzige Bedingung: ein psychologisches Gutachten aus dem ersichtlich ist, dass sie zum Zeitpunkt der Unterschrift, im Vollbesitzt ihrer geistigen Gesundheit sind. * Bitte lesen sie das Kleingedruckte.

Dazu bieten wir ihnen noch bis zum 30.09.2011 eine Zusatzleistung an: Vollautomatisierte Hoffnung! Sie spüren eine gewisse Schwäche, ein unbestimmtes Angstgefühl? Machen sie sich keine Sorgen! Mit diesem Service geht alles noch einmal so gut. Wie sagt schon das schöne Sprichwort: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Mit uns sind sie gerüstet jeder Lebenslage hoffnungsvoll zu begegnen. Ausnahme: lesen sie bitte das Kleingedruckte.*

*Für Personen, die zum Zeitpunkt der Einwilligung in den Vertrag, verliebt, in Trennung, oder Scheidung leben, können wir keine Haftpflicht übernehmen. Da solche extremen Gefühle auf jeden Fall Sehnsüchte auslösen, ebenso im Fall eines Todesfalles im Verwandten – oder Freundeskreis. Sollten sie gleichgültig, egoistisch, arrogant, gefühllos oder Workaholic sein, sind sie auf der sicheren Seite.

 

Stromlinienförmig – Liebe

Vollautomatisiert – Mensch

 

Bericht aus dem Jahr 3012, an das Amt für innere und äußere Sicherheit:

Wir sind stolz ihnen mitteilen zu können, dass es uns gelungen ist, den Menschen in den Zustand der Vollautomatisierung zu überführen. Das sichert uns ein Maximum an Sicherheit und ein Minimum an unvorhergesehenen Zwischenfällen zu. In unserer Zentrale ist es uns möglich, jede Unebenheit im Verhalten eines VP (vollautomatisierter Mensch) sofort per Computer zu beheben. Dazu lesen sie bitte den Bericht über die Vernetzung und Gleichschaltung von Individuen im Einzelnen.*

Da alle Gefühle und Charaktereigenschaften auf ein Basismaß herunter geschraubt wurden, können die Extreme, wie Wut, Eifersucht, Verliebtheit, Euphorie, und andere, nicht mehr zu Ausfällen in Beruf, Familie und Beziehungen führen. Dadurch funktioniert unsere Wirtschaft und das Miteinander des alltäglichen Lebens ohne Komplikationen.

Am meisten Schwierigkeiten hat uns das Problem der Liebe gemacht. Bei Recherchen stießen wir auf das Buch einer Schriftstellerin des 21. Jahrhunderts: Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest. Mit Hilfe dieser Informationen ist es uns gelungen, die Synapsenverbindungen des Gehirns und den Hormonhaushalt jeder Person neu zu kalibrieren und so den Zustand der Liebe in einen gleichförmigen Stromfluss zu verwandeln. Nähere Informationen entnehmen sie bitte dem Zusatzblatt über die Reaktion des Gehirns und der Drüsen. **

Wir möchten sie einladen, an einer Studie teilzunehmen und sich von unserem Erfolg zu überzeugen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Adam&Eva Pharmacorps

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