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Archive for November 2015

Ich schaue auf die Kirchturmuhr. Von meinem Standpunkt aus, hat man einen guten Blick auf das große kunstvoll verzierte Zifferblatt mit den römischen Zahlen. Nur noch fünf Minuten und die Glocke schlägt sechs oder besser gesagt, achtzehn Uhr. Nach all den Jahren werde ich Franco, Robin und Pete wiedersehen. Ich bin gespannt, ob sie sich verändert haben. Einerseits. Andererseits kann es mir egal sein. Heute ist die Nacht, in der sie ihren Fehler bezahlen werden. Ich habe alles vorbereitet und für sie wird es kein Entkommen geben.

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Nervös zupfe ich an meiner weißen Bluse herum. Durchatmen, alles wird gut, versuche ich mich zu beruhigen. Es ist das erste Mal, dass ich an einer Auktion teilnehme. Unter anderen Umständen könnte mir das Ganze Spaß machen, aber mit dem Druck im Nacken, habe ich einfach nur ein flaues Gefühl im Magen und versuche konzentriert zu sein. Ich setze mich in die letzte Reihe, damit ich alle Anwesenden sehen kann.
Unruhig drehe ich das kleine Schild mit der Nummer 112 hin und her. Unerwartet habe ich den Eindruck beobachtet zu werden. Ich hole den Schminkspiegel aus meiner Tasche und schaue vorsichtig über meine Schulter. Verflixt! Sie haben den schwarzen Lord geschickt. Wenn ich hier heil herauskomme, werde ich ewig leben.

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Professor Miele rückte seine Brille zurecht.

„Das soll Kunst sein?“

Er geht um das Stück herum. Legt den Kopf schief. Seine Stirn runzelt sich zu einem wahren Faltengebirge.

„Das ist wirklich der Gipfel. Als würden Suppendosen nicht reichen.“

Dann nimmt er den zerknitterten Papierball vom Sockel und wirft ihn mit gekonntem Schwung in den Abfalleimer.

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„Es sei denn, sie wollen darüber reden.“ Doktor Solf sah von seinem Notizblock auf und sah sein Gegenüber aufmerksam an. „So kommen wir keinen Schritt weiter. Seit 10 Sitzungen bleiben wir jedes Mal an dieser Stelle stecken. Ich frage mich, ob ich der richtige Therapeut für sie bin.“

„Das frage ich mich auch!“

Der Mann im eleganten Anzug strich sich ein imaginäres Stäubchen von der Schulter.

„Nun ja, ich habe ihnen schon erklärt, dass ich gerne die Namen meiner Patienten kenne.“

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Ich habe ein Gedicht angefangen. Über den Verlust der Vernunft, so wie ich es in meiner Aufgabe in den Schreiberlebentipps eingestellt habe. Allerdings kam dabei nichts Vernünftiges zustande 😉 . Wie soll man etwas Lyrisches über den Verlust der Vernunft schreiben, wenn die Welt zunehmend den Verstand verliert? Viele Unschuldige müssen sterben, weil ein paar machthungrige Herrscher ihre Griffel nicht bei sich behalten können.

Über Schuld kann man viel diskutieren – wer hat angefangen – wer hat Recht. Aber ehrlich? Ist das nicht Kindergarten Niveau? (Das ist beinahe eine Beleidigung für die Kindergärten, in denen die Erzieher bemüht sind, die Kinder zu friedlichen Lösungen zu bewegen.) Ich erinnere mich an einen Satz, den eine Grundschullehrerin meiner Kinder prägte: Wir müssen uns nicht schlagen, wir haben alle einen Mund zum Reden.

Die an der Spitze missbrauchen ihr Volk, um ihren Größenwahn auszutragen. Wer leidet? Nicht die Mächtigen, die sich in ihren Bunkern verschanzen und schön aus der Schussbahn bleiben. Es sind immer die Schwachen. Ich frage mich, was geht in den Köpfen dieser Menschen vor, denen das Leben nichts bedeutet? Wie können dermaßen skrupellose Menschen an der Spitze eines Staates stehen?

Wir alle wollen in Frieden leben und sind Lichtjahre davon entfernt. Wir leben auf dieser Erde, alles was wir tun, hat Auswirkungen auf andere – spätestens auf unsere Kinder. Alle Menschen sind Brüder und Schwestern – niemand hat das Recht einem anderen das Leben zu nehmen oder absichtlich schwer zu machen.

Warum glauben einige wenige das Recht zu haben zu bestimmen, was das Volk tun oder lassen soll (Krieg führen) ? Die Generationen vor uns kämpften für Freiheit, Gleichheit aller Rassen, die Rechte von Frauen und Kindern, das Recht auf Selbstbestimmung und doch wird das heute mit Füßen getreten. Es ist ungeheuerlich, welch einen beschränkten Verstand und eine selbstherrliche Weltsicht manche Menschen haben, und dadurch zerstören, was gut und schön ist auf dieser Welt.

Die Menschlichkeit ist uns abhandengekommen. Dabei ist es so einfach: „Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut ihnen auch.“ (Matthäus 7:12) Die Worte Jesus haben sich in das viel zitierte Sprichwort: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu“, gewandelt. Ich denke, egal welcher Glaubensrichtung man zu neigt, hat diese Regel allgemeine Gültigkeit.

Wir leben auf einem wunderbaren Planeten! Wir haben nur diesen einen und nur dieses Leben zur Verfügung.

Ich wünsche uns allen, dass wir das, was wir haben viel mehr schätzen und schützen!

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Liebe Blogleser,

was für eine Freude! 150 Follower. Ihr Lieben, ich danke euch für das Interesse und eure Kommentare. Ich hoffe, dass ihr weiterhin an dem ein oder anderen Text euren Spaß habt.

Ganz liebe Grüße und viele aufregende Musenküsse 🙂

Eure Caroline

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„Wo sind wir?“

Alida setzte sich auf einen Baumstumpf. Ihr taten die Füße weh. – Warum habe ich mich bloß zu diesem Himmelfahrtskommando überreden lassen? Als ob Andy Ahnung vom Kartenlesen hätte.

„Keine Ahnung.“ Andy drehte die Wanderkarte von links nach rechts und wieder zurück. „Eigentlich müssten wir hier sein.“ Er tippte auf einen Punkt auf der Karte. „Aber hier ist weit und breit keine Rasthütte.“

Alida verkniff es sich ihm zu sagen, dass dies ganz offensichtlich der Fall sei.

„Und jetzt? Mit einem Smartphone kämen wir problemlos hier raus. Ich habe dir gesagt, lass uns eins mitnehmen. Vorsichtshalber.“

Alida zwang sich ruhig zu bleiben, obwohl sie ihn am liebsten angebrüllt hätte.

„Du hast den Sinn von Survival nicht verstanden. Dass wir eine Karte dabei haben, ist schon ein Zugeständnis.“

„Du hast vergessen zu sagen, an dich“, sagte Alida sanft.

In ihrem Innern kochte es. Andy ignorierte sie und schaute mit gerunzelter Stirn in die Karte. Alida stand auf und stahl sich hinter seinem Rücken davon. Es dauerte keine Minute und sie war außer Sichtweite. Alida kroch in einen dichten Tannenhain. Der aromatische Duft der Nadelbäume stieg ihr in die Nase. Sie legte sich flach auf den Boden. Die trockenen Tannennadeln knackten. Alida zog die Kapuze der dunklen Jacke über den Kopf und lächelte. Ihre Kleidung verbarg sie perfekt.

„Alida! Wo bist du?“

Andy hatte endlich bemerkt, dass sie fort war.

„Alida! Komm raus! Das ist überhaupt nicht witzig.“

Doch und wie. Dann zeig mal, was du Survival mäßig drauf hast. Ich werde definitiv eher zu Hause sein, als du, dachte Alida und tastete nach ihrem Smartphone.

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„Ich verliere überhaupt keine Haare!“

„Doch! Am Hinterkopf sieht man die Kopfhaut.“

„Unmöglich! Gib mir einen Spiegel.“

„Da. Fast so groß, wie ein zwei Eurostück.“

„Oh, Gott. Tatsächlich. Wie ist das möglich?“

„Das ist der bestimmt der Fluch.“

„Was redest du für einen Quatsch!“

„Du hättest die Wahrsagerin nicht beleidigen sollen.“

„Von Beleidigung würde ich nicht gerade sprechen.“

„Ach echt? Jedenfalls war sie mordssauer. Ich erinnere mich an den genauen Wortlaut. Du sollst verlieren, was dir am Wichtigsten ist.“

„Ich dachte, dass wärst du.“

„Ich auch. Aber die Wahrsagerin hat mich gewarnt, dass ich mich einer Illusion hingebe und wie es aussieht, sind dir deine Haare wichtiger als ich.“

„Was tust du?“

„Ich gehe. Mach`s gut.“

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Zeit rinnt
Durch meine Finger
Meine Seele
Füllt meine Erinnerung

Du und ich
Damals
Heute

Zeit ändert mich
Zeit ändert nicht dich
Will dich halten
Will gehen

Zeit rinnt
Durch mein Leben
Folge dem roten Faden

Muss gehen, laufen, springen
Muss lachen, weinen, singen
Muss lieben, trauern, atmen

Zeit rinnt
Die letzten Jahre
Gehen im Flug
Kann nicht mehr warten

Es wird Zeit
Die Zeit zu nutzen
Ehe es zu spät
Der letzte Schlag verklungen

Herz über Kopf
Ich liebe dich
Kann nicht bleiben
Liebe mich
Lass mich gehen

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„Ich habe dir meine besten Jahre geopfert“, schrie Marie.

Sie wischte mit einer ausladenden Handbewegung seine Zeitung, Brille und Kaffeetasse vom Tisch. Die Tasse flog gegen den Schrank und zerbrach, als sie auf den Boden krachte. Der Kaffee rann über die Schranktüren und tropfte gemächlich auf die weißen Fliesen.

Beinahe in Zeitlupe hob Günni den Kopf und sah sie an, als wäre es das erste Mal. Träge erhob er sich, sammelte die Zeitung und die Brille auf, dann setzte er sich wieder.

Marie folgte dem Schauspiel mit aufgerissen Augen und offenem Mund. Sie griff nach dem massiven Glasstövchen und warf es in Günnis Richtung. Als es auf seinen Kopf traf, hörte sie ein hässliches Geräusch. Günni kippte beinahe in Zeitlupe zur Seite. Das Blut tropfte gemächlich auf die weißen Fliesen.

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