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Archive for Februar 2012

Wie geht das? La Boheme…leben in einer Kammer, durch deren marodes Dach ein steter Tropfen auf einen ebenso maroden Schirm tropft, wenn es real regnet und dabei irreale Poesie verfassen?

Andere Möglichkeit: Viva la vida! Alles leben, alles mitnehmen und dann das Ganze in Prosa oder Lyrik verdichten. Frei dem Motto: Leben, um darüber zu schreiben.

Vielleicht ist es auch einfach frei sein. Wobei es niemals völlige Freiheit geben wird, einzig die Freiheit der Gedanken. Alles ist nur relativ, eine Grenze ist uns immer gesetzt. Sei es Moral, Verantwortungsbewusstsein oder Naturgesetzt. Einzig in unserem Kopf gibt es keine Grenzen. Das zu erkennen, es zu nutzen, ist das Geheimnis. Es hat sich mir noch nicht völlig erschlossen, aber ich spüre es, wenn ich das „Fieber“ bekomme. Meine Gedanken wie ein Feuerwerk hoch gehen und ich die Fackel bin, die von beiden Seiten brennt. Alles ist möglich. Ich überschreite meine Grenze und staune über das, was ich sehe. Es gibt keine Beschränkung, die Flammen verbrennen sie alle , nichts bleibt übrig. Das ist wahre Freiheit, egal wo ich bin. Niemand kann mich aufhalten.

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Ich habe heute Nacht noch ein paar Seiten geschrieben und mal sehen, vielleicht krieg ich die eine oder die andere Geschichte noch fertig. Schreibe gerade parallel. Hier ist der Himmel blau und ich weiß auch nicht, aber irgendwie habe ich so eine innere Unruhe in mir, als hätte man mir ein starkes Aufputschmittel gegeben, „es ist alles nur in meinem Kopf“, es kommt nur nicht schnell genug heraus. Es steht nie still, ist nie ruhig. Manchmal schreit es und manchmal ist es nur ein Flüstern. Noch nicht einmal im Schlaf komme ich zur Ruhe. Ich träume und denke, hoffentlich brennen meine Synapsen nicht durch.

Es ist wie der Spruch sagt: eine Fackel die von beiden Seiten brennt…dass viele Künstler das nicht verkraften können ist kein Wunder. Manchmal frage ich mich, wie lange ich das aushalte, aber ich kenne die Antwort, bis ich aufhöre zu atmen…denn damit aufhören kann ich nicht mehr. Komisch, mit dem Malen konnte ich aufhören, ohne mich zu quälen…aber wenn es um das Schreiben geht, nein! Und egal ob ich denke, dass wurde schon geschrieben, andere können es besser…keine Zweifel kann mich davon abhalten mich wieder hinzusetzen und zu schreiben.

Wenn das nicht verhaltensoriginell ist, was dann? Kein Wunder, dass wir leiden, uns quälen und niemals Ruhe finden. Es ist ein Segen und ein Fluch, je nach dem, wie man gerade drauf ist und es gibt keine einzige Droge, die einen so in einen Rausch versetzen kann, einzig vielleicht die Liebe. Allerdings wird die mit der Zeit ruhiger.  Vom Schreiben kann man das nicht sagen. Die Flamme brennt, bis wir sterben.

Ich lese gerade „Lust“ von Gabriele D’Annunzio. Sein Stil ist Flaubert ähnlich, allerdings noch sinnlicher. Wenn du das liest, denkst du, du könntest die Farben sehen, die Luft riechen und die Berührung fühlen. Einfach atemlos. Schön.

 

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Niemals schläft die Welt

Halten Geräusche den Atem an

Verklingen Ton und Laut

Ewig plätschern Strom und Bach

Wiegen sich die Wellen

Im Brausen des Windes

Unsterblich tönt der Schwäne Lied

Der Menschen Wort und Melodie

In Harmonie und Diskant

Getöse steht niemals still

 

Auch der Schlaf schenkt keine Ruhe mehr

Durchzogen von Traum und Alp

Find ich keinen Schlummer

Nachtmahre folgen meiner Spur

Bis in jede Wirklichkeit

Kann nicht schlafen und nicht wachen

Die Suche nach der Stille

Wird zu Besessenheit

 

Nimm mir den Lärm der Welt

Aber lass mir meine Stimme

Lass das bedrängende Geschrei verstummen

Aber nimm mir nicht mein Wort

Reinige meine Stille vom Überfluss

Damit ich Gedanken hören kann

Denen ich Ausdruck geben muss

Lass aus meiner Stille Klarheit atmen

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Des kühlen Quells versunkene Pfade

Nachtwandelt der verfallende Mond

Aus braunem Eichengeäst

Schlägt ein blaues Wild

 

Die hyazinthene Dämmerung

Umfängt des Weihers Kühle

Unter verwesenden Bäumen

Flackert ihr purpurnes Haar

 

Dem Schläfer im blauen Abend

Umfängt sein Herz

Ein schlummerndes

 

Unter schwärzlichen Augen

Die anschauen den Schatten

Versinken herbstliche Bäume

 

In schweigend kristallener Woge

So im Nachtwind goldener Welle

Nimmt ein roter Mund

Der Schwester Trauer

Gleitet über Sterne

 

Still der Wald

Und leise träumt ein Knabe

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(Er)warten

Es ist soweit! Kurz vor drei. Bald wird er da sein. Sie spürt ein Ziehen im Bauch und ihr Herzschlag beschleunigt sich. Schritte auf der Treppe sind zu hören. Stufe für Stufe. Sie presst ihr Ohr an die Tür und schließt die Augen. Hören sich so seine Schritte auf der alten Holztreppe an? Wie wird es sein, wenn er ihr gegenüber steht? Hoffentlich entspricht sie seinen Vorstellungen und er enttäuscht sie nicht. Die Schritte nähern sich. Ihr Herz beginnt zu rasen, es nimmt ihr fast den Atem. Es klopft! Aber leider nicht an ihrer Tür.

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Es muss Anzeichen gegeben haben. Kleine Dinge, die dem Ungeheuerlichen vorausgingen. Doch ich habe nichts bemerkt. Ich habe nur das gesehen, was ich zu sehen wünschte. Darum traf mich die Katastrophe so hart, dass mir die Luft wegblieb, mein Magen rebellierte und mein Hirn den Dienst verweigerte.

Wie sollte es auch weiter funktionieren, wenn auf einmal alle Worte in das schwarze Loch von Schmerz und Trauer eingesogen wurden? Tagelang saß ich herum, versuchte Sätze oder Fragmente aufzutreiben, aber nichts kam mir irgendwie bekannt vor.

„Auch du, meine Schwester?“

Warum? Welchen Grund gab ich dir, mich zu verraten und zu verkaufen? Welche Schandtat beging ich, dass du mir meine Würde nahmst? Bedeutete dir unsere Freundschaft nichts? Ich suche Worte des Verstehens und finde sie nicht. Ich suche Worte der Versöhnung und finde keine.

Wenn ich dir doch vergeben könnte. Aber mein Herz ist versteinert. Kälte legt sich über mich, wie ein Leichentuch. Unbeweglich steh ich vor der Grube, in die du unsere Freundschaft warfst.

Ich hätte meine Hände für dich ins Feuer gelegt, dir mein letztes Hemd gegeben. Du hättest mich verbrannt, mich erfrieren lassen. Warum? Schreit meine Wut in den Nächten, in denen ich keinen Schlaf finde. Warum? Schreit meine Trauer an den Tagen, an denen ich keinen Frieden finde.

Du hast mein Herz zu einem Friedhof gemacht. Unsere Freundschaft in einen ruhelosen Geist verwandelt, der verdammt ist in den leeren Fluren unserer Zukunft umher zustreifen. Du hast den Stachel von Misstrauen in mein Vertrauen geschlagen und es vergiftet. Ich weiß nicht, ob es möglich ist, dass diese Wunde mit der Zeit heilt oder ob sie alle Zeiten braucht um zu heilen.

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Der Tanzsaal dreht sich immer schneller um uns herum. Mit uns im dreiviertel Takt. Bis er mit einem lauten Krachen auseinander springt wie ein Knallbonbon. Viele tausend Funken erhellen die Nacht und selbst die Sonne erblasst vor Neid. Auf der Milchstraße tanzen wir weiter, leicht wie die Federn und barfüssig, bis zu den Knöcheln im milchigen Nass. Wir geben den Sternbildern neue Namen. Das Cello, die Bratsche, die Trompete, das Saxophon, der Trommler und der ganze Himmel hängt voller Geigen. Unserem Reigen schließen sich die Sternzeichen an. Wassermann, Schütze, Jungfrau und die quirligen Zwillinge. Wir tanzen die ganze Nacht, bis nur noch die Venus am Horizont zu sehen ist, während alle anderen Sterne schon müde zur Ruhe gegangen sind. Der Spiralnebel löst sich in den Weiten des Alls in Wohlgefallen auf. Du hältst mich in den Armen und langsam steigen wir aus unserem siebten Himmel wieder zur Erde hinab. Erschöpft sinken wir auf unsere Kissen und schlafen sofort ein. Im Morgengrauen erinnern nur noch zwei milchig weiße Pfützen vor unserem Bett, an diese wundersame Begegnung zwischen Tag und Traum.

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John

Ich steh im Schatten verborgen, sehe zu, wie John zum Fenster geht. Höre seinen festen Schritt, seinen Atem. Er blickt auf die erleuchtete Stadt. Seinen Kopf leicht geneigt, die Hände in den Taschen. Tausende Lichter glitzern, gerade so als wären sie ihr eigener Sternenhimmel. Mein Herz schlägt wie verrückt. Ich bin ihm so nah. Kann seine Wärme spüren. Verborgen im Schatten. Ich kann seine Augen in der Dämmerung nicht sehen, aber ich weiß, sie sind so tief wie der Ozean und wenn er mich ansieht ertrinke ich.

„John!“, flehe ich lautlos.

„Komm her“, flüstert er unerwartet.

Ich zucke zusammen. Unfähig mich zu bewegen.

„Komm zu mir!“

Fordert er eindringlicher und seine Stimme macht mich schwach. Ich verlasse die Schatten. Gehe zu ihm.

„Ich wusste du bist hier.“

Seine Hände legen sich sanft um mein Gesicht. Es ist soweit. Ich muss tief Luft holen. Meine Lunge füllt sich mit Sauerstoff. Er legt seinen Mund auf meinen. Die Zeit bleibt stehen, vergeht, hält an. Alles gleitet. Nichts ist wie es war. Ich vergehe. Ich erstehe. John ist mein Schöpfer. Seine Lippen, seine Hände, seine Zunge erschaffen einen neuen Menschen. Mein Körper ist nicht nur Hülle, sondern ein Gefäß. Mein Verstand wird nicht nur lernen, sondern wissen. Meine Gefühle sind keine Illusion, sondern Wirklichkeit. John muss mich verwandeln mit loderndem Feuer und sengender Hitze. Mit donnerndem Strom und plätscherndem Regen. Mit lieblicher Brise und brüllendem Sturm. Dem Atem der Wüste und der kalten Stille des Eises. Mein Körper schreit vor Gier und Verlangen. Mein Geist ist versunken in der Lautlosigkeit seiner Anbetung. John lässt das Meer für mich wogen. Hoch aufgepeitscht, zusammenbrechend, mich unter sich begraben. Er entfesselt Stürme, die mich zerfetzen und mich neu zusammen setzen. Reißt mich in den Abgrund seiner Sinnlichkeit, bis ich im Rausch jeden Halt verliere. John nimmt mir meine Sehnsüchte und ersetzt sie durch seine. „John!“

„Ich bin hier.“

Seine Stimme zeigt mir den Weg. Ich ringe nach Luft.

„Du gehörst mir. Ich bin dein Meister.“

Seine sanfte Stimme dringt bis in mein Blut.

„Ja, ich weiß“, ergebe ich mich.

„Ich habe es immer gewusst.“ John lacht leise.

Ich schließe die Augen, hole tief Luft und er zieht mich in den nächsten Strudel.

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Sie erwachte allein. Der Kunde hatte das Geld abgezählt auf den Nachttisch gelegt. Es war ganz nett gewesen, nicht so geschäftsmäßig und gleichgültig wie sonst. M. war ein Stammkunde und meistens in Eile, das Ganze schnell vorüber.

Am Anfang sollte es nur ein Spaß sein. Sie wollte sehen, wie weit sie gehen konnte. Im Internet war sie auf Männersuche gegangen, Singlebörsen gab es wie Sand am Meer, und hatte so getan, als wäre sie eines dieser Escortgirls, buchbar für ein paar abwechslungsreiche Stunden.

Es hatte funktioniert. 800 Euro in einer Woche für drei Dates. Drei Mal Dinner und einmal etwas mehr. Leicht verdientes Geld. Schick ausgehen und bezahlt werden. Wenn die Männer das Geld so locker sitzen hatten, hatten sie es nicht anders verdient, dachte sie und machte weiter.

Aus einer Ausnahme von „Etwas mehr“ wurden viele, bis es irgendwann nur noch darum ging. Jedes Mal wenn sie ihren Körper an einen Mann verkaufte, obwohl sie es niemals so nannte, splitterte ein Stück ihrer Seele ab.

Zuerst merkte sie es kaum. Aber die Leere wurde immer größer. Sie suchte nach dem Traumprinzen. Es gab eine Menge tolle Männer im World Wide Web. Mit Häusern, Villen, Chalets, Ferienhäusern, Autos, Booten, dicken Bankkonten. Sie nahm was sie kriegen konnte, immer in der Hoffnung Mister Right wäre dabei, der Mann, der sie um ihrer selbst willen wollte, der ihr ein tolles, sorgenfreies Leben bieten konnte. Es gab viele Mister Rights, die ihr einen schönen Abend boten, oder eine schöne Nacht. Sie bezahlten dafür, mehr gaben sie ihr nicht. Also nahm sie was sie kriegen konnte. Immer schneller, immer mehr. Es wurde eine verzehrende Sucht. Jeder Rausch sollte größer sein. Stattdessen wurde das Gefühl immer weniger.

Sie redete sich ein, sie würde die Männer ausprobieren, in Wirklichkeit wurde sie benutzt. Sie lachte die Männer aus, sagte, sie wären so dumm sie zu bezahlen, ohne zu sehen, dass sie nicht mehr wollten, nur unverbindlichen Sex.

Ihre Sucht trieb sie an. Tag und Nacht. Wenn sie kein Date hatte lief sie nervös hin und her, ohne Ruhe zu finden. Dieses Mal hätte ER es sein können, dachte sie oft und suchte fieberhaft nach einem weiteren Kandidaten für ihr Glück. Sie wollte ein finanziell abgesichertes Leben und der Mittelpunkt in jemandes Leben sein, sie wollte alles und auf nichts verzichten, aber die Männer wollten ihr das nicht geben. Das Geld tat ihnen nicht weh, immerhin bekamen sie etwas dafür geboten.

Das kostete ihr Herz. Stück für Stück, wurde davon abgerissen und keiner war bereit ihr ein Stück seines Herzens zu geben.

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Sie sah hinaus. Wie lange schon? Sie wusste es nicht. Dachte nicht darüber nach. Die Luft war schwül, legte sich auf die Lunge und die Seele. Dunkle Wolken waren am Himmel aufgezogen. Schmutzig blaugrau mit weißen Rändern. Ein leiser Donner grollte. Die Menschen auf der Straße blickten fragend zum Horizont und beschleunigten ihre Schritte.

Sie sah hinaus. Ohne es zu bemerken. Das Donnern wurde lauter, vereinzelt begannen Blitze aus den Wolken zu zucken. Die Passanten versuchten sich eilig in Sicherheit zu bringen.

Sie sah hinaus. Auf die leere Straße. Die Straße war jeden Tag leer, seit er nicht mehr kam. Dicke schwere Tropfen klatschten einen harten Rhythmus an die Fensterscheibe.

Sie sah hinaus. Durch den Regen hindurch. Stumm, wortlos. Nur ihre Gedanken, ein immerwährender Schrei in ihrem Kopf. Mal lauter, mal leiser, der das Schlagen ihres Herzens übertönte, es nicht zu lassen wollte. Der Schmerz war so groß, so alles überlagernd, dass sie empfindungslos geworden war. Sie sah hinaus. Ihre Augen offen und doch blind. Wie ein Spiegel, der zwar ein Bild zurück wirft, aber nie das Bild sein wird.

Sie sah hinaus. Ihr Blick ins Leere gerichtet. Auf die Stelle, an der sie ihn zum ersten Mal gesehen hatte, an dem Tag, als er das erste Mal zu ihr gekommen war.

Sie sah hinaus. Der Gewitterregen hatte das Glas der Fensterscheibe mit einem undurchdringlichen Tropfenschleier überzogen. Die Donner hallten wieder und wieder. Die Blitze zuckten so heftig und schnell über den düsteren Himmel, als wollten sie ihn in Fetzen reißen.

Sie sah hinaus. In ihrem Kopf hallte der Schrei und ihr zerfetztes Herz lag im Todeskampf.

Sie sah hinaus. Ein leichter Lufthauch durchströmte das Zimmer, strich zart über ihre Wangen. Eine Hand legte sich sanft auf ihre Schulter.

Sie drehte sich um. Sie sah in seine Augen. Ein tausendfach gedachter Schrei entfuhr ihren blassen Lippen. Ihr Herz dachte an Liebe, als sie tot zusammenbrach.

 

Liebesleid

Liebe leiden

Leidenschaft

Leiden schaft

Sehnsucht

Unerfüllt

Liebesrausch

Trennungsschmerz

Wo bist du

Hier

Dort

Weine

Wortlos

Lautlos

Tränenbäche

Meines Herzens

Liebesleid

Liebeslied

Für dich

Ertönt

Jeden Tag

Jede Stunde

Herz

Halt mich fest

Damit der Schmerz

Mich verlässt

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